Linkskaputt und linkskrank

Man kann es so thematisieren wie “die Zeit” hier oder der Guardian hier und Daily Mail hier oder der Telegraph hier oder z. B. Folgendes über hier-bei-uns bemerken:

“Links” war einmal ein ehrbares Attribut. Als es noch bedeutete, dem Materialismus, der Profitgier und der Vereinnahmung der Gesellschaft und der Entfremdung des Menschseins durch die Logik des Kapitals Widerstand zu bieten und den Kampf anzusagen.

Das war in den 60er und den 70er Jahren.

Aber schon Anfang der 70er waren die politisch organisierten linken Studenten Apparatschiks.

Apparatschiks der KPÖ(*) die Mitglieder des KSV, und Parteizöglinge der SPÖ die Aktivisten des VSStÖ. Sie waren nicht “Links” im obigen Sinn verpflichtet, sondern letztlich und zuallererst ihren Parteien, d. h. den Pragmatikern der Machtpolitik, den Parteibonzen. Sie waren an der Leine ihrer Parteien, je nach Thema und Situation einer längeren oder kürzeren. Die KSVler waren die peinlichsten, stalinistisch rigide, unreflektierte Propagandisten, die Subjektivität, Selbstbewußtheit und Selbstkritik, kurz: eigenes Betrachten und Denken, gar nicht erst als relevant oder gar unabdingbar in Betracht zogen. Die Leine des VSStÖ war länger als die des KSV, aber im Konfliktfall mit der Parteilinie siegte nach einem gewissen Hin- und Her die Unterwerfung unter diese.

Auf der anderen Seite des linken Spektrums unter den Studenten standen die Gruppen des KB, der ML, und der GRM. Maoisten, Marxisten-Leninisten, Trotzkisten (wobei ich mich nicht mehr so genau erinnere, um sagen zu können, ob der KB maoistisch war, oder ob Maoisten und ML Untergruppierungen innerhalb des KB waren). Das waren die Revolutionäre, die anderen die Reformisten, als Revisionisten und als reaktionär beschimpft. Sie waren Apparatschiks ohne Apparat, orientiert an historischen Vorbildern und aktuellen Revolutionen und postrevolutionären Regimes, an der VR China, an Kambodscha, an Nordvietnam, an Kuba, an Nicaragua oder an der Sowjetunion von früher. Sie waren Dogmatiker und leidenschaftlich solche. Das Kapital und Maos Rotes Buch waren die Bibel und Gegenstand der Exegese so wie die Schriften von Engels, Lenin und Stalin, Trotzki, Rosa Luxemburg und der ganze Kanon des historischen Materialismus und Marxismus im weiteren Sinn.

Die marxistische und revolutionäre italienische Literatur, die französische und die der Frankfurter Schule dazu, jedenfalls für die Masse der Sympathisanten, der Studenten der Germanistik, Romanistik, Politologie, Soziologie, Geschichte, Psychologie und Philosophie. Die Anglistik deshalb nicht ausgeschlossen.

Die wirklichen und eigentlichen Feinde der linken Agitatoren und ihrer Anagitierten aber waren einerseits und zuerst der RFS, die Studentenvereinigung der FPÖ, und zweitens die “Yes”, die Studentenorganisation der ÖVP, die ursprünglich außer den Kartellverbänden gar keine eigene und eigentliche politische Studentenorganisation hatten, sondern erst 1972 oder 1973 zwecks Beteiligung an den ÖH-Wahlen gründeten. (Das alles frei nach Gedächtnis.)

Allen gemeinsam war der Kampf gegen die Hochschulhierarcheie, gegen die autoritäre Bürokratie, für die Selbstbestimmung der Studenten in hochschulpolitischen Fragen, für eine demokratisch organisierte Hochschulverwaltung, in der neben den Professoren auch den Assistenten und Studenten entsprechende demokratische Repräsentation zustehen sollte.

Was gibt es Edleres als den Kampf für Demokratie!

Zugleich waren die Gesellschaft insgesamt – das Establishment – und die Politik weltweit das Thema. Es ging um die Frage der sozialistischen oder kommunistischen Revolution, der im Westen und letztlich der weltweiten, der internationalen, so als stünde sie – geschichtlich – unmittelbar an oder bevor.

Die ideologischen Auseinandersetzungen drehten sich um die Frage, ob schon, oder wann und mit welchen Mitteln die Revolution anzugehen wäre. Sind die Verhältnisse für den bewaffneten Kampf reif? Ist er notwendig oder genügen friedliche Mittel?

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre trat die marxistische Flaute ein und in den 80er Jahren gab es nur mehr die grüne und selbsterfahrungsorientierte Alternativbewegung, die zwar politisch links stand, aber an Revolution keinen ernsthaften Gedanken mehr verschwendete. In der zweiten Hälfte der 80er hatte der Feminismus, das parasitäre Gewächs der antiautoritären und linken Bewegung, die autoritäre Diskurshoheit erjammert, und von da an gings bergab. In die Niederungen der sexualrassistischen Repression, in die Diktatur des Feminariats, die sich als natürliche Folge des ökonomisch entwurzelten Patriarchats mit seiner Ödipalität und Misandrie als revolutionäre Errungenschaft der sogenannten Frauenbewegung ausgeben ließ.

Da stehen wir heute, bis zum Hals im Sumpf des Feminarzißmus, des Femifaschismus, des Engelsschen Traums von der Zerstörung der Familie als Bedingung zur Befreiung der Frau vom parakapitalistischen Ausbeutungsverhältnis mit dem Mann als Parakapitalist und der Frau als Paraproletarier, eigentlich der vermeintlich letzten, vollendenden Stufe der sozialistischen Revolution.

Prost Mahlzeit! DDR 2.0 ist ein Hilfsausdruck. Die Singularität der Evolution – das ist die Realität.

Die Bolschewisten waren realistisch und – ja, leider – human genug, um das frauenbefreiende, ideologisch motivierte Experiment wieder abzublasen, als sie seiner inhumanen Folgen ansichtig wurden. Diesen Grad der Realitätsorientierung und Menschlichkeit haben wir nicht mehr im öffentlichen und politischen Radar und schon gar nicht mehr im kategorischen Imperativ. Wir sind regrediert auf das Niveau der Faustrechtlichkeit. Wir sind nämlich fortschrittlich. Fortschrittlicher als jemals irgendwer in der Geschichte. So fortschrittlich, daß uns Leid, Verzweiflung, Unglück, Resignation, Sprachlosigkeit nicht mehr tangieren, wenn sie nicht die herrschende Kaste betreffen.

Und die Kinder sind nun mal nicht an der Macht. Und die Väter schon gar nicht. Gott bewahre, Gott verhüte! Wo wir doch einander bewiesen haben, daß sie die Schuldigen an der Misere der Menschheit sind! Und der Schimpansenheit! Wenn nicht und wohl doch der Zwergschimpansenheit, die ja genauso von der Ausrottung bedroht ist.

Das ist ja offensichtlich. Der Mann ist nun mal ein tragischer Irrtum der Evolution. Das erkannten schon die Amazonen. Er tut systematisch obstinat nie, was die Frau von ihm erwartet. Wenn sie noch so unbefreit ist, überhaupt ertwas von ihm zu erwarten. Außer Obstruktion. Man kann auch aus der Menschheitsgeschichte lernen. Die Zeiten sind gottseidank vorbei, wo die Frauen ihn noch brauchten. Im Zeitalter der Spermienspender und der Implantationsbefruchtung ist er überflüssig geworden. Überwiegendenteils jedenfalls. Demnächst ganz, wenn die Biotechnologie die Umprogrammierung der adulten Stammzellen der Frau auf Spermien ermöglicht.

Good Bye, my friend and foe! The times, they are a-changing, wie man sagt.

Die Evolution läßt sich nicht aufhalten. Du hören? Du überflüssig geworden. Du anpassen und gehorchen, oder du ausradiert werden. Du haben Wahl. Du besser nachdenken, bevor zu spät sein.

Du verstehen? Du überflüssig! Kinder nix dich brauchen. Kinder nix dich haben gebraucht irgendwann. Frauen nur haben gemacht gute Miene zu böse Spiel. Deinige böse Spiel. Daß du gehen und verteidigen gegen Scheißmänner von andere Stamm. Daß du gehen und fangen Fische und jagen Wild für Frau und Kinder. Jetzt Essen kommen von Supermarkt. Jetzt Essen komen von Arbeit von Maschinen auf Feld. Nix gebraucht Mann für Bedienen von Armaturen. Nix gebraucht Mann für Bauen von Maschinen für Feld. Computer machen Steuerung, Maschinen bauen Maschinen, und Frauen können bedienen Computer genaus so gut wie Mann.

Andere Zeiten, du kapieren?

Maschinen machen, was Mann machen früher. Krieg? Scheiß auf Feinde. Dronen machen Feinde kaputt. Computer steuern Dronen. Frauen bedienen Computer. So sein Wirklichkeit.

Politik? Frauen machen Politik. Frauen sogar Verteidigungsminister! He? Du sehen jetzt, du nix gebraucht? Du sagen, Männer sein Soldaten? Na und. Bald nur mehr Maschinen machen Krieg. Dann Männer nix gebraucht mehr für Krieg.

Du sagen, Männer machen Microsoft und Apple und Google und Facebook und Twitter und alle neue Maschinen? Na und. Bald Maschinen machen neue Maschinen und Programme machen neue Programme. Du nur mehr Galgenfrist.

Du sagen, y-Gen verantwortlich für Evolution? Na und. Bald y-Gen eingebaut in Frauen. Für was haben Gen-Technologie? Für was haben Monsanto?

Du sagen, Evolution schon wissen, für was zwei Geschlechter? Evolution nix voraussehen Vibrator und Dildo und Homoehe und Gen-Technologie. Evolution dumm. Evolution primitiv. Evolution Scheißpatriarchat!

Nach dieser zugegebenermaßen etwas verkürzten und pointierten Subsummierung der aktuellen und “links” und eo ipso “fortschrittlich” und eo ipso “politisch korrekt” affirmierten dogmatischen Weltsicht und Anthropologie kann man den letzten Segen über die menschliche Art sprechen oder die Realsatire als Anlaß zur realen Revolution vermeinen.

(Exkurs: Mann kann also nicht nur verorten sondern auch versinnen.)

Man könnte natürlich auch offensiver vorgehen und sagen, daß die unkontrollierte weibliche Mentalität eine Intellektualität der konterintelligenten Art darstellt, wenn man ihre Produkte als Indikator nimmt. Aber das ist eine Geschmacksfrage.

Zur Thematik gehört, daß sich gyno-logisches Denken als konstitutiv für die sich selbst als “Linke”, und das heißt primär “alles andere als Rechte” verstehende Minderheit der die Mehrheit der Bürger bevormundenden, politisch den Diskurs beherrschenden Klasse der gehorsam, integrativ und solidarisch fundamentalistisch-feministischen Links-Mitte-Rechts-Parteien darstellt.

Einfacher: alle Parteien fügen sich der feministischen Diskurshoheit. Daher gibt es heute keine nichtfeministischen Parteien. Auch keine nichtfeministische staatliche oder gesellschaftliche Instanz, die wahrnehmbar am öffentlichen Diskurs teilnimmt.

Die sogenannten linken Parteien beanspruchen das Copyright für den Feminismus. Daher sind alle Parteien und der Staat und alle wahnehmbaren gesellschaftlichen Stimmen der “Linken” subservient.

In der mystifizierenden Semantik des Zeitgeistes heißt das: modern, zeitgemäß, von heute, fortschrittlich; in der logischen Folge: gerecht, menschenrechtsbewußt, anständig, akzeptabel.

Kein Wunder, denn die “Linke” ist ja im Kern “die Sozialdemokratie”. Und wer, um Gottes willen, wäre denn freiwillig unsozial und undemokratisch?

(Was auch nur einen Exkurs darstellt.)

Geht’s so weiter, waren die riots in England so wie die sonstwo nur ein passageres unbewußtes Aufbegehren. Gehts so nicht weiter, waren sie ein Schritt in der Entwicklung einer Revolution.

Aber was soll das schon heißen. Die Einordnung gesellschaftlicher Phänomene ist immer erst im Nachhinein ohne viel Widerspruch vertretbar.

Wenn die verwahrlosten Jugendlichen zeigen, daß sie verwahrlost sind, wie in England derzeit der Fall ist, kann man sich die Mühe machen, das Wesen der Verwahrlosung zur Kenntnis zu nehmen, oder nicht. Macht man sie sich, fällt einem, so man sich zuvor informiert hat, ein, daß es sich determinant um den Mangel an Autorität in der Erziehung, und mehr, der Sozialisation handelt, der Verwahrlosung bewirkt.

 Wart’ nur, bis der Papa heimkommt, ist das entscheidende Diktum zum Verständnis. Wenn es keinen heimkommenden Papa gibt, mit dessen Autorität die Mama drohen kann, fällt die moralische Erziehung der Kinder flach. Sei es, daß er nicht heimkommt, weil er da nichts verloren hat, der Arsch, oder weil er wichtigere Dinge im Kopf hat, wenn er doch einmal zuhause zu sehen ist, wie bei den sogenannten Wohlstandsverwahrlosten. Die Mama ist doch nicht blöd, daß sie sich den ständigen Autoritätskampf mit den Kindern antut. Sollen die Lehrer in der Schule sich um die moralische Erziehung der Kinder kümmern, die werden schließlich dafür bezahlt. Ihr reicht die Arbeit mit den ganzen Zores, zuhause will sie einen Frieden, und aus.

Das ist der Hintergrund, auf dem sämtliche empirische Studien zur Asozialität von Jugendlichen und Erwachsenen als einzigen stabilen Faktor der Korrelation die Abwesenheit des Vaters beim Aufwachsen herausfinden.

Da hilft keine “linke”, “gewaltfreie”, “antiautoritäre” oder feministische Ideologie. Mütter tun sich den Autoritätskampf mit den Kindern nicht an, wenn es nicht sein muß. Entweder sie verpflichten den Vater dazu oder sie verlangen es von außerfamiliären Instanzen, die ungeliebte, aufreibende Funktion zu erfüllen. Und solange und soweit die Normativität der Gesellschaft samt der sie manifestierenden staatlichen Instanzen und der öffentlichen Meinung ihnen die Entschlagung von der elterlichen Pflicht der moralischen Erziehng ihrer Kinder durchgehen lassen, ersparen sie sich deren Mühe. Da spielen sie lieber die beste Freundin der Tochter und die Vertraute des Sohnes.

Denn Autorität macht unbeliebt. Abgesehen davon, daß ihre Ausübung anstrengt. Endlos.

Und wer unbeliebt ist bei seinen Kindern, muß sich seine Selbstwertbestätigung woanders suchen, entweder bei anderen Erwachsenen, wo es viel, viel schwieriger und aufwendiger ist, oder gar in sich selbst und Gott gegenüber oder dem Gewissen oder der eigenen Überzeugung von Gut und Böse und Richtig und Falsch, für die man selber gradestehen muß gegenüber der Welt und dem Jenseits.

Gibt es nicht ein Frauenrecht auf ein positives Selbstwertgefühl? Eben!

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Abkürzungen:

KPÖ Kommunistische Partei Österreichs

KSV Kommunistischer Studentenverband

SPÖ Sozialistische Partei Österreichs

VSStÖ Verein Sozialistischer Studenten Österreichs

KB Kommunistischer Bund

ML Marxisten-Leninisten

GRM Gruppe Revolutionäre Trotzkisten

RSF Ring Freiheitlicher Studenten

FPÖ Freiheitliche Partei Österreichs

ÖVP Österreichische Volkspartei

ÖH Österreichische Hochschülerschaft


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