Meta-Verantwortungslosigkeit

Es gibt die Verantwortungslosigkeit der Akteure, der im Privaten wie der im Öffentlichen, und es gibt die der Kommentatoren, deren Kommentare eine Meta_Ebene der bewußtheitsfördernden Kritik darstellen könnten und nach traditionellem Verständnis sollten.

Wenn nun aber die Kommentatoren Zensur, Selbstzensur und Meinungsdiktatur mitmachen oder gar selbst in Gang bringen, anstatt zu kritisieren und dagegen demonstrativen Widerstand zu betreiben, wenn sie diese Ungeistwallungen mitreiten, ist die allgemeine Verantwortungslosigkeit des narzißtischen Einzelnen zur Meta_Verantwortungslosigkeit der narzißtischen Gesellschaft, und diese damit zur Masse samt der ihr eigenen “Massenpsychologie” – des Protofaschismus – geworden.

Es ist nichts weniger als schockierend und alarmierend, falls man sie noch alle hat und ein gewisses Alter dazu – das heißt, wenn man die Zeit der Hippiekultur und der linken Studentenbewegung miterlebt hat, vor allem aber die der Selbsterfahrungsbewegung, des “Personal Growth Movements”, der humanistischen und transpersonalen Psychologie als Bezugsrahmen zur Befreiung aus Selbstentfremdung und Entfremdung in den menschlichen Beziehungen durch die Übung des bewußten Gewahrseins und der selbstverantwortlichen Begegnung – mitzuerleben, mit welchem sich steigernden Grad von Verleugnung und Rationalisierung das totalitäre Prinzip ideologischer Inquisition als fortschrittlich, ja sogar als moralisch und vorbildlich hingestellt wird.

Was glauben die Apologeten des politischen Korrektorats denn, wie die Gesellschaft von heute totalitär oder faschistisch würde?

Indem irgendein “dämonischer Verführer” aufträte, der die armen guten, aber arbeitslosigkeitsbedrohten und ausgebrannten Demokraten mit der Aussicht auf sichere Arbeitsplätze und neuer Lebensfreude hypnotisch an sich bindet und daraufhin in Chauvinismus, Rassismus, Antisemitismus, Imperialismus und Krieg hetzt? Unter Einschluß von paranoider Phobie gegen Homosexuelle und gegen Muslime? Und in “patriarchalischem” “Backlash”?

Oder umgekehrt: Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, “Islamophobie” und “Homophobie” blühen auf und verschmelzen zu einem neonationalsozialistischen Revival, das sich dann ein “dämonischer Verführer” zunutzemacht?

Nein, nicht einmal nach obigen Kochrezepten ginge es ohne einschneidende Neuerungen der Methode: Erstens muß es eine Führer-in sein, kein Mann hat bei uns noch oder schon wieder eine Chance, “vom Volk geliebt” zu werden; zweitens muß der Antisemitismus durch den sowieso instinktiv von Politikerinnen wie, noch vehementer, von Politikern und Journalisten und sämtlichen anderen um einen guten Ruf in der Öffentlichkeit bemühten Protagonisten demonstrierten Antisem-en-itismus ersetzt werden: die Endlösung für die Schweine, von denen man weiß, daß sie sowieso schon seit längster Zeit nur tot gut sind und zu Zehntausenden von der Polizei aus den Wohnungen zu weisen, in denen sie Frauen und Kinder peinigen.

Die fiktive Homophobie ist durch Heterophobie zu ersetzen und die fiktive Islamophobie durch Christophobie, also eh bloß so weiter wie im täglichen Trott der ethisch sauberen Korrektoren.

Die Diktatur des Korrektorats ist eine erstrebenswerte, das sollten wir langsam glauben. So erstrebenswert war zuletzt die des Proletariats, in den Siebzigerjahren, auf der Uni, bei der MLS und im KB und in der KP, bei der GRM und in den Institutsgruppen. Allerdings in der Theorie und Agitation, nicht in der gesellschaftlichen Wirklichkeit.

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