Manipulier-, Solidarisier- und Demokratieende

Aus dem Bericht des “Standard” über die Studentendemonstration in Wien:

UPDATE 15.40: Jene IMAS-Umfrage, derzufolge 86 Prozent der Befragten Zugangsbeschränkungen befürworten würden, wird nicht nur von den Audimax-Besetzern sondern auch vom ÖGB kritisiert. Der ÖGB spricht von einer “manipulativen Fragestellung”. Die Frage im Wortlaut: “In nahezu allen europäischen Ländern gibt es Aufnahmeprüfungen und Zugangsbeschränkungen an den Universitäten. Daher kommt es jedes Jahr in Österreich zu einem Ansturm ausländischer Studenten, die in ihrer Heimat nicht zum Studium zugelassen würden. Halten Sie es unter diesen Umständen für sinnvoll, bestimmte Zugangsbeschränkungen bzw. Aufnahmeprüfungen einzuführen, oder sind Sie gegen solche Beschränkungen?”

Dafür sollte man die IMAS-Verantwortlichen wegen Irreführung der Öffentlichkeit und Volksverhetzung vor Gericht bringen, jedenfalls vor ein Disziplinargericht wegen Verletzung der wissenschaftlichen Ethik. Das ist nicht nur unseriös, sondern eine unverschämte Frechheit und blanke Propaganda für die Regierung und gegen die Studenten und Hochschullehrer, die sich an den Protesten beteiligen.

Ganz im Geist der “Presse”, die sich in Obrigkeitsstaatsmentalität und kaum verhüllter Gehässigkeit in vermeintlich triefendem Hohn und beißender Ironie, aber tatsächlich in dümmlich arrogantem Geifern ergeht: Wie können es die Studenten wagen, die Gammler! Wo doch seit Jahrzehnten alle Welt vor der Herrschaft der “Wirtschaft” über die Gesellschaft dienert! Hat ihnen die Industriellenvereinigung das Protestieren denn erlaubt? Haben sie den Amtsweg eingehalten und Protesturlaub beantragt? Hat ihnen die Wirtschaftskammer eine einstweilige Verfügung ausgestellt?

Die Partysanen vom AudimaxDer AudimaxismusIn der Kindergarten-UniRäumt den Ballhausplatz

Daß die Studenten zu kritisieren sind, daran ist nicht zu zweifeln. Auch der Vergleich mit der Regierung ist prinzipiell die richtige Spur, so wie der Kritik an der Zuschreibung der Nachfolge in der 68er-Studentenrevolte Berechtigung zukommt. Nur – die Position und Mentalität dieser Kritiker ist nicht tiefer und edler als die der Adlaten des herrschenden Systems und Regimes zu jeder beliebigen Zeit an jeder beliebigen Protestbewegung, die das System in Frage stellt.

Die Studenten heute sind noch viel radikaler Opfer einer entfremdenden Kultur und mystifizierenden Ideologie als die Studenten damals Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre.

Damals waren sie, waren wir, angewidert vom Materialismus und der Scheinheiligkeit des Establishments und der Brutalität der kleinkarierten, selbstkritklosen Selbstgefälligkeit einer durch und durch verlogenen Gesellschaft. Vom Persönlichen und Privaten bis ins Öffentliche und Politische und retour wurde die Profitlogik des Kapitalismus als strukturelle Entwürdigung und Unterdrückung des authentischen Menschseins begriffen.

Das Stichwort war Entfremdung und die Prophezeiung war repressive Entsublimierung. Die heute protestieren, sind strukturell radikal entfremdet und die lebendige Illustration repressiv Entsublimierter.

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  • These threads should be made sticky or something like that, to make newcomers and anti-MRAs open their eyes, who think everyone here is sexist, homophobic, transphobic white man.