Leichenhaus erspart Frauenhaus

Sohn und Ex-Frau erdrosseln 71-Jährigen

In Eichgraben (Bez. St. Pölten) ist am Mittwochnachmittag ein 71-jähriger Mann von seinem Sohn und seiner Ex-Frau erdrosselt worden. Der 41-Jährige und die 67-Jährige haben ein Geständnis abgelegt.

Bei noe.orf.at

Werden Sie einen Handschlag des Bundespräsidenten und einen Orden für zivicouragierten Widerstand gegen das patriarchale Unrechtsregime der Männergewalt in der Familie erhalten? Oder doch wegen Notwehrüberschreitung bedingt verurteilt werden?


NOW, eine amerikanische Frauenorganisation, würde bei diesem Fall solange Notwehr! schreien und über die gerechte Strafe für einen notorischen häuslichen Gewalttäter jubilieren, bis sich kein Gericht mehr getraut, die Exfrau wegen Mordes zu verurteilen. Im Notfall gilt der Sohn als Haupttäter und sie als Opfer des “battered wife syndrome”.

In Österreich erledigt das routiniert der ORF in “Thema”, daß man z. B. Frauen, die ihre Kinder erwürgt oder ertränkt haben, als herzensgute unschuldige Opfer einer heimtückischen Erkrankung ihrer Psyche erkennt, ihnen für ihren tragischen Verlust erschüttert das tiefste Beileid ausspricht und die Daumen für eine baldige Genesung drückt. Wenn es blutiger zugeht, wie beim “Hackenmord” einer Frau an ihren beiden Söhnen im Teenageralter in Graz, St. Peter, nehmen die Berufsrichter das in die aufgeklärte Hand und erklären das Urteil der Geschworenen, wenn es sein muß, zweimal nacheinander für ungültig, weil diese ungebideten rachsüchtigen Hinterwäldler auf das Gutachten nicht hören wollen, das doch Zurechnungsunfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat konstatiert.

Ein Hinweis für magisch gebildete oder intuitive Transrationalisten:

Mary Daly zu beschwören macht den Autor noch nicht zum Anstifter für die Exfrau aus Eichgraben. Das läßt sich auch mit folgenden Indizien belegen: Mary schwingt ein Doppelbeil, dessen Angriffspunkt klassischerweise die Rückseite des Halses wäre, während  der  Effekt des Doppelgriffs  würgender Hände  durch den Druck auf die Kehle  zustandekommt. Außerdem schwingt sie es allein, zweihändig daher und betätigt sich nicht vierhändig wie die zwei Würger im Heizungskeller. Daß Mary 1928 geboren ist und die Würgerin 1942 ist auch eine Differenz, die ins Gewicht fällt. Mary hat drei Doktorate, eines davon in Theologie, und es wäre sicher nicht unerwähnt geblieben, wäre die Eichgrabenerin dreifache Doktorin oder Theologin. Daß man mit 26 als Frau gerade im richtigen Alter ist, um radikal aufheizende feministische Kellerethik zu lesen, stimmt zwar, aber Mary ist 1968 unter Amerikanerinnen bekannt geworden, während in Österreich ihre verkrampft verbissene FemSpeak-Wortschaffensfreude aus Übersetzungsproblemen wohl kaum so schnell und leicht populär wurde, als ihr erstes feministisches Buch “Kirche, Frau und Sexus” 1970 auf deutsch erschien. Andererseits wollte sie ihre Version von “feministischer Ethik” unter keinen Umständen mit Männern im gleichen Hörsaal unterrichten, was ihr 25 Jahre auch gelang, bevor sie lieber die Universität verließ, als den von ihr für androallergisch erklärten Studentinnen die Aufmerksamkeit von den potentiellen Heterosexualpartnern kapern zu lassen. Daß extreme Eifersucht für die Würgerei im Heizungskeller bzw. deren Vorgeschichte eine zentrale Rolle spielt, ist allerdings nur zu wahrscheinlich. Das schlüssigste Gegenargument zur Voodoo-by-proxy-Hypothese im ersten Satz dieses Hinweises ist aber eben gefallen. Die 81-jährige Androphobikerin wird sich ihren Ruf als Erzprophetin der feministischen theologischen Rassenlehre und ontologischen Apartheidsdoktrin nicht dadurch ruinieren, daß sie eine Mischrache inspiriert, also zur  Geschlechterrassenschande anstiftet. Wie sollte denn ein Tyrannenmord in Zusammenwirken mit dem ersten Geschlecht die radikal elementare Reinheit des zweiten nicht beflecken?

Was die Exfrau des kleinen Medienkaisers mit seinen Modepuppen in der Regierung und im Pool betrifft, der kürzlich Morddrohungen erhalten hat, wird sich noch zeigen, ob die von Männerschweiß unberührte Mary einen Ehrenmord per ikonischem Zitat inspirieren sollte.

Literatur: Mary Daly, The Church and the Second Sex, New York 1968; dt.: Kirche, Frau und Sexus, Olten 1970.


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