Brasilien: Heterophobe Maulerei

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat auf Druck konservativer Kreise eine Kampagne mit Aufklärungsfilmen gegen Homosexuellen-Feindlichkeit gestoppt. Sowohl die Produktion als auch die Verteilung des Materials an Schulen würden ausgesetzt, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch. Rousseff habe sich die Videos angesehen und halte sie für die Zielsetzung “ungeeignet”. Vorausgegangen war erhebliche Kritik von christlich-konservativen Abgeordneten an dem sogenannten “Anti-Homophobie-Kit”.

Schwulen- und Lesbenverbände zeigten sich enttäuscht. “Das Land kann sich nicht nur dem Willen eines Bereiches, dem konservativsten, unterwerfen. Vorurteile verringert man nur mit Information. So werden wir mehr Ausgrenzung und mehr Gewalt haben”, warnte Julio Moreira von der Gruppe “Arco-Iris”.

Ich find das echt arg, fühlt sich voll schlimm an, sowas von ungeil und reaktionär. Diese rigiden Vaginalministranten und Phalluspriesterinnen mit ihrem langweiligen Heterokult. Aus denen wird nie eine fluide Regenbogengesellschaft, wenn sie LGBT-Communities nicht Aufklärungsarbeit bei den Kindern machen lassen.

Als nächstes schicken sie die Polizei, wie in Rußland:

Moskau – Bei einer Demonstration von Schwulen und Lesben in Moskau hat die russische Polizei mindestens zwei Dutzend AktivistInnen sowie Homosexuellen-GegnerInnen festgenommen. Einige DemonstrantInnen wollten unweit des Roten Platzes eine Kundgebung abhalten, ein Demonstrant hielt vor dem Rathaus eine Regenbogenfahne in die Höhe, das Symbol der Homosexuellen-Bewegung. Das meldete die Agentur Interfax am Samstag.

Mit dem gleichen sentimentalen kitschigen Vorwand:

Die Stadtverwaltung hatte die Aktion mit Verweis auf die internationale Kinderschutzkonvention verboten. Kinder könnten beim Anblick von Homosexuellen traumatisiert werden, hieß es in der Begründung.

Dabei weiß doch jeder, daß Kinder voll auf Regenbogenfahnen und Regenbogenluftballons stehen.

Auch unter dem neuen Bürgermeister Sergej Sobjanin verbietet die Stadt Moskau trotz einer Geldstrafe des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte weiterhin Homosexuellen-Paraden.

Das ist überhaupt krass, warum tut da die EUFOR nichts dagegen. Glauben die denn, eine Geldstrafe bringt die Fundamentalisten zur Vernunft?

Staatliche Funktionäre, orthodoxe Christen und Nationalisten protestieren vehement und zum Teil gewaltsam gegen die sogenannte Gay Pride. Sobjanins Vorgänger Juri Luschkow hatte Homosexualität wiederholt als krankhaft und satanisch bezeichnet.

Ich meine, sonst geht es ja auch überall. Bei uns täte sich das keiner trauen, nicht einmal die Neonazis! Da hätten sie die Gummiwurst schneller über die Rübe gezogen als sie das Maul aufreißen könnten! Das sind doch gemeingefährliche Zurückgebliebene! Wenn bei uns einer Homosexualität krankhaft nennt, hat er sein Amt gehabt, da kann er sich entschuldigen, bis er schwarz wird. In England, in Amerika oder in Kanada kommt er für sowas ins Gefängnis, wegen Diskriminierung und hatespeech, so ein Volksverhetzer! Im Iran täten sie überhaupt gleich kurzen Prozeß machen wegen Blasphemie, überhaupt in den islamischen Ländern, da kann man nicht einfach die Werte der Wertegemeinschaft öffentlich in den Dreck ziehen. In China genauso, zum Beispiel. Nur in Rußland geht das? Da herrscht Anarchie?

Wozu bitte haben wir dann den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte? Oder die NATO meinetwegen? Und die UNO? Wenn die IGAF-Truppen in Afghanistan die Frauen von den islamischen Fundamentaliban befreien können, warum dann nicht in Rußland die Lesben von den christlichen? Sind die etwa keine Frauen? Das ist nicht nur inkonsequent sondern heuchlerisch!

Warum eigentlich distanziert sich bei uns in Europa kein Politiker von diesen unerträglichen Äußerungen und Zuständen? Wegen dem Erdgas? Oder weil sie stellvertretend ihre eigene Homophobie an den Bildern befriedigen können? Warum beruft keiner eine Sondersitzung von irgendeinem internationalen Gremium ein? Warum zitiert der Bundespräsident den russischen Botschafter nicht zu sich, um ihm die Leviten zu lesen? Und den brasilianischen gleich dazu?

Das sind die Fragen, die zu stellen wären!

Im übrigen ist zu fordern: Null Toleranz für Homophobie nirgendwo!


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