Nachpfiff 12: PAS-Gewalt gegen Mutter

Einer Mutter wird vom Gericht das Sorgerecht über ihre Tochter entzogen, weil der Richter behauptet, sie habe sie aufgehetzt, den geschiedenen Elternteil aggressiv abzulehnen! Jetzt ist sie zur Besuchstante bei ihrem eigenen Kind reduziert!

Nicht umsonst kämpfen die tapferen Frauen von NOW gemeinsam mit vielen anderen Feministinnen und Feministen unserer “terre des femmes” (Frauenerde) gegen das frauenfeindliche, pseudowissenschaftliche, patriarchal hegemoniale Konzept des “Parental Alienation Syndrome”, das bekanntlich frei erfunden wurde, um gewalttätigen und sexuell mißbrauchenden Vätern das Sorgerecht zu übertragen.

Bei uns in Österreich könnte so eine absurde Berufung auf PAS gottseidank nicht passieren. Bei uns herrscht noch der gesunde Hausverstand, der weiß, ein Kind wird einen guten Grund haben, wenn es dem Gutachter sagt, es will seinen Vater nicht mehr sehen. Vor allem, wenn es alterstypisch gereift erscheint und selbst auf mehrmaliges Befragen bei seiner Ansicht bleibt.

Respekt vor der eigenen Meinung kann nicht früh genug beginnen. Man könnte auch schwerlich rechtfertigen, daß bei uns 16-Jährige wählen dürfen, wenn wir zum Beispiel 10-Jährigen nicht die Wahl ließen, ob sie sich nun für eine Zukunft mit oder ohne Vater entscheiden möchten.

Bei uns gibt es integre Experten und engagierte Politiker, die keine Scheu haben, öffentlich für ihr Wissen einzustehen, daß ein Kind seine Herkunftswurzel ja später einmal immer noch kennenlernen kann, wenn es unbedingt meint.

Bei uns weiß man auch in der Kinderpsychiatrie und bei Gericht, daß Kinder ohne Vater erstens genauso glücklich und lebenstüchtig aufwachsen wie mit, und daß die vielen Studien, die das Gegenteil behaupten, von der praktischen Realität des Alltagslebens alleinerziehender Mütter keine Ahnung haben.  Sonst würden sie  wohl berücksichtigen, daß das ewige Einmischen des Vaters die Mütter nur noch nervöser macht, als sie wegen ihrer Mehrfachbelastung als Frau, Mutter und Berufstätige sowieso schon sind.

Bei uns weiß man auch, daß man schließlich ein Kind nicht mit Polizeigewalt zum Vater schleppen kann, wenn es von sich aus kein Bedürfnis danach hat, ihn zu besuchen. Das ist genauso wie mit dem Schulbesuch. Da eskortiert man die Kinder ebensowenig mit der Exekutive hin. Abgesehen davon, daß so eine Vorgehensweise gegen die Kinderrechte auf lokalisatorische Selbstbestimmung und freie Betreuungswahl verstieße.

Aber diese Amerikaner sind eben wegen des vielen Fernsehens und dem Mangel an jahrtausendelang gewachsenen Strukturen der sozialen und emotionalen Kultur haltlos und werden somit leichte Beute jedes noch so unvernünftigen Modetrends. Nicht zufällig war es ja ein Amerikaner, der das elterliche Entfremdungssyndrom erfunden hat.

Ganz besonders traurig ist der Umstand, daß schon einer ganzen Reigen amerikanischer Bundesstaaten gibt, in denen ein offizieller jährlicher PAS-Gedenktag gefeiert wird und vor Gericht das Vorliegen dieser fiktiven psychischen Störung bei einem Kind allen Ernstes von Gutachtern bescheinigt werden darf. Nicht nur daß der mütterliche Beschützerinstinkt damit in den Schmutz gezogen wird, wird ihnen auch noch angedichtet, sie würden “bindungsintolerant” sein, ein Euphemismus für eifersüchtig, sonst gar nichts. Das ist allein schon deswegen mehr als bedenklich, weil damit das unumschränkte Vertrauen der Kinder in die Mutter untergraben wird und dieser ein grober Mangel an emotionaler Selbstkontrolle unterstellt wird. So als würden Mütter zuerst an sich und ihr psychisches Gleichgewicht denken und die einfühlsame Beachtung der Bedürfnisse des Kindes hintanstellen, wenn sie eine Chance vorfinden, sich am geschiedenen Ehemann schadlos zu halten.

Aber leider tendiert man auch bei uns zu dieser entwürdigenden Entehrung der Mutterliebe, selbst in Expertenkreisen wird in diese infame Kerbe geschlagen. So kann man in der Studie¹ eines rennomierten österreichischen Familienforschungsinstituts über Kontaktabbruch zwischen Vätern und Kindern nach der Trennung oder Scheidung der Eltern tatsächlich lesen:

Durch die skizzierten gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen wird der in den empirischen Studien genannte Faktor der „mütterlichen Macht“ begünstigt. Belegt ist der sogenannte Mutter-Bonus, da es vorrangig die Mutter ist, der das Kind zugesprochen wird und sie dadurch als „Gatekeeperin“ agiert, die den Kontakt zum Vater begünstigen oder verhindern kann. Wenn die Kindesmutter einen solchen nicht wünscht, hat der Vater wenig Aussichten, seine Bestrebungen nach Kontakthaltung durchsetzen zu können.

Man scheut sich auch nicht, die langjährig bewährten Prozesse sorgfältiger familiengerichtlicher Entscheidungen als Ursache für den Kontaktverlust zwischen geschiedenen Vätern und ihren Kindern anzuführen:

Wie die ExpertInneninterviews zeigen, können sich Gerichtsprozesse um Obsorge und Besuchsrecht als sehr langwierig gestalten. Der Faktor Zeit erhöht dabei die Gefahr eines Kontaktabbruchs. Die lange Dauer des Verfahrens kann das Gegenteil der ursprünglichen Absicht bewirken, nämlich die Entfremdung und den völligen Kontaktabbruch von Vater und Kind verursachen. Daher erweist es sich als dringend erforderlich, den Kontakt – sofern keine ernsthaften Bedenken der Gefährdung des Kindeswohls bestehen – bereits während des Scheidungsverfahrens sicherzustellen und nicht erst nach einem langem Verfahren wieder einzusetzen.

Zu guter Letzt kommt die eigentliche Agenda der tendenziösen Studie unverhohlen zum Ausdruck. Die Mutter ist schuld, wenn das Kind und der Vater den Kontakt zueinander abbrechen, weil sie den Vater als Konkurrenz um die elterlichen “Kompetenzen” behandelt. Dem einfühlsamen Leser und vor allem der Leserin wird kaum entgehen, daß damit den Müttern ein selbstsüchtiges Motiv unterstellt wird – sie versuchen, den Vater als Konkurrenz auszuschalten, um die Macht über das Kind und die Liebe des Kindes ganz für sich allein zu haben. Was für eine billige Unterstellung!

Die Komplexität der Beweggründe, die zum Abbruch führen, zeigt sich u.a. daran, dass auch der Wunsch nach mehr Beteiligung von Vätern und nach einer besseren Vater-Kind-Beziehung neue Konfliktbereiche eröffnen kann. Mütter verfügen häufig über das stark verinnerlichte Bild, wonach eine „gute Mutter“ die wichtigste Ressource für ein Kind zu sein hat. Dadurch tritt ein aktiver Vater in direkte Konkurrenz zur Mutter, die ihre Kompetenz eingeschränkt sieht.

Damit ist es den Autoren der ominösen Studie  aber nicht genug. Um das Maß der mütterfeindlichen Unterstellungen voll zu machen, verweisen sie in mäßig täuschender verharmlosender Verklausulierung auf die angebliche Korrumpierbarkeit und damit auf einen strategischen Gebrauch der mütterlichen “Macht” der “Pförtnerrolle”:

Zu den quantitativ messbaren Einflussfaktoren gehört der soziale Status, also die berufliche Stellung und das Bildungsniveau des Vaters. Väter, die über höhere Bildung bzw. eine leitende Stellung verfügen, verlieren seltener den Kontakt zu den Kindern. Erklärungsansätze bietet die Bildungsforschung, die auf den höheren Grad an Informiertheit bzw. die leichtere Zugänglichkeit zu Wissen durch Bildung hinweist.

Selbstverständlich heißt das durch die Blume soziologischer Faktoren nichts anderes als: Wer höhere Alimente zahlen kann, kriegt dafür mehr Kontakt zu seinen Kindern von der Mutter zugestanden. Als ob Müttern das Wohl ihrer Kinder Objekt für ein Tauschgeschäft wäre!

Wie aus den Zitaten ersichtlich, läßt die Zukunft Unerfreuliches für geschiedene Mütter und ihre Kinder erwarten. Amerikanische Verhältnisse drohen am Horizont. Umso wichtiger ist es, an ein klares und offenes Wort aus dem Jahr 2000 zu den Grundsätzen einer Politik zu erinnern, bei der das Kindeswohl im Vordergrund steht statt die Ansprüche der Väter:

Plattform für das Recht des Kindes auf klare Verhältnisse nach der Trennung

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¹ Österreichisches Institut für Familienforschung: Vom Kontaktabbruch der Vater-Kind-Beziehung. Wien 2007


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