Der heterophobe Hype kocht sich auf

Schon 4-Jährige sollen sich mit Lust und Liebe beschäftigen: Verdirbt dieser Sex-Koffer unsere Kinder?

Plüschvagina, Holzpenis und Videos, die keinen Zweifel lassen: An den Schweizer Schulen hält eine offensive Sexualaufklärung Einzug. Bald könnte sie obligatorisch sein. Doch nun formiert sich Widerstand gegen die von oben verordnete Lustkunde.

Von Romina Lenzlinger | Aktualisiert um 00:54 | 22.05.2011 (Blick.ch)

Einzigartiges Projekt für sexuelle Selbstbestimmung und gegen Homophobie gestartet

09.06.2011 – GIESSEN (Gießener Anzeiger)

(lei). Am Mittwoch war es so weit: Zum Start des in Mittelhessen einzigartigen Konzepts „Liebe wie du willst – Projekt für sexuelle Selbstbestimmung und gegen Homophobie“ wurden die ersten Poster und Plakate und Infomaterialen an alleine 143 Einrichtungen in Gießen versendet. Auf den Postern und Postkarten ist dem Motto entsprechend die ganze Palette an Paar-Konstellationen dargestellt: eine Frau im Arm einer anderen Frau, ein Mann und eine Frau, wie auch zwei sich küssende Männer. Alles ist normal. Das versucht die Initiative der Stadt, des Jugendbildungswerks und Pro Familia Gießen sowie Pro Familia Marburg der Öffentlichkeit zu vermitteln

Neue Kampagne

Neu in der Schule: Schulfach Schwul

20. Juni 2011 14.05 Uhr, B.Z. (Berliner Zeitung)

Senator Zöllner startet Aufklärungskampagne, die Erstklässlern andere Lebensmodelle erklären soll.

Die ersten Wörter schreiben, plus und minus rechnen, sexuelle Vielfalt kennenlernen – Unterrichtsstoff unserer Erstklässler! Konkreter: Der König heiratet einen König, Onkel Tommy küsst einen Mann, Emily hat zwei Mamis, der Rabe mit dem goldenen Federkleid ist vermutlich transsexuell…

New Yorker Senat stimmt für Homo-Ehe

25.06.2011 | 09:19 |  (DiePresse.com)

Im sechsten US-Bundesstaat wurde die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. Ein “gigantischer Schritt nach vorn auf dem Weg zu vollständigen Bürgerrechten”.

New York ist entzückt über Ja zu Homo-Ehe

26.06.2011 | 18:24 |  (Die Presse)

Als sechster US-Bundesstaat lässt New York eine Hochzeit unter Homosexuellen zu. Kardinal Timothy Dolan verurteilte das Ja als “unmoralisch”.

Nun ja, ja und – er verurteilte, damit meint man wohl, er beurteilte, aber das klingt so wenig unanständig, zu wenig intolerant, überheblich, reaktionär, fundamentalistisch, radikal-fundamentalistisch, kurz, Beurteilen ist die Pflicht jedes aufgeklärten Menschen, während Verurteilen nur selbsternannte Moralapostel, jetzt sollte endlich das Wort bigott kommen, eben bigotte, selbsternannte, radikal-fundamentalistische Moralapostel und Sittenwächter zulässig finden, die Taliban zum Beispiel oder katholische Kardinäle. Aber, was ich zur Aufmerksamkeit bringen wollte, das Zitat oben ist seltsamerweise um drei Wörter verkürzt:

In einer Marathonsitzung hatte der Senat Freitagnacht mit den Stimmen der Demokraten und vier Überläufern der republikanischen Mehrheit für eine Hochzeit unter Homosexuellen votiert – gegen den expliziten Wunsch der katholischen Kirche. New Yorks Kardinal Timothy Dolan verurteilte das Ja als „unmoralisch“ und als „Bedrohung“.

Schon klar, “und als Bedrohung” wäre sich in Fettdruck wie im Original mit der Zeile nicht ausgegangen, und sie wollten für die Kurzzusammenfassung nicht mehr als zwei opfern. Andererseits könnte man’s direkt ausprobieren, ob sich das unverkürzte Zitat aus dem Text schon am Anfang unterbringen hätte lassen, ohne daß die zwei Zeilen Platz überschritten worden wären.

Die Anführungsstriche nach unmoralisch sind auf der Webseite unter dem r von unter, das Wort zu ist schon in der zweiten Zeile, es bliebe samt dem Punkt nur der Platz von 13 Buchstaben. Man braucht aber 20 inklusive der Zwischenräume, will man den Satz aus dem Text oben schon vollständig anführen. Was aber doch willkürlich ist, es gibt wohl keine Pflicht oder keine Programmautomatik, die verlangt, daß nur Textteile voran stehen dürfen. Beim Kardinal-Satz fehlt es ja vorn und hinten an der Vollständigkeit, New Yorks ist eben auch gekappt.

Selbstverständlich braucht man den Redakteuren in solchen Fällen nicht bewußte Absicht unterstellen, sondern alle möglichen Umstände und Zufälle können für die Endfassung eines Artikel verantwortlich sein, von technischen bis zu Fragen der Eile und Hastigkeit, in der man nicht endlos überlegt, sondern einfach schnippschnapp vorgeht, und aus. Das ist aber egal. Der Fall wie der Zufall haben ihren eigenen Geist, zumindest im Auge des Lesers und in der Toleranz der Endredaktionsinstanz. Wer dem auf die Schliche kommen will, kann sich herumspielen und Deutungen ausprobieren, bis er auf welche stößt, die Sinn statt Unsinn machen.

Daß wir (was nichts weiter heißt als ich, der Schreiber) hier auf der detektivischen Suche nach Indizien, Belegen und so-gut-wie Beweisen für sexistische Manipulation und Propaganda sind, die in scheinbar objektiven Berichten eingebaut sind, soll auch kein Geheimnis sein. Eigentlich, und präziser formuliert, müßte es heißen, nach sexuell orientistischen Tendenzen, aber das ist zu sperrig, und wir subsumieren solche unter sexistisch. Als Slogans: Homo ist gut. Homo-Ehe ist gut. Wer Homo-Ehe nix gut findet, soll Mund halten. Der nämlich selber doppelnix gut.

Aber zurück zur möglichen Layoutfrage. Schreibt man zum Beispiel: Kardinal Timothy Dolan  nannte das Ja “unmoralisch” und “eine Bedrohung”, dann geht sich das aus, scheint es hier, aber so knapp, daß vielleicht die unten nicht eingetippte Leerstelle nach dem Punkt nach dem Wort zu gerade das Alzerl zuviel ausmacht für die Zeile. Hier auf WordPress ist es so.

Es kann aber auch an einer Tücke der hier wirkenden automatischen Umbruchmechanik liegen, denn auf OpenOffice Writer, der sich verhält wie Word, geht sich’s bequem aus. Es hängt sicher von der Schrift, der Größe, den verschiedenen Abmessungen, die dabei eine Rolle spielen ab, worüber ich nicht Bescheid weiß, weshalb es sich hier nur um ein schwaches Indiz handelt. Man hätte zwar schreiben können:

Kardinal Timothy Dolan nannte das Ja “unmoralisch” und “Bedrohung”.

Damit ist das Zeilenplatzproblem garantiert gelöst, aber grammatikalisch ist die Sache zwielichtig, eigentlich unkorrekt. Eine korrekte Variante wäre:

Kardinal Dolan nannte das Ja “unmoralisch” und “eine Bedrohung”.

Wahlweise ginge auch:

Kardinal Tim Dolan nannte das Ja “unmoralisch” und “eine Bedrohung”.

Ebenfalls möglich wäre:

Kardinal T. Dolan nannte das Ja “unmoralisch” und “eine Bedrohung”.

Immerhin scheute man sich im Deutschen nicht, von einem Kardinal Schönborn oder einem Kardinal Meisner zu sprechen. Wenn man zu entscheiden hat, welche der angeführten Versionen den größeren Informationswert hat für den Leser, ist es klar, daß der Vorname des Kardinals entschieden weniger interessant und informativ ist als der Umstand, daß er von einer Bedrohung spricht. Und daher kommen wir zur Schlußfolgerung, man nutzte die technische Gelegenheit als willkommenen Anlaß und Ausrede, genau das dem flüchtigen Leser vorzuenthalten.

Die Frage nach dem wahrscheinlichen Motiv scheint nicht allzu schwierig zu beantworten zu sein. Im überwältigenden Eindruck des ersten Berichts vom 25. 6. d. J. und dem gleichsinnigen, wenn auch etwas dezenteren gegenständlichen vom 26. 6. d. J. als Jubelberichte mit Klatschen, Stampfen und Hochrufen kommt als einzige Zeile der Berichterstattung über Nichtjubel über das Abstimmungsergebnis die oben thematisierte und variierte vor. Das ist eine reife Leistung für ein Blatt, das sich nicht als Parteiorgan der amerikanischen Demokraten deklariert oder als Newsletter der Homosexuelleninitiative Wien oder Österreich.

New York ist frei!

Das ist der, sag ich mal, Subtext. Und ergäbe ich mich der etwas beißenderen Ironie, sagte ich mal, offensichtlich haben sie dem/der Quotenschwulen/Quotenlesbe im Redaktionsteam die beiden Berichte schreiben lassen. Weil doch ein/e Betroffene/r die historische Bedeutung des Ereignisses am besten und befugtesten würdigen kann.

Wäre der/die willens und imstande, sich als  Vertreter der Siegermacht den historischen Freudenrausch und Triumphmarsch madig machen zu lassen mit dem Zugeständnis, daß nicht nur ein Kardinal sondern per Implikation die 29 republikanischen Senatoren und weiter damit die Hälfte der Wahlberechtigten im Staat New York der Ansicht sind, was da geschieht, konstituiert nicht nur Unmoral (Pah!) sondern auch eine Bedrohung? Er/sie hat es nicht einmal über sich gebracht, im Text später die Bedrohung zu spezifizieren, wie es für ein Verständnis logisch notwendig wäre. Die im Textteil krass unzulässige Auslassung  läßt zurecht annehmen , daß die Hälfte der Leser der andernfalls verstehbaren Aussage zugestimmt hätte, selbst wenn man nur eine gleiche Verteilung der unveröffentlichten Einstellungen zum Thema Ehe für Homosexuelle in Österreich wie die der aktuell öffentlich dokumentierten im Staat New York  annimmt.

Es hat uns kryptoschwule/kryptolesbische Leser/innen auch, jedenfalls nicht legitimerweise, zu interessieren, was, zum Beispiel, die republikanischen Politiker zur Abstimmung sagten, die sie nur deswegen verloren haben, weil es vier Überläufer gab? Das geht uns nur was an, wenn es in Deutschland passiert und nicht beim Thema der Zulassung gleichgeschlechtlicher Partnerschaftsverträge oder sogenannten Eheschließungen? Da wird gern, genüßlich und endlos berichtet, welche Motive und welche öffentliche Kritik es für das Überlaufen bei wichtigen Abstimmungen gibt, wie sich die Kritisierten rechtfertigen, welches Hickhack sich abspielt und was für Konsequenzen sich aus dem Ganzen ergeben könnten.

Auch sieht man nicht ein, wozu man uns auf die Nase binden soll, daß zum Beispiel in Kalifornien die Eheberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare 2008 per Volksabstimmung erst wieder rückgängig gemacht wurde und das danach von einem schwulen Richter wieder gekippt wurde, derzeit aber erneut verhandelt wird und keine Eheschließungen Homosexueller möglich sind. Wir brauchen als Hintergrundinformation auch nicht erfahren, daß in der letzten Zeit in mehreren Staaten Bewegungen im Gange sind, die sogenannte Homo-Ehe wieder abzuschaffen.

Statt dessen sollen wir, zwangsweise, wenn wir nur die Presse läsen, den falschen Eindruck kriegen, es gäbe sowas wie eine stetig fortschreitende, unaufhaltbare fortschrittliche Entwicklung, der sich bereits fünf Staaten sowie Washinton D.C. und jetzt eben New York angeschlossen haben, daß da ein Zug unterwegs ist und Fahrt aufnimmt, der in die tolerante Zukunft mit Menschenrechten für alle führt.

Kurz, wir sollen uns, bitte schön, nicht anstellen und das Maul halten, wenn endlich auch bei uns Hinterwäldlern die Homosexuellen überall heiraten dürfen, wie schon das Täubchen der SPÖ im Frauenministerium propagiert, die Adoption für homosexuelle Paare legalisiert wird, und die extrakorporale Befruchtung für lesbische Paare, wie für alleinstehende Frauen, mit Spermien von Ebay ist gemeint, das Eizellenbusiness und – nein, das nicht, weil sich die Vorsitzende der Ethikkommission das nicht vorstellen kann, daß sie ein Kind austrüge und anschließend hergäbe – die Leihmutterschaft für homosexuelle Männer eben doch nicht, von der für alleinstehende Männer sprach die Frau Wissenschaftlerin im Interview nicht einmal, die also ganz sicher nicht.

Aber gut, es geht halt Schritt für Schritt, bis wir vollständig gleichberechtigte amerikanische Reproduktionsverhältnisse haben. Und erst muß man mal an die armen Frauen denken. Also, nein, an die reichen, die hiesigen, denn die armen, das sind ja die, die die Leihgebärmütter vermieten und eine ordentliche Stange Geld daran verdienten, die sie und ihre ganze unterprivilegierte Verwandtschaft aus Lateinamerika oder Südostasien ein paar Jahre über Wasser hielte; beziehungsweise aus Rumänien und Bulgarien und der Ukraine und so weiter; oder aus Libyen und Ägypten und Syrien und, weiß Gott, von überall aus Nordafrika her, vielleicht auch ganz besonders aus Griechenland.

Zurückgeschweift: Ganz New York im Freudentaumel! Entzückt sind sie, und auch entrückt und beglückt. Die Raucher auch, die zwar auf den Straßen tanzen, singen, musizieren, jubilieren und sich exhibitionieren dürfen, die mit den politisch korrekten, eben den fundamentalistischen fremdgeschlechtlichen Berührungsängsten jedenfalls, aber 200 $ Strafe zahlen, wenn sie der perversen, pathologischen, selbst- und fremdgefährlichen Lust nach einer Zigarette dabei frönen wollen?

Ein freiheitsliebender New Yorker müßte ja schön blöd sein, wenn er sich unter den nunmal herrschenden Zuständen und gegebenen Umständen des Fortschritts nicht auf die Suche nach seiner verdrängten gleichgeschlechtlichen Begehrenslage machte. Irgendein Laster braucht doch ein jeder, wenn er nicht im kleinbürgerlichen Mief vor dem Fernseher fremdlebend versauern will.

Wer vif ist, entdeckt die fluktuierende bipolare Verführbarkeit, das ist immerhin die doppelte Dosis Aufmerksamkeit und Aufregung, im Job fürs schwule Rauskommen und in der Freizeit im Village fürs straighte, von der doppelten Menge an jagbarem Wild gar nicht zu reden. Die Woche Karneval nicht zu vergessen, wo man dann mitmachen darf statt nur zuschauen.

Pensionisten und solche im Geiste fragen sich vielleicht nicht nur in New York, wie kommt’s zu solchen Hysterien in der Geschichte, die sich wie Seuchen über den Erdball verbreiten, die Kreuzzüge zum Beispiel, die Flagellantenbewegung, das Hexentum, der Spiritismus, die Legalisierung der Abtreibung, der Rap, die Tabakprohibition, die Slutwalks, die unbefleckte Empfängnis? Diesbezüglich hilft ihnen die Presse nun doch weiter:

Homosexuellen-Verbände übten vehementen Druck auf die Politik aus.

Aha, so läuft das! Beim Recht auf unbefleckte Empfängnis wissen sie’s damit. Andererseits, wie gibt’s denn das, daß die Politiker sich wie Übergeschnappte oder geistig Behinderte aufführen und Beihilfe zur Etablierung eines magischen Weltbildes leisten. Vor zweitausend Jahren, na gut! Im Mittelalter, auch gut! Aber in der Neuzeit? Seit der Aufklärung? Alles kommt wieder? Und zuerst nach Amerika?

Aber sicher! Als die Bibelfundamentalisten vehementen Druck auf die Politik ausgeübt haben, beschloß zuletzt die Politik, daß an Schulen in gewissen Gegenden neben der Evolutionstheorie der Kreationismus in den Lehrplan kommt und man den Kindern die Vielfalt der wissenschaftlichen Sichtweisen vermitteln soll, damit sie sich später selbst entscheiden können, welche kognitive Orientierung ihrer Persönlichkeit entspricht und ihnen ein erfülltes Leben ermöglicht. Es gibt eben nicht nur das rationale Modell, auch wenn viele meinen, das ist normal. Es gibt auch das mythische und das magische und das animistische, und die sind genauso normal. Jeder hat das Recht seine Weltsicht selbst zu entscheiden und die Art des Wissens zu wählen, die ihm entspricht.

Heiliger Herrgott, das ist doch absurd. Die armen Kinder glauben dann allen Ernstes, die Erde ist fünftausendzweihundertirgendwas Jahre alt und Gott hat sie aus dem Nichts in sieben Tagen geschaffen, samt Pflanzen, Tieren und Adam und Eva!

Warum arm? Die neuen Kinder, die glauben sie haben zwei Mütter oder zwei Väter oder nur eine Mutter und gar keinen Vater oder – ja, mein Lieber, im neuen Amerika gibt’s das schon – nur einen Vater und gar keine Mutter, warum sollen die arm sein? Laß Dich mal auf Homophobie behandeln, und auf Going-alone-Phobie gleich dazu!

Jedenfalls haben diese Bibelgürtelkinder die Möglichkeit, sich bikognitiv zu orientieren, idealerweise sollte man alle Kinder mit der ganzen Vielfalt der kognitiven Ausrichtungen vertraut machen, wobei man sinnvollerweise im Kindergarten damit anfängt, bevor sich der rationormative gesellschaftliche Erwartungsdruck auswirken kann und sie die nächste Generation mit den Vorurteilen, Ängsten und Abwertungen gegen das ganze übrige kognitive Orientierungsspektrum bilden. Am Ende schauen sie dann weg, wenn die Kreationisten vergast werden!

Aber gut, bleiben wir beim Druckerfolg! Das war ja nicht der erste vehement erzielte, auf den die Homosexuellenverbände stolz sein können. Vor der Politik war die Wissenschaft dran, genauer gesagt, die Psychiatrie. Homosexualität ist aus dem Störungskatalog gestrichen worden, es steht im diagnostischen Handbuch DSM der weltweit den Ton angebenden amerikanischen psychiatrischen Vereinigung APA ab der Version II (1974) nicht mehr drin, weil es heftigst herausreklamiert wurde. Schwupps, per Handheben abgestimmt, fachliche Erwägungen hin oder her, man muß auch mal unkonventionell und unbürokratisch flink vorgehen in beschleunigenden Zeiten wie diesen – oder soll man sich etwa den Verdacht anhängen lassen, Minderheiten zu pathologisieren? Die zweite APA, die der amerikanischen Psychologen, die sowieso nur Trittbrettfahrer der ersten ist, hat’s mitvollzogen – soll man sich etwa die Wettbewerbsfähigkeit kaputtmachen lassen durch ein reaktionäres Image? Das noch dazu ein unwissenschaftliches gewesen wäre, weil schließlich die Medizin die wirklich wissenschaftliche Wissenschaft ist, und die klinische Psychologie daher von  der Psychiatrie auf Gedeih und Verderb abhängig.

Eine geniale Strategie, oder? Kommt man den Helfern mit dem Vowurf, sie würden einem Leiden zufügen statt es zu lindern, kriegen sie die Panik und geben klein bei. Ab diesem Moment kann man aber den Politikern und den Journalisten sagen, die Wissenschaft ist zur Erkenntnis gekommen, Homosexualität ist weder eine sexuelle Perversion noch eine sexuelle Identitätssstörung, sondern überhaupt keine Psychopathologie, und das einzig mögliche Problem dabei ist, daß man dagegen kämpft, weil und wenn die Gesellschaft einen als abnormal hinstellt. Diese haben dann keine objektive Basis mehr dafür, einen anders zu behandeln als die anderen, und sind sogar im Zugzwang, nicht nur alle möglichen Gesetze zu ändern, die man ab jetzt als diskriminierend kritisieren kann, sondern auch die heilige Pflicht, die Gesellschaft umzuerziehen zur korrekten Einstellung und Haltung der Gleichbehandlung mit den Heterosexuellen. Als dumpf und reaktionär oder sogar neurotisch, also psychopathologisch gelten jetzt alle, die instinktiv oder intuitiv oder auch vernunftbegründet was gegen die neue Linie aus den Parteizentralen und Redaktionen einwenden. Die darf man jetzt pathologisieren und dämonisieren nach Strich und Faden – als homophob zum Beispiel, als schwulenfeindlich, als Fundamentalisten, als Extremisten, als Protonazis oder Protorassisten und präsumptive Faschisten.

Daß das genau nach dem Vorwurfsmuster von misogyn, Frauenhasser, Macho, ewiggestrig, emanzipationsfeindlich, zurück an den Herd schicken Wollen usw. funktioniert, liegt in der Natur der Angelegenheit. Die Feministinnen waren die Vorgänger und Wegbereiter der Strategie des vehementen Druck auf die Politik Ausübens. Und das politische Lesbentum war von Anfang an eine explizite Ideologie und Strategie der Frauenbewegung, die ihr Projekt als politischen Klassenkampf verstand. Wer mit Männern schläft, begeht Klassenverrat, hieß es im ZK unter den Lesbostalinistinnen, zum Beispiel in der Emma-Redaktion. Dementsprechend waren die Schwulen die einzigen Guten unter den Männern und, unvermeidlich, wenn Frauen das Sagen kriegen, die nützlichen Idioten, unter anderem, weil sie zehnmal soviel sind wie die weiblichen Homosexuellen.

Und weil es so schön paßt, unlängst haben die Damen urgiert, es wäre an der Zeit, den Christina Street Day zu begehen. Das war ein Weckruf für einige unter den Herren, den Terror des Feminismus als Sexualrassismus wahrzunehmen, und zwar über die Grenzen der sexuellen Desorientierung hinweg. Seitdem ist Schwulen und Coolen bewußt, daß sie defakto auch Leidensgenossen sind und gut daran täten, sich als solche im Kampf gegen die strukturelle und normative Misandrie zu engagieren. Was zu einem ganz ganz anderen Thema führt.

Da man sich eben gottseidank nicht auf das Lesen der Presse beschränken braucht, einige Ergänzungen: Dolan ist Erzbischof, nicht Kardinal, liebe Presse! Einen kleinen Geschmack von dem Prozedere, das zum Gesetz geführt hat, gibt Bischof DiMarzio laut Catholic News Service im National Christian Reporter vom 27. Juni:

“More than half of all New Yorkers oppose this legislation,” he said. “Yet the governor and the state Legislature have demonized people of faith, whether they be Muslims, Jews or Christians, and identified them as bigots and prejudiced” if they opposed changing the fundamental definition of marriage, he added.

Er spricht von einem “korrupten politischen Prozeß im Staat New York”, in dem sowohl die Republikaner wie auch die Demokraten sich mächtigen politischen Eliten gebeugt hätten, und ruft zu Sanktionen gegen den Gouverneur und gegen Politiker auf. Katholische Schulen und Pfarren sollten eine Zeit lang keine staatlichen Auszeichnungen mehr akzeptieren und keine Politiker als Gäste oder Redner einladen.

Eine weitere Charakterisierung aus Gay Chicago News:

It was a long, tough struggle, coming four years after the state’s Assembly first passed legislation granting marriage equality. Each time the Assembly passed it, though, it stalled in the New York Senate. This year, however, advocates knew public opinion in the state had shifted in their favor – recent polls showed 58 percent of New Yorkers supported the bill – and waged a tightly coordinated, aggressive campaign to flood senators with messages supporting marriage equality. Opponents of equality fought back hard.

Bemerkenswert daraus:

Catholic Archbishop Timothy Dolan of New York City equated passage of the bill with living in North Korea, (…).

Und Bischof DiMarzio zur Vorgehensweise in den New York Daily News:

That there was virtually no public debate on the issue and that the entire matter was concluded in just over thirty-minutes late on a Friday evening is disgraceful.

Dort benennt er auch korrekt, was sowohl das Mißverständnis all derer ist, die auf das “mean green meme” der nondiskriminativen, sozusagen aus vermeintlicher Tugend blinden Idee von Gleichheit, Gleichbehandlung, gleiche Rechte für alle bei allem reinfallen, wie es auch auf die übergelaufenen republikanischen Senatoren zutrifft (Gay Chicago News). Außerdem bringt er den Mißerfolg der Kirche und der übrigen, welche die Definition von Ehe nicht ad adsurdum umlegalisieren lassen wollten, auf einen zentralen Punkt:

I believe the passage of same sex marriage is another “nail in the coffin” of marriage.

It is destructive because we fail to view marriage in the context of a vocation: a calling to participate in the great enterprise of forming the next generation.

Marriage is reduced to an empty honor.

We who opposes Same-sex Marriage are not callous to the very real human longings for friendship, affection and belonging that proponents of this legislation espouse as the rational “Marriage Equality”.

Indeed, we like other New Yorker discuss these issues with our friends, family, co-workers and loved ones who have same-sex attractions. We have in part failed as the proponents of the historical understanding of marriage as that between a man and a woman precisely because we have sought to be sensitive to those who have same-sex attractions. Perhaps we must now speak more forcefully and clearly.

Ausführlich beschreibt die Huffington Post, worum es bei der Gay Marriage Campaign als treibendes Agens geht: Geld, viel Geld, jede Menge Geld.

The passage of historic legislation legalizing same sex marriage in the state of New York last Friday was owed in large part to a compelling political motivator: money.

Die treuherzigen Bekenntnisse von “journeys of thinking” über die Angelegenheit, die von Obama bis republikanischen Senatoren abgegeben werden, lassen das fürs Fernsehpublikum unerwähnt. Fox News schrieb darüber kurz vor der Abstimmung, als Obama zu einer Gala zum Geldaufstellen für sexuell desorientierte – LGBT sagt man – potenzielle Wähler einlud:

“It is time for President Obama to complete the journey of thinking through why marriage matters and how the denial of marriage harms families, while helping no one — and join the national majority that polls now show support the freedom to marry,” said Evan Wolfson, President of Freedom to Marry.

Daß es genauso unehrlich, scheinheilig und realitätsverfälschend ist, das Ungleiche gleich zu behandeln wie das Gleiche ungleich, und daß Opportunismus und selbstverschuldete Unmündigkeit hinter beiden Formen des Unrechts und der Ungerechtigkeit stehen, ist zwar leicht zu begreifen, aber das Wesen des Vorurteils ist, daß man es nicht in Frage gestellt haben will.

Zum Schluß noch eine Online-Umfrage von New York Daily News, von heute, dem 28. Juni:

Poll Same Sex Marriage


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