Politik gegen die Ehe

ORF:

EU: So viele uneheliche Kinder wie nie zuvor

In Europa werden so viele uneheliche Kinder geboren wie nie zuvor. Der Anteil an unehelichen Geburten erreichte in den 27 EU-Staaten inzwischen den Rekordwert von 37,4 Prozent – das ist mehr als doppelt so viel wie vor zwanzig Jahren. Das geht aus dem neuen Jahrbuch der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor.

EU-weit ist der Anteil in Estland am höchsten (59,2 Prozent), am niedrigsten in Griechenland (6,6 Prozent). 1990 erblickten nur 17,4 Prozent der Neugeborenen außerhalb einer Ehe das Licht der Welt.

Auf den Standesämtern wurden 2009 nur noch 4,9 Hochzeiten auf tausend Einwohner gezählt – ein Tiefstand wie bereits im Vorjahr. An der Spitze beim Glauben an die Institution Ehe liegt Zypern mit 7,9 Hochzeiten pro tausend Einwohner.

Na und?

Was wollt Ihr damit sagen?

Nichts. Man sagt nichts. Man berichtet. Fakten. Welche Fakten von welchen Proponenten mit welcher Absicht  zur allgemeinen Kenntnisnahme mittels der Mainstreammedien proponiert werden, ist eine Frage, die nie gestellt wird.

Cui bono? Wer hat was davon, daß wir das erfahren?

Wer soll was daraus schließen?

Ich schließe daraus, daß immer mehr Leute die Ehe als Verlustgeschäft betrachten. Das ist einleuchtend, denn unehelicher Kinder Mütter erhalten alle möglichen Beihilfen und Unterstützungen finanzieller Natur. Weil der Staat davon ausgeht, sie wären in einer kategorialen Notlage. Da die Löhne den Preisen nachhinken wie noch nie in der jüngeren Gechicht des Westens, richten sich die Leute nicht nach emotionalen oder symbolischen Aspirationen sondern nach der nüchternen materiellen Gewinn/Verlust-Rechnung.

Und damit hat es sich schon. Alles andere und weitere an Deutung der Statistik ist überflüssig. Ist das so? Oder gibt es da mehr als materielle Abwägung?

Man hofft, daß das Verhalten von Sinn und Zweck spricht, der nicht bloß materielle Berechnung meint. Man hofft, der Mensch ist mehr als ein Berechner. Oder ist noch immer mehr als das.

Ist er auf Berechnen reduziert? Es scheint so.

Akzeptiert man diese Interpretation, sind die Ehe- und Geburtsstatistiken auf Ehe bezogen belanglos für die Ehe als sinnrelevante Institution. Sie geben Auskunft nur über die finanziellen Konditionen von Verheiratetsein versus Unverheiratetsein, wenn man Kinder kriegt und hat.

Na und, kann man sagen. Ehe war immer primär finanziell motiviert und orientiert. Nichts Neues daher unter der Sonne der Lust zur Fortpflanzung.

In Wirklichkeit, das Gegenteil. Alles neu. Fundamental neu. Denn de Ehe war vor heute ein finanzieller, materieller und sonstig attribuierter Vorteil Heute ist sie ein Nachteil. So sehen es die  – jungen – Leute.

Was immanent Auskunft gibt über die heutige Politik im Vergleich zu aller bisheriger: Wer heiratet, ist blöd. So sehen es die Leute heute. Wer heiratet ist blöd, ist die Konfiguration, welche die Politik konstelliert hat. Und das ist das Relevante und Interessante.

Es ist egal, welche Begründungen die Politik dafür anführt. Wir sind ja nicht in einer Parlamentsdebatte, sondern auf einem Blog, der nichts weniger als – wie sehr auch immer ungeeignet in dem Versuch – die Absicht  umsetzen soll, die Illusionen des Bürgers als solche aufzudecken und damit Aufklärung anzuregen, das Selberdenken als Prinzip und als moralische, ethische und spirituelle Pflicht.

Wer hat was davon? Was für eine coole Frage. Die entscheidende in der Politik. Die entscheidende in der Ethik. Die entscheidende in der Orientierung und Organisation der Gesellschaft wie des individuellen Handelns.

Wer hat was davon, wenn die Leute nicht mehr heiraten?

Fangen wir von hinten – oder: von unten in der Machthierarchie – an: Die Kinder haben nichts als Nachteile davon, denn es ist bis zum Überdruß wissenschaftlich untersucht und mit dem Hausverstand sowieso erfaßbar, daß die Ehe eine zusätzliche Stabilität der Paarbeziehung stimuliert, und diese Stabilität das Entscheidende für das Wohl der Kinder ist, seelisch und praktisch.

Die Politik, die defakto die Ehe immer weniger attraktiv macht, ist also eine, die den Kindern das Leben schwer macht und statt ihres Glücks ihr Unglück favorisiert.

Gehen wir weiter zu den beteiligten und betroffenen Erwachsenen, ohne eine Hierarchie zu postulieren:

Was haben die Mütter davon (man bemerke die Attitüde des Kavaliers, die in der Reihenfolge der Betrachtung aufscheint: Frauen vor Männern gebührt die Aufmerksamkeit, lautet das sogenannte patriarchale wie das noch viel intensiver vertretene, aber identisch exerzierte Gebot des Feminismus, des deklariert und akklamiert präsumptiv antipatriarchalen Ethos)?

Geld, Geld und nocheinmal Geld.

Was noch?

Macht, Macht und nocheinmal Macht.

Der uneheliche Vater ist noch viel leichter auszubooten als der eheliche.

Was haben die Väter davon?

Geld … solange sie mit der Frau zusammen sind. Solange sie zusammen sein dürfen. Denn es ist ein Dürfen, nicht ein Wollen oder Können. Es ist ein Dürfen aus der Erlaubnis der Frau. Sie kann ihn abservieren ohne legale Probleme und ohne finanzielle Kalamitäten gröberer Natur. Die emotionalen kriegt sie erst im Nachhinein mit, sie spielen keine Rolle in ihrer Motivation zum Abservieren des unehelichen Vaters.

Konkretisiert: Zahlen muß er sowieso für die Kinder im Falle eines Abservierens, egal ob die beiden verheiratet waren oder nicht. Nur für sie braucht er nicht zahlen, bleiben sie unverheiratet. Aber das ist irrelevant, weil die Motivation fürs Nichtheiraten von vornherein eine finanzielle ist, das heißt, daß er sowieso nicht so viel Geld verdient, daß es sich auszahlt, ihn zu heiraten. Daß er sowieso nicht genug verdient, um ihr im Fall einer Scheidung Unterhalt zu zahlen.

Was noch außer Geld, Geld, nominell  für die Kinder?

Kein Recht auf Vaterschaft als Beziehung und Verbindung mit den eigenen Kindern. Kein Recht auf Obsorge für die eigenen Kinder, kein Erziehungsrecht, kein Beziehungsrecht. Nicht einmal ein Besuchsrecht nach der Trennung von der Mutter der gemeinsamen Kinder.

Aber – man muß das in Erinnerung rufen – eine Alimentationspflicht für die Kinder.

Kurz: Keine Rechte, aber eine Pflicht: die Zahlungspflicht für die Kinder.

Über deren Höhe der Vater keinen Einfluß hat, sondern nur die Mutter und das Gericht in Erwägung der mütterlichen Ansprüche und Angaben.

Sind die Männer übergeschnappt, daß sie sich freiwillig dem Risiko so einer Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit aussetzen?

Man muß leider sagen, ja. Nicht in einem bösen oder krankhaften Sinn. Aber in einem, der denen gleichkommt oder sie übertrifft in der Wirkung. Aus Naivität.

Zusammengefaßt an diesem Punkt: Die Mütter sind die einzigen, die einen Vorteil vom Nichtheiraten haben, der von der Entwicklung der Paarbeziehung unabhängig besteht.

Sowohl die Kinder als auch die Väter haben Vorteile nur unter der Bedingung des Interesses der Mutter an der Fortführung ihrer Beziehung zum Vater.

Die Politik konstelliert also eine Abhängigkeit des Vaters von der Mutter und eine Abhängigkeit der Kinder von der Mutter, die nicht nur im Vergleich zur ehelichen Familie viel stärker ist, sondern den Charakter einer absoluten Ausgeliefertheit des Mannes und Vaters sowie der Kinder an die Willkür der Frau und Mutter darstellt.

Wegen des aktuellen finanziellen Vorteils einer unehelichen Vaterschaft für das Paar und damit für die Kinder riskiert der Vater sein seelisches und das seelische Unglück der Kinder im Falle der Trennung von der Frau.

Dieses seelische Risiko ist zwar nur graduell aber trotzdem signifikant größer als in einer Ehe.

Wären die Ehe und die eheliche Familie finanziell gegenüber der unehelichen Elternschaft privilegiert, heirateten entsprechend mehr Leute. Wären die elterlichen Beziehungen entsprechend stabiler. Wären die Trennungen und Scheidungen entsprechend seltener. Verlören die Kinder ihren Vater entsprechend seltener. Verlöre der Vater seine Kinder entsprechend seltener.

Scheiß auf die Kinder, scheiß auf den Vater – das ist das Prinzip der familiären Politik von Heute.

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