Down und tot oder lebendig

Die Presse schreibt am 7. 1. 2012 unter dem Titel “Trisomie 21: Das Einmaleins fürs Leben”[1]

Simon Juranek ist Schüler an der Neuen Mittelschule Völs, nahe Innsbruck, und übt mit seiner Mutter Waltraud Kopfrechnen. Immerhin hat der Elfjährige seinen Ruf als einer der besten Rechner der Klasse zu verteidigen. Und das als sogenanntes „Integrationskind“, denn Simon hat Trisomie 21, besser bekannt als Downsyndrom.

Menschen mit diesem Gendefekt wurde die Fähigkeit, Rechenkompetenz zu erwerben, bislang abgesprochen. Zu Unrecht, wie eine neue, in Leoben entwickelte Methode nun bewiesen hat.

(…) Ein Gegenbeweis, der für Menschen mit Downsyndrom wichtig ist. Denn noch immer ist ihr Bild von Vorurteilen und Unwissen geprägt. Tatsächlich hat sich die Lebensqualität für Menschen mit Trisomie 21 in den vergangenen Jahrzehnten enorm verbessert. Dank neuer medizinischer Möglichkeiten und individueller Förderung ist es vielen heute möglich, ein „normales Leben“ zu führen und einen Beruf zu erlernen. Als erster Europäer mit Downsyndrom, der ein Studium absolviert hat, wurde der Spanier Pablo Pineda zur Galionsfigur dieser Entwicklung.

Dem gegenüber steht, dass rund 90Prozent aller Kinder mit Downsyndrom heute gar nicht mehr geboren werden. Seit Einführung der Pränataldiagnostik in den 1980ern und der damit verbundenen Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs nutzen die meisten betroffenen Frauen diese Möglichkeit. In Großbritannien allerdings zeichnete sich 2006 eine Trendumkehr ab. Erstmals seit 1989, als die Pränataltests eingeführt wurden, wies die Geburtenstatistik wieder eine deutliche Zunahme von Neugeborenen mit Trisomie 21 aus. Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass das Wissen der betroffenen Eltern um die deutlich verbesserte Lebensqualität mit Downsyndrom diese Trendumkehr verursacht habe. In Österreich fordern daher Selbsthilfegruppen eine gesetzlich verankerte „Bedenkfrist“ für Eltern, die die Diagnose „Downsyndrom“ für ihr Ungeborenes erhalten.

Hier ein Auszug aus einer beispielhaften Geschichte von einer Mutter in der Zeitschrift des Zentrums “Leben Lachen Lernen” in Leoben[2]:

Als ich vor zwei Jahren schwanger wurde, war die Freude groß. Endlich hat es sich auf den Weg gemacht, unser Wunschkind.

Im ganz üblichen Routineverlauf der Schwangerschaftsuntersuchungen wurde auch uns angeraten, den „Combine-Test“ zu machen, um mögliche „Defekte“ auszuschließen. Voller Glück, unbedarft und reichlich naiv habe ich mir einen Termin geben lassen. Im Wartezimmer wurde mir mitgeteilt, dass ich das Ergebnis in zwei Wochen bekäme. Die Untersuchung war lange und ausführlich. Ich sah den schönsten Film meines Lebens: mein Baby, das da schwimmt, die Ärmchen und Beinchen in Bewegung, einen Daumen im Mund und wieder hinaus und immer in Bewegung, in Aktion, so wie schon die vorigen Wochen kaum eine Minute dabei ist, in der sich dieses Kind mal nicht bewegt. In diesem Moment finde ich es so schade, dass mein Mann gerade jetzt nicht dabei sein kann. Im nächsten Moment sagt mir der untersuchende Arzt, dass das Kind mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit Down-Syndrom hat. Und weiter, dass er mir gleich morgen einen Termin zur Fruchtwasseruntersuchung geben kann, dann kann ich es nächste Woche abtreiben lassen. Falls sich die Diagnose bestätigt, dessen er sich ziemlich sicher ist. Mir wird schwindelig. Ich möchte zu meinem Mann. Ich möchte auf keinen Fall für morgen einen Termin ausmachen. Der Arzt gibt mir zu verstehen, dass das leichtsinnig ist und dass er mich nur ausnahmsweise morgen einschiebt, da der Terminkalender voll ist. Ein späterer Zeitpunkt ist ungünstig, da, wenn eine Abtreibung vorgenommen wird, es je früher desto besser ist. Ich möchte nur noch raus aus diesem Zimmer und so fliehe ich dann auch, ohne Termin und nach Luft schnappend.
Während ich hier sitze und schreibe, sitzt Tabea neben mir auf dem Boden und räumt singend mein Schmuckkästchen aus. Unvorstellbar, dass sie nicht da wäre.

Richter über Leben und Tod

Die folgenden Wochen waren schwer für uns. Auf einmal waren wir zu Richtern über Leben und Tod geworden, absurderweise über das heranwachsende Leben in mir, über das Leben unseres erwünschten Kindes. Eine Fruchtwasseruntersuchung gefährdet eben dieses Leben und was, wenn das Kind dann doch gesund ist, oder wenn wir uns auf ein Kind mit Down-Syndrom einlassen würden und dann dieses Kind durch die Untersuchung verlieren?
Die damals betreuenden Gynäkologen können diese Haltung nicht verstehen. Katastrophe und Weltuntergang sind die Wörter, die wir von ihnen hören, wenn das Kind nun tatsächlich ein Kind mit Down-Syndrom sein sollte. Die Katastrophe so groß, dass man dafür ruhig das Leben eines gesunden Kindes riskieren kann. Und das eines Down-Syndrom-Kindes sowieso. Als Mutter dieses Kindes tut es richtig weh, diese traurige Tatsache niederzuschreiben. Aber so ist die gängige Meinung und Praxis. 90% der Down-Syndrom-Kinder werden abgetrieben. Diese Zahl macht nachdenklich. Ich glaube, dass die Gründe dieses hohen Prozentsatzes an Angst und Unwissenheit, aber auch an unserer auf Perfektion ausgerichteten Gesellschaft liegen.

Ins Auge sticht der Begriff “Schwangerschaftsabbruch” in der Presse. Die übliche Beschönigung der Realität des damit Bezeichneten, die höfliche Umschreibung, damit die Leser nicht mehr als unbedingt nötig daran denken müssen, worum es wirklich geht. Schließlich sind wir uns ja alle einig, daß die Abtreibung eine unglückliche Notlösung ist, und jede einzelne eigentlich eine zuviel. Andererseits kann man natürlich den Frauen nicht zumuten, gegen ihren Willen ein Kind auszutragen, das würde gegen das Selbstbestimmungsrecht und die Gewissensfreiheit verstoßen. Und ein behindertes Kind zu bekommen, selbstverständlich noch viel weniger, das ist keine Frage, einer derartigen seelischen Belastung wären wohl die wenigsten Eltern gewachsen.

Umso auffälliger ist der Kontrast nicht nur in der Begriffsverwendung sondern in der ganzen Erörterung der Frage der Entscheidung in der Erzählung einer der Frauen, die in neun von zehn Fällen “die Möglichkeit nutzen”, das Kind vom Gynäkologen umbringen zu lassen, damit sich die Eltern die Probleme durch seine Behinderung ersparen.

Ich mußte mich überwinden, “umbringen” zu schreiben und ich hätte mich auch überwinden müssen, “töten” zu verwenden, nur bei “abtreiben” hätte ich ein gutes Gewissen gehabt. Ich mache mir selbst den Vorwurf des Plakativen, des Agitatorischen, des billigen, pathetischen Provozierens. Selbst bei Hunden sagt man “einschläfern” und bei Pferden “erlösen”, es ist ganz einfach geschmacklos im zweiten Grad, wobei “töten lassen” der erste wäre. Noch dazu macht man sich durch diesen Wortgebrauch einfach lächerlich, und alles, was man noch sagen möchte, ist dadurch schon entwertet: Ja, ja, wir nehmen es zur Kenntnis, der typische selbstgerechte Moralprediger, ein selbsternannter Missionar des “Lebensschutzes”, vermutlich ein Zeuge Jehovas oder ein fanatischer Papstanhänger, ein reaktionärer Katholik, der sich einbildet, das Rad der Zeit ließe sich zurückdrehen.

Kann ich nicht einfach Rücksicht nehmen auf die üblichen begrifflichen Normen, wie gesagt, es ist so nichts gewonnen, sondern im Gegenteil, es wird unnützerweise Abwehr und Widerstand provoziert. Nicht einmal die Erzählerin oben, die von “Richter über Leben und Tod” spricht, ließ sich zum Begriff “töten” hinreißen, schon gar nicht zum vulgären “umbringen”. Selbst sie, die das moralische Gewicht aus freien Stücken und mit durchaus missionarischer Absicht zum Thema macht, redet nur davon, “es abtreiben zu lassen” und “das Leben des Kindes zu gefährden, es zu riskieren” und davon, “das Kind zu verlieren”. Das Kind ist durch die Untersuchung nicht in Gefahr zu sterben, sondern die Eltern sind in Gefahr, es zu verlieren. Töten und Sterben ist nicht das Thema, davon ist nicht die Rede. Nur das moralische oder moralphilosophische Thema des Richtens über Leben und Tod wird benannt.

Weißt du Kind, jetzt wirst du einmal untersucht, und wenn du gesund bist, ist alles in Ordnung, dann lassen wir dich leben und freuen uns schon darauf, wenn du auf die Welt kommst; wenn du aber behindert bist, dann sagen wir dem Onkel Doktor, daß er dich “…” soll. Das mußt du verstehen, wir wollen kein krankes Kind, das ist nicht schön für Eltern, das wollen wir uns nicht antun.

Dem Kind wäre moralisch zu gestatten:

Weißt du, Mama, du sitzt im Rollstuhl, deshalb werd’ ich dich bei der Geburt “…”; das mußt du verstehen, ich will keine behinderte Mutter, das ist nicht schön für ein Kind, das will ich mir nicht antun. Wenn du weg bist, heiratet der Papa eine andere Frau, eine gesunde, und die ist dann meine Mutter.

Für blinde und taubstumme oder sonstig behinderte Mütter gilt das selbe. Für behinderte Väter müßte das Kind einen Ersatz für den Onkel Doktor beigestellt bekommen, praktisch betrachtet auch für die Mütter, weil es so leicht auch nicht ist, heutzutage noch durch eine Frühgeburt oder eine komplizierte Geburt einen Kindschaftsabbruch erfolgreich durchzuführen.

Dem Recht der Mutter auf Schwangerschaftsabbruch genannten Mutterschaftsabbruch entspricht moralisch das Recht des Kindes auf Kindschaftsabbruch. Insofern der Vater bei ersterem von der Mutter aus mitentscheiden darf, auch das auf ihn gerichtete.

Problematisch ist nur die praktische Inanspruchnahme des Rechts auf Kindschaftsabbruch. Angenommen man verschöbe die Durchführung des Kindschaftsabbruchs bis zum Alter der entsprechenden Mündigkeit des Kindes, das wäre analog zu dem, in dem man in einem Sorgerechtsverfahren das Kind befragt, bei wem es nach der Scheidung wohnen will oder in Besuchsrechtsverfahren, ob es den Vater weiterhin sehen will oder nicht, hätte man dem Kind zugemutet, eine ganze Reihe von Jahren mit einer behinderten Mutter oder einem behinderten Vater leben zu müssen. Eine entsprechende finanzielle Entschädigung wäre dann praktisch gesehen das Einzige, um diese dem Kind aufgezwungene Bürde im Nachhinein auszugleichen.

Vom viel häufigeren Fall der dem Kind zugeschriebenen Qualität “Unerwünschtheit” oder “Ungeplantheit” als Rechtfertigung für dessen fachärztliche “…” aus betrachtet, sagt das Kind:

Weißt du, Mama, mir paßt es eigentlich nicht in meine Zukunftspläne, gerade jetzt auf die Welt zu kommen. Es tut mir wirklich leid, es ist auch nicht persönlich gemeint, aber ich kann mir momentan beim besten Willen nicht vorstellen, als dein Kind auf der Welt zu sein. Diese Kindschaft hab’ ich nicht gewollt. Sie ist mir gegen meinen Willen passiert.

Zusätzlich stellt sich die Frage nach der Methode des Kindschaftsabbruchs, jedenfalls im Sinne des Diskriminierungsverbots beziehungsweise des Gleichbehandlungs- oder gar Gleichstellungsgebots. Da die Mutter nicht nur die unblutige – ja, das ist doch der korrekte Ausdruck – Methode des Mutterschaftschaftsabbruchs in Form der sogenannten Freigabe zur Adoption oder, bei behinderten  Kindern, in ein Heim zur Auswahl hatte, und 90 Prozent auch tatsächlich die blutige wählen, ist den Kindern die gleiche Wahl zu lassen, mit den gleichen eventuellen Prozentverhältnissen zwischen Wegmachen und Weggeben, wäre die Schlußfolgerung.

Sarkastisch, wie das obige klingt, ist es doch auch mehr als das, so ist zu hoffen. Es könnte dienlich sein zur Veranschaulichung gewisser moralischer, ethischer und philosophischer Gesichtspunkte rund um die intrauterine Exekution von, wie es laut statistischen Angaben heißt, jährlich 42 Millionen ungeborener unschuldiger (auch das heißt es schließlich ständig in Zeitungsberichten) Opfer durch terroristische Vereinigungen (halten Sie aus, lieber Leser!) unter Förderung einer Zahl von Regierungen und staatlicher Behörden in bestimmten Ländern, die eine zeitlang dafür “Schurkenstaaten” genannt wurden, soweit von geborenen unschuldigen Terroropfern die Rede war.

Gedankenexperimente sind ein Mittel der Wahl zur philosophischen Untersuchung und kreativen Erkundung des Denkmöglichen, und sei es nur zwecks Verwerfung sich anbietender Gedankengänge wie begrifflicher Analogien.

An dem Begriff der unschuldigen Opfer ist nicht zu rütteln. An der Größenordnung von weltweit gut 40 Millionen pro Jahr auch nicht wesentlich.

“Exekution” ist zwar nicht unbedingt sympathisch, aber doch sachlich korrekt. Auf die “gezielte Tötung”, die seit israelischen und amerikanischen Mordattacken im Namen des Staates auf Terrorverdächtige in den Zeitungen aufscheint, darf man anstandshalber verzichten, aber könnte sie auch verwenden.

Bei den “terrorristischen Vereinigungen” wird es aversiv. Gemeint sind die in Berufsverbänden organisierten Ärzte, welche im Auftrag der Mütter oder beider Eltern die Exekutionen Unschuldiger ausführen. Das Analogisieren ist aber von der Sache her nicht kritisierbar.

Daß Legislative und Exekutive einer großen Zahl von Staaten diese bürokratisch und – was soll’s, wenn der Ausdruck überhaupt je für so etwas paßte, tut er’s hier auf jeden Fall – industriell perfekt organisierten massenhaften Tötungsakte einerseits dulden, andererseits politisch, legistisch, finanziell und logistisch fördern, ist ebenfalls Faktum. Die Begründung für den Begriff “Schurkenstaaten” ist daher ebenso analog korrekt.

Der Umstand, daß ein großer Teil der Bevölkerung diese Terrorakte und ihre staatliche Unterstützung akzeptiert, ein gewisser Teil auch dezidiert gutheißt und ihre Erschwerung oder gar Verhinderung als menschenunwürdig, sogar als menschenrechtsverletzend und sowieso als Rückfall in finstere, unzivilisierte Zeiten darstellt und mit allen politischen und rhetorischen Mitteln bekämpft, sobald die Idee dazu öffentlich geäußert wird, oder, in anderen Ländern, zum Beispiel in den USA, als politisches Programm von Parteien verfolgt wird, ändert daran nichts. Ein großer Teil der Bevölkerung in den als “Schurkenstaaten” im Westen apostrophierten Ländern scheut sich nicht, öffentliche Begeisterung zu zelebrieren, wenn Terroranschläge gegen unschuldige, zivile Opfer in den Nachrichten vermeldet werden und weigert sich, den Behörden und Organen der Exekutive bei der Verfolgung der Terroristen behilflich zu sein.

Ein wesentlicher Unterschied zu Al Kaida bei einer Gesellschaft von Gynäkologen ist der offizielle und öffentliche Charakter der Vereinigung und ihrer terroristischen Tätigkeit, scheint es. Doch die Militärs und die Geheimdienste beispielsweise der USA oder Israels, um die geläufigsten zu nennen, operieren ebenso in voller Deckung durch den Staat und die Öffentlichkeit, und ihre Exekutionserfolge mittels Drohnen oder Hubschraubern oder Kampfjets werden als rechtschaffene Berufstätigkeit betrachtet; andererseits genießen die Taliban oder Boko Haram und unzählige andere Dschihadgruppen in ihren Einflußgebieten eine nur graduell informellere Unterstützung und Anerkennung. Nimmt man die Überfälle der USA und ihrer Verbündeten auf Afghanistan und den Irak, ist dieser Aspekt des offiziellen und öffentlichen Charakters der terroristischen Vereinigungen und ihrer Tätigkeit noch viel prägnanter und eindeutig.

Schließlich bleibt noch die Frage der Auftraggeber zu beleuchten. Die amerikanischen Soldaten stehen in offiziellem Auftrag der amerikanischen Bevölkerung, repräsentiert durch die Abgeordneten und die Regierung, die die Terrorüberfälle beschlossen und organisierten und in Afghanistan weiterhin organisieren; die eher barfüßig operierenden Kämpfer diverser Befreiungsarmeen und Dschihadisten in Afrika oder Asien verstehen sich als im Auftrag der Interessen der Bevölkerung und des Landes und werden auch von jeweils einem Teil derselben so verstanden. Wenn die Sunniten hinter einer Reihe von Terrorgruppe stehen und die Schiiten hinter einer anderen, und Regierungsmitglieder und Abgeordnete jeweils mit der einen oder anderen halboffiziell sympathisieren oder vielmehr kooperieren, ist das nicht so wohlgeordnet und klinisch sauber wie Abtreibungskliniken oder Spitalsabteilungen für Gynäkologie oder Privatpraxen, aber die Sympathien in der Bevölkerung sind ähnlich pro und kontra verteilt. Es kommen nur die der Abtreibungegner und damit die Gegner der Abtreiber und ihrer Auftraggeber weder auf militante noch sonstige Weise in nennenswertem Ausmaß offen zum Ausdruck.

Der Staat hat sich von den Abortisten vereinnahmen, die Öffentlichkeit hat sich von dieser fundamentalistisch ideologischen, eigentlich ersatzreligösen, politischen Fraktion (den feministischen Dschihadisten) einen Maulkorb verpassen lassen. Die vorhandene Spaltung in der Bevölkerung zur Frage der Rechtmäßigkeit der Abtreibungen äußert sich neben dem Umstand, daß die eine Seite allein an der öffentlichen Macht ist, auch deswegen nicht massiv, weil es an der Erkennbarkeit der laufenden Terrorakte und ihrer Opfer, Täter und Auftraggeber mangelt. Der Terror spielt sich hinter verschlossenen Türen und hochseriösen Fassaden ab, nicht auf der Straße. Jeder weiß, daß er sich abspielt, auch an welchen Orten, aber man hört keine Explosionen, keine Schüsse, kein Schreien, sieht kein Blut und keine zerfetzten Kinderkörper. Es ist ein Phantomterror, ein abstrakter, ein ungreifbarer, fast wie ein bloßes Gerücht.

Nicht einmal rhetorisch wird er konkret. Es werden in der öffentlichen Rede keine ungeborenen Kinder umgebracht, sondern unerwünschte Schwangerschaften abgebrochen.

Es werden keine Mordaufträge an Unschuldigen am laufenden Band exekutiert, sondern von der Krankenkasse bezahlte medizinische Behandlungen vorgenommen.

Lege artis und state-of-the-art qualitätskontrolliert, best practices halt.

________________________

[1] http://diepresse.com/text/home/science/721964

[2] http://www.downsyndromzentrum.at/Allgemein/leseproben.html

Ein Menschenrechtsbericht zur Überwindung der Ängste (Maria Loos). Die Lektüre dieser und der darauf folgende Leseprobe, in der es um den Umgang von Psychologen mit der Diagnostik von Kindern mit Down-Syndrom geht, ist zu empfehlen, um einen Eindruck von der Lage der Eltern und Kinder zu erhalten. Die Seite hat umfassende konkrete Informationen über den Ansatz, der im Rahmen eines EU-Projekts didaktische Konzepte erarbeitet, auch einige Videos, in der die Methode des Rechenunterrichts gezeigt wird.

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