Frauen holen im Mädchenhandel auf: 51,5 Prozent

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DieStandard, ein misandrisches Schundblättchen der peinlicheren Art, schreibt am liebsten gerecht. Wie bitte? Ach so, hintennach!

Für Nachzügler: “gerecht” ist die gyno-logistische Standardabkürzung für “geschlechtergerecht”. Und geschlechtergerecht schreiben heißt, daß man mit den billigsten und penetrantesten grammatikalischen Verunglimpfungen die Leser darauf konditioniert, die weibliche Form als die neue Mehrzahlform für Mengen mit beiden Geschlechtern für legitim zu halten. Weil sie einfach menschenfreundlich ist statt halbmenschenfreundlich.

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Die “gerechten” Schreiberinnen auf dieStandard.at haben einen schwarzen Schwan vermeldet, als Effekt ihrer “Gerechtigkeit”. Wer könnte schon der folgenden Schlagzeile widerstehen?

Über 1.000 mutmaßliche FrauenhändlerInnen festgenommen

Und der mir seltene Einfall, überhaupt auf diese Seite aus der untersten Schublade der Emmalogie zu gehen, wie die von den “gerechten” FrauenhändlerInnen geweckte Neugierde haben sich als intuitiv geführt erwiesen, wie man nachlesen kann:

Mexico-Stadt – Bei einer großangelegten Razzia sind in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez am Wochenende mehr als 1000 Menschen unter dem Verdacht des Frauenhandels festgenommen worden. Bei dem Einsatz im Zentrum von Ciudad Juarez seien am Freitag und Samstag 20 minderjährige Frauen befreit worden, erklärte die mexikanische Bundespolizei am Sonntag. Demnach wurden insgesamt 500 Männer und 530 Frauen festgenommen.

Menschenrechtsgruppen drängen die Behörden seit langem, in der Grenzregion zu den USA stärker gegen den Frauenhandel vorzugehen. Im vergangenen Jahr wurden in Ciudad Juarez, das eine der Hochburgen der mächtigen Drogenkartelle ist, 59 Mädchen und junge Frauen verschleppt und auch im größten Bundesstaat Mexikos, Chihuahua, verschwanden 48 Frauen und Mädchen. (APA/Ag.)

Für den Triumph der 20 befreiten – Mädchen – was man übrigens nicht sagt, wenn man gerecht berichtet – muß man mit der horrenden 25-fachen Widrigkeit von Mädchenhändlerinnen ohne Binnen-I zurechtkommen. Soll das der Lohn der Gerechtigkeit sein? Zurechtkommen müssen allein ist schon starker Tobak, aber auch noch aufwarten! Dann zumindest unter sich. Da kann man sich gegenseitig mit sovielen Rationalisierungen trösten, wie man braucht. Der Bericht ist vom 25. Juli. Bis heute gibt es in der Textversion keine Kommentarfunktion dazu. In der Vollversion existiert sie, aber keiner hat sich bis heute Mittag erbarmt? Das sind drei Tage ohne Leserkommentare! Oder Sollte es eher erdreistet heißen? Aber auch keine hat sich erbarmt; oder getraut. Man darf auch vermuten, es ist keiner was Vernünftiges dazu eingefallen. Blödsinn. Kommentieren erfordert soziale Intelligenz, nicht Vernunft. Also ist keiner was Tröstendes eingefallen. An die große Glocke des Standard mit dem nicht so kreativ queeren Artikel davor hat man’s auch nicht gehängt. Zum Schock noch den Spott provozieren? So stark sind Frauen wieder auch nicht. Sich den unreifen Pöbeleien des zerschmetterten Geschlechts auszusetzen, von dem man alles andere als Taktgefühl und Rücksicht zu erwarten hätte.

Nur weil die allerhöchstwahrscheinlich johlenden Revanchisten den Subtext nicht dechiffrieren können wollen. Wo es doch die SpätzInnen von den Dächern pfeifen, daß die kriminelle Szene das letzte Refugium eines reaktionären Machotums darstellt, in dem Frauensolidarität mit serieller Vergewaltigung, Zwangsprostitution und Stiefeltritten, wenn nicht mit gesichtsentstellenden Messerattacken unterdrückt wird.

Ach die Dummchen, die armen, sie können einem schon leid tun. Wären sie nur keine solchen tapferen Pionierinnen der Gerechtigkeit, hätten sie’s viel leichter im journalistischen Leben.

Aber nicht nur sie, auch die anderen, alle. Denn wer liest schon den 1000. Agenturbericht von einer Razzia irgendwo weit weg, wo Frauenhändler verhaftet werden. Ohne Innen wüßte ich nicht so genau über die zahlenmäßigen Geschlechterverhältnisse Bescheid, und auch nicht, schon gar nicht über die mexikanischen, wo ich gar keine Täterinnen vermutet hätte. Osteuropa, ja. Nigerien oder Afrika überhaupt, ja.

Das Deutschlandradio hat sich’s und der Allgemeinheit, die Verbrecherinnen auf den Tod nicht leiden kann, außer man fügt dazu, daß sie selber früher Opfer waren und – eben – traumatisiert wurden, wenn’s geht, schon vom Vater vergewaltigt, leichter gemacht. Die schreiben “Menschenhändler” und sonst nix Verdächtiges in der Überschrift. Der Spiegel und NTV dagegen “Menschen”.

Hui, was? Menschen wurden verhaftet? Und schon kennt man sich aus, daß Männer nicht gemeint sind, sondern Frauen dabei sein müssen, wenn man von Verhaftungen liest. Von Opfern zu lesen, signalisiert genau das selbe, man wird doch nicht so obszön sein und Mitleid mit Männern provozieren, wo doch an allen Ecken und Enden die Vorstandsposten noch immer nicht geschlechterparitätisch besetzt werden! Also sterben Menschen und töten Männer. Oder es gab Todesopfer. Wenn unter denen nur ein Nichtmann war, dann erfährt man das extra. Ist ja nicht so kompliziert, das Schema.

Es ist doch alles längst wissenschaftlich belegt, Männer haben eine höhere Schmerzgrenze, die können, physiologisch gesehen, schon gar nicht wirklich leiden. Und das es mit ihrem Gefühlsleben nicht viel weiter her ist als mit dem von Schimpansen, sowieso, vor allem auch mit dem Mitgefühl.

Irgendwann hat wer damit angefangen, von “traditionell weiblichen Qualitäten” zu schreiben, und seitdem werden elaborierte Kataloge menschlicher und halbmenschlicher bis unmenschlicher Eigenschaften geschlechtergerecht verteilt. Das heißt dann “traditionell zugeschrieben”, was für “mach mich nicht nicht dafür verantwortlich, daß ich Männern Halbaffennatur anlaste” steht.

Besonders tröstlich für die traditionell empfindsamen und verletzlichen weiblichen Gemüter hat es “Vorarlberg online” angelegt. Das ist traditionell die österreichische Gegend, wo sich die letzten Katholiken Gute Nacht sagen, die Wilderer noch Wilderer sind, und die Schützenvereine noch Schützenvereine. Das Refugium der Nostalgie des urheidnischen bergbäuerlichen Eldorados protofeministischer Unzurechnungsfähigkeitsgarantien, sublimiert im Rosenkranzgebet der Heiligen-Jungfrau-Maria-voll-der-Gnade-bitt’füruns-Litaneien. Da kann man zwar ein böses Weib sein und eine Wetterhexe, auch ledige Kinder kriegen, aber Zuhälterin oder gar das was mit Frauenhändlerin gemeint ist, so frivol ist dort nicht einmal der Teufel selber, daß er einem Weibsbild eine derartige unkatholische Gottlosigkeit aufbürdet.

Von mir aus in Mexiko, wo die Mannsbilder arbeitsscheu sind und lieber unter ihrem Sombrero Siesta halten und Tequila trinken, wo vor lauter Müßiggang aller Laster Anfang kein Ende findet, da soll es meinetwegen möglich sein, daß die Weiberleut’ vor lauter Verbitterung über ihre endlose Plackerei so weit gesunken sind, daß sie Sexsklavenhandel betreiben, aber eines ist klar, von sich aus täten sie das nie, das ist nicht ihre Natur, das sind diese Drogenbanden, diese Machos, das Wort kommt sowieso von dort her, oder?, die sich auf offener Straße und sogar in der Kirche gegenseitig niederschießen und abstechen und gotteslästerliche Teufelsrituale abhalten, wo sie einem die Haut bei lebendigem Leib abziehen, dieses verkommene Pack ist da dahinter, die, wo ihre Vorfahren den Leuten das Herz aus der Brust geschnitten haben für ihre blutrünstigen Götzen, die haben solche Abscheulichkeiten wahrscheinlich im Blut.

Da muß ein anständiger Christ Mitleid mit den geschundenen Seelen haben und eine Kerze spenden oder eine Messe lesen lassen oder zumindest ein Bild zu der furchtbaren Geschichte dazutun, was zeigt, wer die wirklichen Sünder sind. Das braucht ja nicht gleich mehr als 1000 Worte sagen, aber groß genug soll es schon sein und klarmachen, wer da eigentlich wirklich hinter Gitter gehört, in Wirklichkeit.

Nicht lang herumgeredet, für sowas gibt es Agenturen. Also, da ist es, besser geht’s fast nicht. Ein Mann in Blue Jeans und Handschellen. Genauer: zu Fäusten geballte Männerhände in Handschellen, mit leicht verdreckten und zu lang nicht geschnittenen Fingernägeln, die Unterarme nackt, weil es ja heiß ist, die Hände auf dem Rücken, die Levi’s Jeans als Hintergrund für die gefesselten Fäuste. Und als Bildunterschrift: Zahlreiche Verhaftungen in Mexiko – ©Bilderbox

Wie aus dem Bilderbuch, halt. Als die Bilderbücher noch unqueer ungerecht sein durften.

In Mexiko herrscht seit Jahren ein blutiger Drogenkrieg. Nach Angaben von Behörden und Medien starben landesweit mehr als 41.000 Menschen, die meisten von ihnen im Norden des Landes. 2006 hatte Präsident Felipe Calderón eine groß angelegte Militäroffensive gegen die rivalisierenden Drogenbanden ausgerufen. In ihrem Verlauf starben hunderte Menschen.

Die atavistische vorarlbergerische Methode ist dem Bildungbürgerinnentum beides zu sehr. Außerdem geht das mit der schwachen verführbaren Frauenseele schon gar nicht auf die selbe Kuhhaut wie das unabhängige, eigenständige, selbstbestimmte, selbstbewußte, starke Frauenbild aus dem aktuellen Mädchenbilderbuch, das unbedingt auch Latina sein soll. Warum sollte die vor lauter selbstbestimmter freier Sexualität, gepaart mit dem Selbstbewußtsein zum Erobern von Männerdämonen, ich wollte sagen -domänen, ihr Empowerment nicht über die Rolle als Sexsklavinnenhändlerin für sich definieren. Und mit Fäusten, Hieb-, Stich- und Schußwaffen nicht mindestens genauso souverän umgehen können wie die Geschäftspartner? Wenn’s in Nigeria und in Weißrussland und sonstwo doch auch funktioniert, kann man darin aber schon gar nichts als pure Erfolge anarchischer Rollenbefreiung konstatieren.

Samt einem Überholen der in der Machorolle zurückfallenden posthegemonialen defensiv gewaltfetischisierenden Konstruktion von kompensatorischer Männlichkeit.

Ist auch nicht so leicht für Publizistik- und Gender Studies-Absolventinnen.

Vor allem, wenn sie sich dem Solidaritätskonflikt zwischen Po-no! und Po-no-na!, erst recht dem zwischen Por-no! und Por-no-na! und jetzt noch dem zwischen noch viel explosiveren genderanalytischen Inkompatibilitäten der Strategiebegründung ausgesetzt wissen. Nächstens läßt Emma sie keine Artikel mehr übernehmen!

Also läßt man zum Entsatz die 41.000 Gefallenen der Bandenkriege lieber weg, weil sich jeder Depp ausrechnen kann, daß 40.500 davon Männer sind, was wieder zu nichts als betroffenem Mitgefühl Anlaß geben könnte, das allein schon wegen der Zahlenrelation zu den 20 befreiten Mädchen der Sache der Frauen als primary victim nicht unbedingt dienliche Perspektiven instruiert. Zumal man kaum umhin käme, den beliebten survivor-Orden im direkten Vergleich mit den Massen von non-survivors in einem pittoresk zynischen Licht erscheinen zu lassen.

Und hunderte vom Militär getöteten “Menschen” sind zu 99 Prozent auch wieder keine Frauen. Scheiß drauf, das Deutschlandradio hat schon den letzten Satz vom zweiten Absatz gekappt, nicht nur den ganzen dritten! Was übrigens das Allerletze ist, das sind 48 unterschlagene weibliche Opfer! – Andererseits, rechnet man das Verhältnis von 59 verschwundenen Mädchen zu 530 verhafteten Händlerinnen in Ciudad Juarez auf die 48 hoch, kommt man auf nocheinmal 432 Händlerinnen ohne Binnen-I im Bundesstaat Chihuahua, die, soweit erkennbar, noch nicht verhaftet wurden, angenommen, die Frauenhandelsmafia ist regional organisiert.

Zusammenfassung

Im Überblick hätten wir (hochgerechnet):

Mädchen-händlerInnen Ciudad Juarez Chihuahua beide
weiblich 530 432 962
männlich 500 384 884
beide 1030 816 1846

Das entspricht einer Frauenquote im Mädchenhandel von 51,5 Prozent.

Ein schlagendes Beispiel, daß Gleichstellung keiner vorgeschriebenen Frauenquoten bedarf, sondern gesetzliche Gleichbehandlung und Marktkräfte Frauen genug Unterstützung bieten, um sogar stocktraditionelle Männerdomänen in der freien Wirtschaft zu erobern.


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