Die ewigen Hinternwäldlerinnen

Glawischnig: “Frauen haben Hirn und Hintern”

16.07.2011 | 18:26 | von Christoph Schwarz (Die Presse)

Grünen-Chefin Eva Glawischnig und die liberale Studentenvertreterin Claudia Gamon (…)

Frau Glawischnig, Sie haben für unser Treffen ein Nichtraucherlokal gewählt. War das eine bewusste Entscheidung?

Eva Glawischnig: Nein, reiner Zufall. Meine Pressesprecherin hat das Lokal ausgesucht. Sie ist sogar selbst Raucherin.

War das jetzt vom Hirn oder vom Hintern aus geantwortet? Wenn von ersterem, dann sollte Eva den Neurologen aufsuchen. Sie kann ja einen mit Hintern von ihrer Pressesprecherin aussuchen lassen. Unbewußt natürlich. Wenn es vom Hintern kam, na ja, wieviel Denkvermögen hat dieser Körperteil! Da kann man nichts machen.

Auf der anderen Seite, wer ist dafür zuständig, womit sie antwortet? Es kann allerdings sein, daß sie ihrem Hinterteil zuviel zumutet, es ist offenbar noch nicht emanzipiert.  Entweder ist das gesellschaftlich nicht erwünscht, oder – was heißt entweder! Offensichtlich, sonst würde man ja eine diskriminierende Haltung an den Tag legen. Wir wollen doch nicht damit anfangen, Frauenkörpern, zumal Frauenkörperteilen, aus dem Blauen heraus Eigenverantwortung oder gar Selbständigkeit zuzumuten, dann gäbe es ja keine paralogische Begründung für die Herstellung von Gleichheit durch Quoten. Lassen wir das erst einmal auf sich beruhen.

Der Hintern von Eva kann eben nicht unterscheiden zwischen bewußter und zufälliger Entscheidung. Er kriegt diese Frage spontan durcheinander mit der, wer schuld ist an der Entscheidung. Und das kann die Eva nicht sein, die täte sowas nämlich nicht. Nämlich dem Interviewer und der zweiten Interviewten ihre Ideologieagenda aufdrängen. Die täte nur Zigarettenautomaten verbieten, täte man sie lassen. Und Pressesprecherinnen treffen keine bewußten Entscheidungen, falls aber doch, können ihre Chefinnen nichts dafür. Weil nur deswegen, weil die Eva gegen das Rauchen den gerade weltweit üblichen Prohibitionsfeldzug führt, wird ihre Sprecherin am Telefon noch lange nicht für ein Presseinterview einen Tisch in einem Lokal bestellen, wo garantiert niemand raucht, weil es verboten ist. Schon gar nicht, wenn sie selber Raucherin ist, nicht! Das ist doch logisch.

Oder kann sich einer vorstellen, daß seine Sekretärin ihm nur deswegen seinen Tisch in einem vegetarischen Restaurant  reservieren ließe, weil er bei jeder Gelegenheit das Fleischessen als das Letzte anprangert und am liebsten gesetzlich verboten sähe? Doch nicht, wenn die Sekretärin selber Fleisch ißt! Oder, mein Gott, gar, daß er sie danach fragen würde, ob sie eigentlich aus Prinzip nicht mitdenkt, wenn sie ihn ins Steakhouse verabredet hätte? Also, das ist geklärt.

Sind die Grünen, denen vorgeworfen wird, immer mehr zu moralisieren, für Menschen mit liberaler Gesinnung also doch wählbar?

Gamon: Sie waren es vielleicht einmal. Wenn die Grünen immer stärker für Verbote eintreten, sind sie es nicht mehr. Was mir außerdem fehlt, ist der wirtschaftsliberale Zugang.

Glawischnig: Wir stellen uns verstärkt der Frage, in welchen Bereichen wir die Gesellschaft verändern müssen.

Wer ist diese stolze Eigentümerin von Hirn und Hintern, daß sie verkündet, sie und ihre Kollegen sind dazu da, sich das zu fragen? Die Chefin einer Baufirma, die jemand mit Umbauarbeiten beauftragt hat? Und zwar nach eigenen Ideen und Einfällen, wie sie sich die Architekten das Objekt schöner oder cooler vorstellen? Hat sie sich unter diesem Titel zur Wahl gestellt?

Oder sind Wahlen seit neuestem, und ohne daß es jemand offiziell bekanntgegeben hat, so zu verstehen, als stünden sie unter dem Deutungsrahmen: Bitte zaubert uns eine andere Gesellschaft, die bisherige ist uns schon fad? Wenn’s geht, mit demokratischen politischen Mitteln, wenn euch das zu langwierig vorkommt, dann eben mit Diktaten? Hauptsache, ihr könnt eure Veranstaltungsideen umsetzen? Denn was wir bisher miteinander veranstaltet haben, war ein Blödsinn, wir haben nämlich keine Ahnung, was wir tun, wir brauchen eine eiserne Hand, die uns Mores lehrt? Wir sind blöderweise unmündig, wir tun lauter unvernünftige und uncoole Sachen wie Rauchen, so viel wir wollen und wo wir wollen, wir essen, trinken, schlafen und schlafen miteinander und bewerben uns für Posten, so wie wir es für unser Leben sinnvoll finden, anstatt daß wir uns überlegen, ob euch das zusagt oder nicht? Wir sind wirklich schamlos rücksichtlos euch gegenüber gewesen, wo ihr uns doch schon ewig sagt, ihr wißt besser, was für uns gut ist als wir selber?

Ja, und wenn die Eva ihrem Hintern freie Fahrt gegeben hat, dann kratzt sie keine Vernunft, keine Logik, kein Verstand mehr.  Wie denn auch, denn, wenn überhaupt aktiv, wär’ das nach eigenen Angaben durchaus in ihrem Besitz befindliche Hirn zwar überlegen vernetzt aber unterlegen mit Verarbeitungskapazität ausgestattet und hätte daher auch bei gutem Willen besondere Konzentration nötig, erst zu denken und dann das Gedachte zum Reden weiterzuleiten – was aber unter Rivalitätsbedingungen instinktiv gehemmt wird, weil Männer nicht auf Hirnqualitäten sondern auf die dazu polar verorteten abfahren. Weshalb auch der Versuch hier nicht gemacht wurde, sondern der Hintern so in den Vordergrund gerückt, daß er es bis in den Titel des veröffentlichten Interviews mit zweien der Bipolaritäten schaffte.

Man sollte die arme Eva daher nicht für die pseudorationale paralogische Rechtfertigung ihres diktatorischen Imperativs kritisieren, es soll ja bloß sexy klingen. Und einen Eigentümer von Hirn und Hintern, der meint, es wäre doch selbstverständlich, daß man Politik und politischen Journalismus auf das erste und nur dieses kognitiv und argumentativ bauen soll, so verblüffen, daß er erst einmal komplett entwaffnet ist und zum Zweiten vom doppelt munteren doppelzüngigen Geplapper mitgerissen alle Fünfe grade sein läßt, zumal ihm ja nicht nur verbal zwei Hintern triangulieren, sondern erinnerte Bauchfreiheit und Oberteilenge mithelfen bei der Ablenkung von trockener patriarchalischer Ratio und Logik. Wobei man gar nicht weiß, was die zwei selbstbewußten Politmodels bei der Hitze sonst noch für visuelle Stimuli in den Blendungskrieg geworfen haben. Denn: Im Durchbrechen patriarchalischer Strukturen, nö, so poppig sagt sie’s gar nicht, dafür ist sie schon zu alt, sondern: patriarchaler Strukturen der Informationsverarbeitung sind alle Mittel erlaubt!

Man müßte sich schon Rechtspopulist oder Weihbischof schimpfen lassen, wollte man sich jetzt noch sagen trauen, daß der Unterschied zwischen Despotie und Demokratie eben darin besteht, daß das politische Personal und die beteiligten Bürger sich darüber offiziell einig sind, daß der Zweck eben nicht die Mittel heiligt.

Na ja, Schwamm drüber, sonst platzt uns die arme hinterngesteuerte Hinternsteuerfrau noch, weil wir sie’s nicht sagen lassen, als wüßten wir’s seit Jahr und Tag, seit Äonen eigentlich, daß einer Ihresgleichen von allen unzähligen ausdenkbaren Vorwänden zur Despotie der folgende von den üblicherweise im Dienst besonders grell bemalten Schleimhautausstülpungen perlt:

Wir wollen etwa die Gleichheit der Frauen mittels Quoten herstellen.

Das “etwa” ist unbezahlbar, sie sollte sich’s patentieren lassen als Lapidaricum für feministische Sprechkunst. Keiner Sau fällt jetzt mehr auf, daß Propaganda Wiederholung von Schlagwörtern und Slogans bedeutet.

Gamon: Es ist gesellschaftlich offensichtlich oft nicht gewünscht, dass Frauen sich emanzipieren. So manche Partei hat in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet, dass die Gesellschaft rückschrittlich bleibt. Quoten können aber nie ein Weg sein, um Gleichheit herzustellen. Ich erwarte mir da mehr Eigenverantwortung von Frauen.

Das hätte sie nicht sagen sollen. Die Verräterin im Dienste des patriarchalen Kapitals! Aber war ja zu erwarten, und bereit sein ist alles, wozu hat man ein Team und ist vernetzt, das ist alles durchgespielt und geprobt, bis es die Kollegen sprachlos gemacht hat, wie feministisch konstruiert man widersinnige Umdefinitionen klingen lassen kann. Jetzt muß man sich halt irgendwo anhalten und in einem Zug ex durchlesen:

Glawischnig: Ich sehe die Gleichheit vor dem Gesetz als liberales Grundrecht. Diese Gleichheit kann nicht eingelöst werden, solange Frauen keine gleiche Ausgangssituation vorfinden. Eigentlich müssten die Frauen, was ihre Qualifikation angeht, an der Spitze der Gesellschaft angekommen sein. In Höchstgerichten, der Politik und der Wirtschaft. Sind sie aber nicht. Mit freiwilligen Änderungen kommen wir nicht weiter. Wir müssen die patriarchalen Strukturen aktiv aufbrechen.

Danke, Eva! Das brauchen wir. Das haben wir uns insgeheim schon seit 1945 gewünscht, aber irgendwie nicht laut zu verlangen gewagt. Nimm’ uns! Zeig’s uns! Tritt’ uns in den Arsch! Gib’s uns! Wow, ist das geil! Mehr, fester, noch fester!


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