Unmenschlichkeit ist menschlich

Für einen drei Jahrzehnte zurückliegenden Massenmord in Guatemala hat die Staatsanwaltschaft für vier Ex-Militärs heute jeweils 12.060 Jahre Haft gefordert. Die Angeklagten waren laut Zeugenaussagen 1982 auf der Suche nach Guerilleros in das Dorf Las Dos Erres im nördlichen Department Peten eingedrungen. Dort sollen sie 201 Männer, Frauen und Kinder getötet und in einen Brunnen geworfen haben.

Manuel Vicente, verantwortlicher Staatsanwalt für Menschenrechte, forderte 30 Jahre Gefängnis für jeden einzelnen der 201 begangenen Morde. Zusätzlich forderte er weitere 30 Jahre Freiheitsstrafe in jedem einzelnen Fall wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (ORF)

Was für Abstrusitäten!

Hätten sie 201 Leute für Geld umgebracht, wäre es dann weniger unmenschlich oder sogar menschlich gewesen? Was soll das für eine haarsträubende Kategorie sein, die sie auf Deutsch mit “gegen die Menschlichkeit” übersetzen? Crimes against humanity heißt es auf Englisch, wie man zum Beispiel in der Washington Post nachlesen kann. Kann schon sein, daß der Begriff auch im Englischen die Menschlichkeit meint. Aber dann ist er eben von vorn herein nichts als peinlich und lächerlich vor lauter polemischen Furor.

Wäre er als “gegen die Menschheit” gemeint und übersetzt, könnte ich ihm noch was abgewinnen.

Beim nächsten Gedanken ist es schon wieder anders: Ein Massaker an Unbewaffneten oder überhaupt Wehrlosen ist ein Akt, der in gewissem Sinn gegen jede Menschenwürde und menschliche Ehre verstößt, während man eine Schlacht, die zur Schlächterei wird, auch als grausam und brutal empfindet, aber eben doch als einen zwar bis zur letzten Konsequenz geführten, aber im Prinzip freiwilligen und fairen Kampf ansehen kann. Warum das dann ein Massaker nicht als gegen die Menschlichkeit qualifizieren? Gegen das Menschsein als solches. Als Verhöhnung jeglichen Mitgefühls und jeglichen Sinnes für irgendeine Gerechtigkeit. Und deswegen gegen die Menschheit, weil es gegen die menschliche Natur begangen scheint.

Zivilisten zu überfallen, sie foltern, vergewaltigen, verstümmeln und dann am Ende zu erschießen, zu ertränken oder zu erschlagen, erscheint also zutiefst unmenschlich im Sinn von grausam und brutal, sowohl weil es sich um Zivilisten handelt, zu einem guten Teil sogar um Kinder, als auch, weil gezielt und massiv Angst und Schrecken verbreitet wurde.

Was aber wäre die Alternative, die man nicht als unmenschlich bezeichnen könnte? Die Leute ruhig und geordnet in einer Reihe aufstellen, niederknien lassen und mit Genickschüssen “hinrichten”, wie es dann heißt? So wie es die Chinesen im Stadium zur Abschreckung des Volkes mit allen möglichen zu Tode Verurteilten betreiben? Sie eine Grube ausheben lassen und dann mit Maschinenpistolensalven niedermähen, bis sich keiner mehr rührt? Wie es die SS in Rußland mit Juden und Kommunisten gemacht hat? Oder sie entkleiden lassen und ihnen vormachen, daß sie zur Entlausung geduscht werden, sie aber in Wirklichkeit mit Giftgas umzubringen? Es scheinen alles nur verschiedene Varianten von unmenschlich und menschenunwürdig zu sein.

Eine andere Variante: mit Flugzeugen über das Dorf fliegen und Napalmbomben abwerfen, die alles in Brand setzen, inklusive der Menschen, inklusive der Kinder? Wie die Amerikaner in Vietnam?  Oder: Ganze Städte in Brand bomben, sodaß zigtausende Zivilisten samt Tausenden von Kindern verbrennen und ersticken? Wie es die Allierten im zweiten Weltkrieg in Deutschland gemacht haben?

Alles das haben Menschen befohlen und ausgeführt und tun es auch heute zu einem gewissen Ausmaß, wie zum Beispiel die Amerikaner in Pakistan und Afghanistan, wenn sie Dronen schicken und regelmäßig Zivilisten und Kinder töten. Das tun noch gezielter die Taliban oder irakische Selbstmordattentäter vor Moscheen oder Polizeistationen.

Das haben die Serben vor 16 Jahren an 3000 muslimischen Buben und Männern verbrochen. Die Hutu in Ruanda vor 17 Jahren an 800.000 Tutsi und mit ihnen kooperierenden Hutu.

In der Fülle schon der angeführten Beispiele belegt sich der absolut menschliche Charakter des unmenschlichen Handelns. Unmenschlichkeit ist menschlich.

Dabei haben wir von den diversen afrikanischen Massakern am laufenden Band noch gar nicht gesprochen, von den Verstümmelungen und Vergewaltigungen auch nicht.

Kaum dreht man sich um, massakrieren irgendwelche ganz normale Unmenschen jeden, der ihnen ausgeliefert ist, bevor sie wieder aufhören und wie zuvor den Eindruck ganz normaler Menschen machen, nicht weniger überzeugend als alle anderen, genauso überzeugend wie davor.

Wenn wir wo zuhause sind, wo wir keine Gelegenheit zum Massakrieren geboten kriegen, pflegen wir uns mit Abscheu und Unglauben aufheulend zu entsetzen. Dabei haben wir nur Glück gehabt.

Morgen oder übermorgen ist der Bürgerkrieg bei uns ausgebrochen, und dann werden wir genauso abschlachten und massakrieren, bevor wir wieder zurückkehren in die Normalität derer, die andere wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 12.000 Jahren Kerker verdammen.


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