No, Thank YEU!

Selbst “die Presse” kann nicht umhin, die diktatorische Politik der Regierung als solche klarzustellen. Kann nicht mehr oder will nicht mehr umhin. Was weiß ich. Vielleicht haben sie auch wegen seines Urlaubs den Zensurredakteur umgehen können, der dafür angestellt ist, die Staats-, nein, Regierungstreue der Artikel zu garantieren. Vielleicht fühlen sie sich durch die englischen Politiker ermutigt, die von EU-Austritt sprechen. Vielleicht gibt es eine Ausstiegsfraktion unter einflußreichen Industriellen und Politikern hinter den Kulissen in verschiedenen Mitgliedsländern der EU, die den Putsch vorbereiten, um zu verhindern, daß sukzessive alle restnationalen Staaten in den Staatsbankrott kippen, wie jeder Depp voraussehen kann. Nicht umsonst schreiben sie:

Eurokrise beflügelt britische EU-Skeptiker

In Großbritannien formiert sich eine neue Parlamentariergruppe, die das Verhältnis Großbritanniens zur EU grundlegend reformieren will. Gelingt das nicht, sei auch ein Austritt kein Tabu mehr.

zeitgleich mit:

SuperMarkt: Der Ruf nach dem starken Mann

Braucht es eine koordinierte Fiskalpolitik, exekutiert von einem EU-Finanzminister? Ja. Wenn man das Problem zur Lösung machen will. Die Schweiz ist das beste Beispiel dafür, wie wichtig Steuerkonkurrenz ist.

und im Text dazu:

Am Ende steht der Zentralstaat

Man muss auch nicht unter galoppierender Paranoia leiden, um zu sehen, wohin die Reise führen soll: Die vermeintlichen Verfechter eines starken Europa nutzen die Staatsschuldenkrise ungeniert dazu, ihren Zentralisierungsneigungen freien Lauf zu lassen. Insbesondere Frankreich und Deutschlandplädieren offen für eine gemeinsame europäische Wirtschaftsregierung unter ihrer Fuchtel. Am Ende sollen die „Vereinigten Staaten von Europa“ stehen, die von einer zentralen Planungsstelle aus das Leben am Alten Kontinent ordnen und lenken.

Der Eurogipfel

Ende vergangenen Monats war vermutlich der entscheidende Schritt in diese Richtung. Mit dem Beschluss, dass neben der Europäischen Zentralbank auch der Rettungsfonds Anleihen verschuldeter Staaten aufkaufen darf, wurde die Eurozone zur Haftungsunion. Mit welcher politischen Legitimation? Mit keiner. Der österreichische Bundeskanzler versucht nicht einmal, seinen Bürgern zu erklären, warum dieser Schritt aus seiner Sicht notwendig war und wieso die Bürger dieses Landes in letzter Konsequenz die Kosten jahrelanger griechischer Misswirtschaft zu tragen haben werden. Genau dieser politische Autismus ist es, der die Menschen den Europa-Gegnern in die Arme treibt.

Das sind starke Worte. Für “die Presse” wie für die Presse bei uns. Das schreiben sonst nur rechtspopulistische Haßblogger oder so. Sie haben den Artikel so schnell rausgestampft, ins Netz geschossen, meine ich, daß sie die von mir abgesetzten Zwischenüberschriften gar nicht als solche formatiert haben. Wochenendmentalität? Genußvoller ist mir die Unterstellung der Verstohlenheit, der Angst vor Entdeckung: Schnell, schnell, bevor einer Einspruch erhebt!

Das muß man sich einsickern lassen, also, sich Zeit zur Würdigung nehmen: Am Ende steht der Zentralstaat, fettgedruckt! Es ist jetzt nicht notwendig, ihnen die Naivität zu unterstellen – und die Anständigkleit – daß sie erst in den letzten Wochen draufgekommen sind, was für ein unsäglicher Coup d’Etat die EU-Abstimmung und die gesamte Propaganda, die sie positiv ausgehen ließ, und die gesamte Propaganda seitdem, in Worten und Werken war und ist. Das nicht. Dann müßten sie Idioten sein, intellektuell und sozial-emotional dazu. Das sind Journalisten nicht. Sie sind nur mehr oder weniger Opportunisten. Was soziale Intelligenz voraussetzt. Vielleicht haben sie auch subliminal gecheckt, daß Anders Breivik, hätte er eine Kofferbombe in einen Konferenzraum der norwegischen Regierung gestellt, in der Zukunft als der Stauffenberg des 1000-jährigen EU-Reiches verehrt worden wäre. Als der Stauffenberg 2.0, der aus den Fehlern der Anti-Hitler-Verschwörung gelernt hat. Denn es geht um das Zögern. Die Leute, für die Stauffenberg den Terroristen gespielt hat, waren mindestens 6 Jahre zu spät dran. Das ist ja das Tragische und das Bezeichnende, denn solange es danach aussah, als gewänne Deutschland den Krieg, hat keine Sau unter den Wählern und kein Ehrenmann unter den Offizieren und Kommandeuren es für moralisch gerechtfertigt gefunden, den Tyrannen und Volkstribun ins Jenseits zu sprengen. Die Terminfrage des Terrors ist die entscheidende Dimension für den politischen Erfolg und für die historische Relevanz. In diesem Sinn ist Breivnik zwar sehr viel unmoralischer als Stauffenberg, weil er eben die Unschuldigen an den Verhältnissen umgebracht hat statt der Schuldigen, wobei das auch schon nur sehr fuzzy gilt, denn die Offiziere waren zwar Kollaborateure, aber im Vergleich zu den Parteibonzen bestenfalls Mittäter, wenn nicht bloß Mitläufer. Ich weiß schon, daß das jetzt ziemlich zynisch klingt, aber die politische – historische, nicht aktuelle und nicht bloß konzeptionelle, Moral und Praxis – besteht darin, daß Terror ein unverzichtbares Mittel für den Erfolg darstellt. Wuff, wie bitte? Genau so! Israel, um den hanebüchenen Empörern den Wind aus den Segeln zu nehmen, verdankt seine Existenz als Staat dem systematischen Terror gegen Araber und Engländer.  Die Grande Nation feiert den Terror der Jakobiner, praktisch zurecht, als Nationalfeiertag und Geburtsstunde der bürgerlichen Gesellschaft samt ihrer Freiheit und Demokratie. Der Terrorist Jassir Arafat bekam den Friedensnobelpreis, und so weiter und so fort. Nicht zu vergessen Obama, den Kriegsherrn und betulich ergriffenen Fernsehzuschauer beim Terroranschlag auf Osama, den er befohlen hat. Bush, Blair und Co., sie alle sind Megaterroristen, und kein Schwanz außer eine paar eingeringelte unter den Indymediaautoren und dergleichen nennt sie so. Stalin, der mit Mao und weit vor Hitler um den ersten Platz in der Hierarchie der Topterroristen streitet, wenn man nachzählt und nachdenkt, war der Held von Sartre und de Beauvoir und Gleichgesinnten bis ca. 1975, als die Stalinisten und Maoisten an den Universitäten ihre Agitation wieder einstellten, weil die Kollegen das Interesse verloren hatten. Der Widerstand, diese zu anderen Zeiten ehrenhafte und ergreifende Mörderei und läppische Suizidalität, gegen die EU ist noch nicht lebensgefährlich und daher noch nicht ehrenhaft, aber auf dem Weg dazu. Es ist allein der nicht einmal bewußt konstellierte Konsens der Publizisten die Ursache, daß wir den Anschluß an die EU explizit nicht genauso bewerten wie den an das Deutsche Reich. Implizit und privat ist uns das aber halbverdaut halb klar, auch den Journalisten und Redakteuren. Aber genauso, wie im Dritten Reich Derartiges nur ganz wenigen ganz verdaut ganz klar war, wird es auch im EU-Reich, egal wie weit es als solches phänomenale und nicht nur strukturelle Gestalt annimmt, erst danach offensichtlich werden. Die arme Presse-Mannschaft braucht sich jetzt nicht zu Widerstandskämpfern ausgerufen vorkommen, sie wissen nicht mehr, was sie tun, als die Standard-Mannschaft, äh, -Menschenschaft oder die ORF-Menschenschaft. Von der Spiegel-Menschenschaft oder der der New York Times ganz zu schweigen. Die Politiker werden sowieso ihrer Empörung unmißverständlichen Ausdruck verleihen, wenn die Assistenten, äh, Assistentinnen und Assistenten, nicht schlafen. Immerhin grenzt der Artikel, jedenfalls die Kombination der beiden zitierten, an Obstruktion der Allparteienlinie. Der nächste Breivnik kann sich den Fjordman ersparen, es reicht “die Presse”. Was auch wieder seine subliminale oder rein intuitive Koinzidenz hat, weil es einen alten rechtspopulistischen Haßblogger weniger und einen neuen mehr gibt, wenn er tut, was er dieser Tage behauptet hat. Der Leser muß sich halt die Gewichtigkeiten der Ironie versus Naivität versus Dämlichkeit dieses Autors hier genauso selber zusammenreimen wie in der nicht dilettantischen Presse. Dekonstruktiv betrachtet kaskadieren die Subtexte überall gleich multipel und unbegrenzbar bezüglich der semantischen und damit auch politischen Horizonte.

Die zurecht oder paranoid ängstliche Gehetztheit der Presse-Schreiber ist aber unbeeinspruchbar evident. Genießen wir gemeinsam

Deutschlandplädieren

im Kontext von

Insbesondere Frankreich und […] offen für eine gemeinsame europäische Wirtschaftsregierung unter ihrer Fuchtel.

Um die Fuchtel geht es! Deutschland ist Deutschlandplädieren. Frankreich macht sich immer wichtig. Grande statt bloß nation. Das ist nur ein Automatismus. Aber Deutschland ist das Agens. Die Franzosen wollen grande sein als nation, punkt. Egal unter welchen Umständen. Aber Deutschland, das sich als Täternation mit Restitutionspflichtbewußtsein versteht, muß plädieren, muß um Anerkennung, um Entschuldigung, um Verzeihung bitten, werben, flehen, streiten. Aber einig sind sich die beiden: Sie wollen die Fuchtel schwingen. Denn die steht ihnen zu. Und was anderes können sie sich auch nicht vorstellen. Soll vielleicht England schon wieder …? Und die Kombination ist auch ideal. Deutschland Wirtschaftsmacht, Frankreich Atombomben.  Der Macho und die postsexuelle Muttifigur. Die klassische Konfiguration. Er macht ihr Komplimente, und sie läßt ihn machen. Da wird sie schon mal mutig. Und läßt die Attraktionen raushängen, daß sich die Eichhörnchen vor Scham in die Baumkronen flüchten. Die Engländer sind sowieso nur mehr eine Karikatur ihrer selbst. Jetzt haben sie noch oder schon nicht mehr ein ganzes Atom-U-Boot. Weil sie auf die Amerikaner zählen. Jetzt haben sie nicht mehr als den Gentleman-Code, der sie zu Lakaien ihres allseitigen kolonialen und aristokratischen schlechten Gewissens macht, die George Orwell als indigenen Propheten mißinterpretieren.

Wenn ein Machtvakuum entsteht, saugt es Fuchtelaspiranten an. Wenn ein Imperium ausgerufen wird, braucht es einen Imperator. Das haben sich die visionären Schüssels von hier und dort nicht rechtzeitig überlegt. Die Statthalter sind eben nur Statthalter. Und wenn es historisch zuginge, was es aber zwangsläufig tut, wenn auch undeklariert, kämpfen die Kandidaten in strategischen Koalitionen um die Vorherrschaft, bis sich einer durchsetzt – unter Duldung der anderen, bis auf Widerruf.

Die anderen heute sind aber die Bürger.

Und ich dulde kein Imperium, das mich nicht vorher gefragt hat, ob ich meine nationale Souveränität den politischen Nostalgisten und ökonomischen Profiteuren zuliebe aufgeben will. Ob ich die Demokratie Demokratie sein lasse und der paternalistischen Abgehobenheit autistischer Autokraten willen heim ins Reich will, das sie sich in ihrer vertrottelten Selbstgefälligkeit ausgemalt haben. Geht’s in Therapie, wenn’s mit der Realität nicht zurechtkommt’s, daß die Monarchie vorbei ist. Ich hab’ null Bedarf an Visionären – ich muß mich zurückhalten, nicht “selbsternannten” anzufügen – die mir als Propheten entgegentreten. Ihr seid peinliche Kasperl in meinen Augen, ihr seid nie etwas anderes gewesen als peinliche, dümmliche Hanswurste. Schießbudenfiguren, deren Plappereien unter meiner und jedes zurechnungsfähigen und halbwegs anständigen und gebildeten Anderen menschlichen und intellektuellen Würde angesiedelt sind. So weit darunter, daß ich mich genieren würde, irgendetwas, das ihr von euch gebt, anders zu behandeln als die Heurigenphilosophie von Jahrmarktschreiern oder Kleingartensiedlungsvereinsfunktionären.

Ja, “autistisch”, damit haben sie meine Sympathie erobert, die Pressener. Seit Jahr und Tag das zutreffendste und fundamentale Vokabel für die ungenierte Infamie der sich als Neoaristokraten mißverstehenden politischen Funktionäre und ihrer Genossen von der Spekulantenabteilung.

Werdet’s transsexuelle BiobäuerInnen oder feministische PornoproduzentInnen, wenn’s fuhrwerken wollt’s mit den Leuten, die von euch abhängig sind und euch im Selbstwertgefühl einer kulturellen Avantgarde suhlen. Oder HauptschullehrerInnen.

Aber schleicht’s euch aus den politischen Ämtern und aus der bürokratischen Hausmeisterei. Da gehören Leute hin, die weder den Hausverstand noch den Realitätssinn noch den Anstand verloren haben.

Daß der Autor sich als einer der “Vertreter dieser Zeitung” ausgibt, ist auch nicht ohne. Es ist eine demonstrative Behauptung der Souveränität des Volkes gegen die falsche Usurpation dieser Rolle durch politische Funktionäre und Unternehmerverbandsvertreter, der funktionalen Macht- und Einflußelite.

Daß er die pathetische Floskel von eingefleischten oder sonstwie fundamentalistischen, begrenzten Kosmopoliten unter dem biedermeierisch provinziellen und manipulativen Begriff “Europäer” bemüht, sowie daß er die Mythologie der heilenden Hände des Marktes in der Variation der Gruppenheilungsrituale strapaziert, ist schon gut so im Kontext. Erstens dokumentiert er damit die Selbstautorisierung zur Dissidenz, und zweitens verhindert er damit, in Umdrehung der Sequenz gesprochen, den möglichen Irrtum, meine Zitate aus seinem Artikel oder meine Position wären repräsentativ für eine umfassendere Einigkeit zwischen ihm – oder der Zeitung, die er zu vertreten angibt – und mir.

Er kann nichts dafür, und die Zeitung auch nicht, daß ich seinen Artikel zum Anlaß für die Veröffentlichkeit meines Angewidertseins von der eurischen Politik und deren Grundidee verwurste.


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