Sonderlohnrunde für privatangestellte Frauen

Zitate aus der Presse vom 7. 9. 2011

Extra-Erhöhungen: Löhne für Frauen sollen stärker steigen

Die Privatangestelltengewerkschaft prescht vor, um die Einkommenskluft zu den Männern zu schließen. Experten sind sicher, dass die Verfassung eine „positive Diskriminierung“ weiblicher Beschäftigter erlaubt.

Wien. Mit einer ungewöhnlichen Idee wartet die Privatangestelltengewerkschaft (GPA-DJP) vor dem Auftakt der heurigen Herbstlohnrunde auf. Weil die Einkommen der Frauen im Schnitt um 25 Prozent unter jenen der Männer liegen, soll es nun außertourliche Gehaltsrunden für Frauen geben, um die Kluft bei den Bezügen schrittweise zu schließen. Experten halten die Vorgangsweise für zulässig, die Wirtschaft äußert Skepsis.

Mit dem Plan zu Sonderlohnrunden für Frauen bei den Kollektivvertragsverhandlungen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter preschten GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian und Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein vor. „Die Zeit der Appelle ist vorbei“, betonte der Chef der GPA, die für einen Großteil der Privatwirtschaft am Verhandlungstisch sitzt. Laut Katzian könnte etwa vereinbart werden, dass zusätzlich zu den jährlichen Lohnrunden dreimal in zehn Jahren eine Extra-Erhöhung der Bezüge nur für weibliche Beschäftigte vereinbart wird. „Es geht nicht mehr darum, die Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen zu erklären, sondern sie zu beseitigen“, sagt Stein. Allerdings bremst sie die Erwartungen: „Was 100 Jahre nicht erledigt wurde, wird nicht von heute auf morgen gehen.“ Die Herbstlohnrunde beginnt am 22. September mit dem Treffen der Metaller.
Ist eine solche Bevorzugung weiblicher Arbeitnehmer zulässig?  Der Verfassungsexperte Theo Öhlinger und der renommierte Grazer Sozialrechtler Franz Marhold betonen auf Anfrage der „Presse“, dies wäre an sich erlaubt. Öhlinger verweist auf Artikel 7 Absatz 2 der Bundesverfassung, in dem sich Bund, Länder und Gemeinden zur tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann bekennen. Explizit heißt es dann: „Maßnahmen zur Förderung der faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern insbesondere durch Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten sind zulässig.“

Der Artikel 7 Absatz 2 der Bundesverfassung gehört ersatzlos gestrichen.

„Gleichstellung“ und „faktische Gleichstellung“ bedeuten einen normativ diktatorischen Vorgriff auf Ergebnisse, die aus einer freien Interaktion der gesellschaftlichen Kräfte und Akteure zu entstehen hätten/sollten/müßten. Das ist ein lupenreiner faschistischer bzw. totalitärer Ansatz. Der Staat beansprucht das Recht, die Gesellschaft in ein von ihm ideologisch und programmatisch favorisiertes Modell zu formen. Der Staat ist aber eben in der Demokratie nicht der Souverän und auch nicht der Vormund oder der Erzieher. Alles was ihm zusteht, ist die Gleichheit vor dem Gesetz und die bürgerlichen Freiheiten und Rechte wie Pflichten für alle unabhängig ihres Geschlechts und anderer Identitätskriterien zu garantieren. Er hat also für die Gleichbehandlung zu sorgen, für die Gleichheit von Chancen, aber nicht im geringsten obliegt es seiner Befugnis, darüber Autorität auszuüben, was die Bürger aus dieser Chancengleichheit machen, weder in Betrachtung des Individuums noch des Insgesamt einer nach einem Identitätsmerkmal klassifizierbaren Kategorie von Bürgern.

Der Begriff „Beseitigung tatsächlich bestehender Ungleichheiten“ geht ebenfalls von der demokratisch und rational inakzeptablen Voraussetzung aus, eine beliebige Ungleichheit in einer beliebigen Eigenschaft zwischen klassifizierbaren Kategorien von Bürgern sei ein Mißstand, den der Staat gefordert und befugt wäre, zu beenden. Selbstverständlich nicht, beides nicht. Ungleichheit zwischen Identitätsklassen ist kein Mißstand, sondern ein Zustand. Seine Bewertung nach erwünscht oder unerwünscht, gerecht oder ungerecht obliegt den Betroffenen und den Beobachtern, also der Gesellschaft.

Daraus kann sich über Politik der Konsens ergeben, z.B. Tariflöhne öffentlich unter Beteiligung des Staates auszuhandeln und ihre Einhaltung überwachen zu lassen, aber es ist nicht statthaft, über die damit hergestellte grundlegende Gleichbehandlung und Chancengleichheit bezüglich des Lohns hinaus, den Angestellten oder den Unternehmern zuzumuten, die je persönliche Ausgestaltung der Leistung der Arbeitstätigkeit nach individuellen und betrieblichen Interessen und Möglichkeiten finanziell nicht entsprechend zu vergüten. Wenn sich daraus Lohnunterschiede welcher Größe auch immer zwischen welchen Identitätsmerkmalsklassen auch immer ergeben, geht das den Staat nichts an und eine Ideologie von, Ungleichheit ist schlecht und muß beseitigt werden, hat nicht den geringsten Anspruch auf die Legitimierung zu Eingriffen.

Auch dann nicht, wenn sich ein Lohnunterschied von 50 Prozent zwischen Blonden und Nichtblonden, Protestanten und Nichtprotestanten, Vegetariern und Nichtvegetariern oder Männern und Frauen errechnen läßt.

Das gelte auch für Kollektivvertragspartner, so Öhlinger. Eine raschere Anhebung der Frauenlöhne wäre „quasi eine positive Diskriminierung“. Nachteile für bestimmte Gruppen dürften beseitigt werden.

Ja, brav, die richtigen Schlagwörter ausgespuckt, wie die Erstsemestrige in der IG Lesben-gegen-Antisemitismus-Faschismus-und-Patriarchat. Wie die letzte Tussi und der erste Ödiputer in der Sitzung der Vereinigung der Landschaftgärtnerinnen und -gärtner der Erlebnisregion Oberalmgau. ORF-Niveau eben, Presse-Niveau, Standard-Niveau. Sub-Boulevard, Sub-Boudoir, Sub-Pissoir.

Ein Wörterschlag gegen Restintelligenz und Restsinn, auf jeder Tupper-Party von Brüssel über Strasbourg bis St. Andrä-Wördern auszuteilen. Solidarische Demenz mit den vereinigten Sprechpuppen aller Regionen und Locations.

Ich bin echt froh, daß man das jetzt endgültig endlich auch mal sagen darf. Ich war nämlich immer schon der Meinung, daß nicht alles negativ zu sehen ist, was Diskriminierung heißt. Ich bin zum Beispiel für die positive Diskriminierung von Haschisch, denn ich finde auch, daß Nachteile für bestimmte Gruppen beseitigt werden dürfen.

Das mit diesem marktschreierisch plumpen Gegensatzpaar von Bevorzugung und Benachteiligung ist ja wirklich so was von out, da kann sich doch keiner mehr was Konkretes drunter vorstellen, oder! Wo wir doch im Zeitalter des Minuswachstums der Aufmerksamkeitsspanne leben. Da ist negative Entschleunigung und prägnante Verschleierung schon quasi eine diskursästhetische Krisenintervention, wenn nicht ein kompressives Laxativ. Das ergibt sich schon allein aus der globalen Terrorgefahr durch unkontrollierte Assoziationen. Da müssen eben alle die Ansprüche zurückschrauben und den Fokus enger stellen. Wer’s nicht bringt, sollte sich rechtzeitig Ritalin verschreiben lassen, das tunnelt evidenzbasiert.

Wo doch die heutige Jugend so schnell in Riots ausrastet oder den Straßenverkehr stört wegen ein paar leichtfertig verlautbarten Prozentsätzen zur positiven Diskriminierung der erwachsenen Berufstätigen. Man darf die soziale Unruhe nicht unterschätzen. Provokative Aussagen wie: „Oida, deine Cheffe dir zahlen 100 Euro weniger, weil du falsche Geschlecht!“ könnten krass genug sein, um auch bei uns, wo wir so gut dastehen und uns nicht schämen brauchen im Vergleich, die Autos brennen zu lassen.

Experte: „Halte nicht viel davon“

„Ich kann positive Aktionen setzen. Das wäre zulässig“, pflichtet Marhold bei. Es müsse der Nachweis erbracht werden, dass in einer Branche Lohnnachteile für Frauen bestehen.

Eben. Es heißt, den Nachweis erbringen. Nicht naseweis die Hände ringen. Und Lohnnachteile ist nicht das selbe wie durchschnittlich geringere Löhne, nicht einmal das selbe wie durch die Bank geringere Löhne. Nachteile erleiden oder benachteiligt werden, meint per Begriff ohne eigenes Verschulden, ohne eigene Verursachung. Und das wiederum ist nicht gleichbedeutend mit: Was können Frauen dafür, daß sie Alleinerzieherinnen sind und die Kinder spätestens um 6 abholen und davor noch in die Apotheke gehen müssen, während die Männer Überstunden schieben können! Es heißt auch nicht: Was können Frauen dafür, daß sie die Kinder kriegen und in Karenz gehen müssen und dann den Anschluß nicht so schnell wieder finden und außerdem weniger Joberfahrung und Fortbildung vorweisen können!

Zur Anwendung könne das bei den Ist-Löhnen kommen. Zugleich macht er auf ein Problem aufmerksam: Die Ist-Lohn-Erhöhung gilt für Branchen. Dabei könnte es sein, dass in einzelnen Betrieben bereits eine Gleichstellung bei den Bezügen von Männern und Frauen gegeben sei.

Dazu siehe unten.

Dann würden Männer durch eine Extra-Anhebung der Frauenlöhne diskriminiert. Daher müssten Ausnahmen eingebaut werden.

Um es vorwegzunehmen bzw. zu wiederholen: Die Männer wurden in so einem Fall bereits diskriminiert. Was zur Forderung Anlaß gibt, diese Diskriminierung wieder rückgängig zu machen, durchaus rückwirkend. Die geschlechtsbezogene statt leistungsabhängige Anhebung ist eben nun mal per definitionem „Diskriminierung“ ohne wenn und aber. Den Hinweis auf den Zynismus, die Bevorzugung von Frauen „positive Diskriminierung“ zu nennen, was ohne das zweite Fremdwort „positive Benachteiligung“ heißt, wenn man, wie es üblich geworden ist, nicht die korrekte Übersetzung Unterscheidung verwendet sondern Benachteiligung, kann man ganz nüchtern konstatieren. Was es für ein öffentliches Klima ist, in dem Männer so veräppelt werden können, ohne daß sie sich dagegen verwehren, kann man sich am besten veranschaulichen, wenn man sich die geschlechterverkehrte Begriffsverdrehung vorstellt und sich dann fragt, ob diese vergleichbar widerspruchslos hingenommen würde.

Marhold hat allgemein massive Bedenken: „Ich halte nicht wahnsinnig viel davon.“ Es werde „Abwehrreaktionen“ geben: „Ich meine, dass das für Frauen kontraproduktiv ist.“

Es liegt der Verdacht nahe, daß er nicht die Abwehrreakteure meint, die ich und andere Männer, die sich langfristig mit der systematischen Misandrie der Gesellschaft und Politik befaßt haben, ihm gerne unterstellen würden, sondern die Unternehmer. Vielleicht unterschätze ich auch sein Einfühlungsvermögen in das eigene Geschlecht und sein Mitgefühl mit diesem. Den Anstand und die Zivilcourage, sich offen dahingehend zu äußern, bringt er jedenfalls im Interview nicht auf.

Man kann an dieser Stelle pars pro toto die Tabuisierung von Mitgefühl und Parteinahme für Männer in diesen Zeiten zur Aufmerksamkeit bringen. Für die Leser, denen in der gegenwärtigen Herrschaft des feministischen Fundamentalismus das Zusammendenken von „Mitgefühl“ und „Männer“ die diskurshoheitlich induzierte kognitive Dissonanz verursacht, ein zweiter Ansatz der Formulierung: Gemeint ist die Tabuisierung von Solidarität mit von Ungerechtigkeit betroffenen Männern.

Mit einfühlungsmächtigem Verstand, mit zusätzlichem Anstand und ohne Defensivität gesprochen, hätte einer etwas sagen können wie: Die Männer werden sich eine derartige provokante Ungerechtigkeit nicht einfach passiv zumuten lassen, sondern sich dagegen wehren. Wenn sie politisch und offen damit nicht Gehör finden, werden sie versuchen, die Benachteiligung im Betriebsalltag auszugleichen. Etwa, indem sie die zu Unrecht hypertroph beschworenen „Männerseilschaften“ und „Männerrunden“ in dieser oder jener Form etablieren und gezielte Ausgrenzung und Sabotage von Frauen im innerbetrieblichen Konkurrenzkampf um Anerkennung, Status und Aufstieg informell institutionalisieren. Die Betriebsleitungen werden damit ebenso informell kooperieren, weil es ihnen um maximale Leistung und die dafür notwendigen Anreize und Belohnungen geht. Der Gesamteffekt der Bevorzugung bezüglich des Grundlohns wird für die Frauen dadurch kontraproduktiv ausfallen. Es wird ihnen ein deutlich eisigerer Wind um die Nase wehen, und die Männer werden sie unabhängig von ihrem Verhalten als unfaire Konkurrenten behandeln.

In der Wirtschaftskammer äußert Elisabeth Zehetner, Geschäftsführerin der „Frau in der Wirtschaft“, im „Presse“-Gespräch wie Marhold viel Skepsis: „Ich kann es mir rein praktisch nicht vorstellen.“ Es gebe Betriebe, in denen die Gleichstellung erfüllt sei. „Man kann nicht generell sagen, dass jede Frau weniger verdient.“

Welche Betriebe haben welche Maßnahmen durchgeführt, die belegen, daß es ursprünglich eine Ungleichstellung willkürlicher Art gab, die nun nicht mehr stattfindet, wäre nachzuweisen. Ansonsten heißt das nichts, als daß sich einige Betriebe dem angedrohten politischen Diktat vorauseilend gehorsam erwiesen und damit willkürliche Benachteiligungen für Männer eingeführt haben.

Ministerin begrüßt neuen Weg

Was für ein erbärmlicher Euphemismus: der neue Weg. Der Weg der Diktatur, der Weg des Totalitarismus, der Weg des Sexualrassismus, der Weg in die Geschlechtskastenordnung ist es.

Der alte Weg, den die Gesellschaften immer wieder gehen und immer schon gingen, nur in einem neuen Kostüm. Der Weg der Dekadenz und Destruktion der Demokratie und ihrer Prinzipien der Freiheit und Gleichheit.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek  (SPÖ) begrüßt, dass die Gewerkschaft in der Kollektivvertragspolitik neue Wege andenkt: „Es ist ein Ansatz, der durchaus positiv zu sehen ist und den sich die Sozialpartner im Detail anschauen sollten. Alles, was dazu dient, Einkommensunterschiede zu bekämpfen und Benachteiligungen von Frauen abzubauen, ist zu begrüßen.“

Nein, selbstverständlich nicht. In Frage kämen nur Einkommensunterschiede, die auf nachgewiesener willkürlicher geringerer Bezahlung wegen des Identitätsmerkmals Geschlechts beruhen würden, nicht dagegen solche, die auf der geschlechtsspezifischen Präferenz in Berufslebensgestaltung und Arbeitsethos beruhen. Beispiele sind Karenzzeiten und Teilzeitarbeit bzw. weniger Überstunden und allgemein weniger Extra-Einsatz und Ehrgeiz, weil dem Privatleben und der Familie mehr Gewicht gegeben wird. Ein anderes Beispiel ist der Umstand, daß Frauen in verhandelbaren Verträgen streßfreiere Bedingungen und indirekte Leistungen und Annehmlichkeiten bei einem geringeren Gehalt vorziehen, während Männer auf die Gehaltshöhe den größeren Wert legen. Diese Differenzen ergeben sich aus der geschlechtsspezifischen Aufgaben und Interessen, sobald es um Familiengründung geht und von vornherein in der biographischen Ausrichtung darauf.

Zugleich ist es für sie entscheidend, der schlechteren Bewertung von Frauenjobs generell zu begegnen, etwa durch Diskussion der unterschiedlichen Mindestlöhne in den diversen Branchen.

Eine schlechtere „Bewertung“ von „Frauenjobs“ ist ein ideologisches Diktum, weil es impliziert, daß der Umstand der überwiegenden Vertretung des weiblichen Geschlechts die Ursache dafür darstellt. Als ob entweder die Gesellschaft oder der Arbeitsmarkt Arbeitsplätze geringer „bewertete“, wenn sie vorwiegend von Frauen angenommen werden, oder dies ohne berechtigten Grund vor sich ginge. Wobei unausgesprochen beklagt wird, der Grund sei die fiktive „Diskriminierung“ des weiblichen Geschlechts.

Was, zum Kuckuck, soll überhaupt mit „Bewertung“ ausgedrückt werden? Mir fallen zumindest zwei Möglichkeiten ein, die eine das Ansehen eines Berufsstandes oder einer Berufstätigkeit in der Gesellschaft, die andere die Bezahlung. Interessant ist die Formulierung „Frauenjobs“ statt der denkbaren „Frauenberufe“. Wenn es sowieso nur Jobs sind, die man annimmt, statt eines Berufs, den man ausübt, wäre eine Antwort schon darin gegeben. Einen Job kann mehr oder weniger jeder, der halbwegs gesund und bei Sinnen ist, erledigen. Für einen Beruf bedarf es dagegen einer Begabung, eines Interesses und sowohl einer Ausbildung als auch kontinuierlicher Fortbildung. Erst auf dieser Grundlage spielt dann das Engagement, der Einsatz und der Ehrgeiz eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Gehalts. Jobs werden daher sowohl vom Ansehen oder dem Status, den sie mit sich bringen, geringer bewertet, als auch in den meisten Fällen von der Bezahlung. Wobei es allerdings eine Menge Jobs gibt, in denen man bei entsprechendem Einsatz sehr viel mehr verdienen kann als in vielen Berufen. Heurigenkellnerin wäre so etwas. Ein ausgesprochener Frauenjob. Oder Prostituierte.

Läßt man die begriffliche Differenzierung beiseite, ist die Generalisierung von geringerer Bezahlung der Berufstätigkeit von Frauen innerhalb oder außerhalb sogenannter Frauenberufe müßig.

Sozialarbeiterinnen verdienen nicht weniger als Installateurmeister, weil sie Frauen sind, sondern deshalb, weil sie auf Ämtern arbeiten statt in der privaten Wirtschaft und sowieso genau so viel wie ihre inzwischen seltenen männlichen Kollegen. Psychotherapeuten sind zu 80 Prozent Psychotherapeutinnen und verdienen je nach unternehmerischer Tüchtigkeit oder staatlicher oder institutioneller Anstellung mehr oder weniger als Fliesenleger, aber nicht abhängig von ihrem Geschlecht. Kinderärztinnen verdienen nicht weniger als Kinderärzte, wenn sie gleich viel arbeiten, auch wenn es viel mehr von ihnen gibt, aber mehr als Krankenschwestern und die viel selteneren Krankenpfleger, deren Gehalt sich auch nur dann unterscheidet, wenn sie unterschiedlich viele Nachtdienste machen oder zusätzliche Qualifikationen erwerben. Putzfrauen verdienen weniger als Rechtsanwälte, aber nicht deshalb, weil es so gut wie keine Putzmänner gibt, sondern höchstens Kleinunternehmer zur Gebäudereinigung, sondern weil sie keine vergleichbare Qualifikation brauchen und zusätzlich eine massive Konkurrenz an Osteuropäerinnen die Löhne gering hält. Bauhilfsarbeiter verdienen weniger als Volksschullehrerinnen, jedenfalls, wenn man Stundenzahlen, Ferienzeiten und pragmatisierte Anstellungsverhältnisse als Bezahlung und Bewertung im weiteren Sinn berücksichtigt, aber der Grund ist nicht ihr Geschlecht, bei beiden nicht.

Phänomene, daß Männer am Bau oder bei der Müllabfuhr und Frauen beim Heurigen oder im Kindergarten so gut wie ausschließlich vertreten sind, und Korrelationen mit der Bezahlung lassen sich nicht nach einem Kausalitätsmodell von „Geschlechtsdominanz verursacht Lohnniveau“ erklären. Egal welche Berufe oder Berufstätigkeiten man einander gegenüberstellt.

Auch der Rückgriff auf anthropologische und ethnologische Forschungen und die üblichen Deutungen, daß Tätigkeiten von Männern ein höheres gesellschaftliches Ansehen entgegengebracht wird als denen von Frauen, wobei eine strikte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung die vorzivilisatorische und frühen zivilisatorischen Stufen der Gesellschaften kennzeichnet bzw. umgekehrt, daß Männer sich auf die Tätigkeiten stürzen, die ein höheres Prestige haben, bringt nicht den geringsten Erkenntnisgewinn für die aktuelle Arbeitswelt und Gesellschaft. Kulturevolutionäre Aspekte sind zwar durchaus relevant, aber verblassen zu einem signifikanten Grad aufgrund der weitgehenden und täglich weiter gehenden Auflösung geschlechtsspezifischer Arbeitsbereiche einerseits bzw. des rapiden Neuformens solcher Distinktionen andererseits.

Wenn, dann ist ein Verstehen am ehesten mit gesundem Menschenverstand möglich.

Daß sich aus dessen Gebrauch aber keine „frauenpolitischen“ Forderungen und Förderprogramme und Subventionen und Projekte und Studien mit Verträgen und Jobs für XX-Chromosomenbesitzer zaubern lassen, motiviert diejenigen, die in der egozentrischen Propaganda eine selbstwertgefühlsstimulierende Opfer- und Heldinnenidentifikation und dazu eine materiell einträgliche Nische gefunden haben, zur Perpetuierung der vertrauten Weltgeschichtsverschwörungstheorien und dem heroischen Kampf gegen die zivilisatorische Geißel, welche die perfiden und mitleidlosen Verschwörer über die demütig leidende Hälfte der Menschheit brachten und geschätzte 100 bis 200 Jahre weiter schütteln werden.

Wenn man davon ausgeht, daß die Qualifikations- und Leistungsanforderungen sowie das Verhältnis von Angebot und Nachfrage den Preis der Arbeit bestimmt, dann wären beide Komponenten zu analysieren, um überhaupt feststellen zu können, weshalb Männer in „Frauenjobs“ unterrepräsentiert sind, und Frauen in „Männerjobs“, und wie es im Vergleich mit beiden phänomenalen Kategorien bezüglich der sogenannten Bewertung steht. Ein von vornherein erhobener Generalverdacht von ungerechter, vorurteilsbegründeter und gar „frauenfeindlicher“ Bewertung ist bloße strategische Ideologie von sogenannten Frauenpolitikerinnen, die die Welt durch die Linse des Feminismus betrachten und in dessen Grammatik beschreiben. Der Zweck ist die Zuweisung des Status des Opfers von Benachteiligung und daraus die moralische Erpressung zu Wiedergutmachung in Form von unverdienten Vergünstigungen und Bevorzugung gegenüber Männern. Das beste Beispiel aus der jüngeren Politik ist die Forderung und diktatorische Durchsetzung von Frauenquoten in Aufsichtsräten.

Aus dem Datum von Lohnvergleichen zwischen „Frauenjobs“ und „Männerjobs“ politischen Interventionsbedarf zu postulieren, ist daher per se unbegründet und willkürlich.

Heinisch-Hosek wird am 3. Oktober einen Lohnrechner als Online-Tool präsentieren: Auf Basis von Alter, Erfahrung und Branche wird ein Richtwert ermittelt, um Löhne leichter vergleichen zu können.

Was den sogenannten Lohnrechner angeht, ist er ein Instrument der politischen Agitation, intendiert für und zu nichts anderem zu gebrauchen als die Aufhetzung der Klientel und der öffentlichen Meinung, staatliche Interventionen zur „Gleichstellung“ zu verlangen und zu akzeptieren. Alter, Erfahrung und Branche sind bei weitem unzulängliche Kriterien, um die Begründung oder Berechtigung von Lohnansprüchen darzustellen. Vielleicht im 19. Jahrhundert oder noch früher als grobe Annäherung geeignet, aber nicht im geringsten heute, wo das Senioritätsprinzip zu einem großen Teil eher negative als positive Effekte auf die Produktivität zeitigt und dezidiert als Klotz am Bein gewertet wird. Von der Beamtenschaft abgesehen, aber auch da geht der Trend in die Gegenrichtung.

Ein gutes Beispiel für die schnelle Veränderung der geschlechterspezifischen Attraktiuvität von Berufen ist die Psychotherapie. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts noch überwiegend ein „Männerberuf“, schreien heute die männlichen Klienten und daher die Institutionen nach Männern, die nur mehr 20 Prozent oder weniger der Ausbildungskandidaten stellen. Ein anderes und relevanteres ist die als solche nicht ernsthaft genug zu problematisierende Flucht/Vertreibung der Männer aus den Lehrerberufen, am dramatischsten zu beobachten in der Volksschule (Grundschule für Deutschdeutsche), aber in ähnlicher Dramatik auch in den späteren Schulstufen. Von männlichen Kindergärtnern ganz zu schweigen. An die denkt man nur mehr als sexuelle Kindesmißbraucher. Als sexuelle Raubtiere, um den inzwischen gebräuchlichen englischen Begriff „sexual predators“ zu übersetzen.

Nomen est omen, im Begriff liegt das Begreifen angelegt. Obwohl in allen Formen von Mißbrauch von Kindern durch Erwachsene, von der Gewalttätigkeit und dem Mord, bei denen die Frauen unangefochten führen, bis zum sexuellen Kindesmißbrauch, wo die Frauen mit etwa 30 Prozent im Hintertreffen liegen, beide Geschlechter substanziell vertreten sind, hat sich ein Mythos gebildet, in dem Männer die Täter und Frauen-und-Kinder die Opfer sind. Der wird mit Begeisterung und Inbrunst von beiden Geschlechtern in der Öffentlichkeit vertreten und zur Grundlage von Gesetzeswerken, die massive Amputationen der Rechtsstaatlichkeit im allgemeinen und speziell des gerichtlichen Ethos der Unschuldsvermutung für den Angeklagten und der Schuldbeweispflichtigkeit der Anklagevertretung beinhalten, wie ein Blick auf die amerikanischen und andere englischsprachige Verhältnisse erweist. Tiere und noch dazu Raubtiere haben kein Recht auf menschenwürdige und respektvolle Behandlung.

Damit im engsten Zusammenhang steht die amerikanische und davon ausgehend englischsprachige Entwicklung statt von Männern und Frauen, Buben (deutschdeutsch: Jungen) und Mädchen zu sprechen, males und females sich als Terminologie eingebürgert haben, also im wesentlichen das, was im Deutschen als Männchen und Weibchen bezüglich Tieren in Gebrauch ist.

Daß analog dazu der bestsellernde Primatenforscher Frans de Waal in der deutschen Übersetzung von Schimpansenmännern und -frauen spricht, paßt in das Bild.

Auch der lange schon zu beobachtende Gebrauch des Begriffs „Amazonen“ als bewundernde und hochachtungsvolle Charakterisierung für Frauen, die ein paar Milimeter ausscheren aus der mystique der ängstlich-empfindsam-verletzlich-zerbrechlich-romantischen Version des Homo Sapiens weist in die selbe Richtung der unausgesprochenen Charakterisierung des Menschen als naturgegeben brutal, grausam, mitleidlos und egoistisch, also eigentlich bar dessen, was als menschlich im Unterschied zu tierisch geläufig war und in Begriffen wie „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ noch immer gleichzeitig ausgedrückt wird.

In einem etwas brüsken Sprung weiter gesprochen: Diese als Neo-Viktorianismus einerseits und als Neo-Paganismus andererseits zu begreifende konzeptionelle Mode unserer Epoche der angeblichen Enttabuisierung ist längst übergegangen in die Re-Tabuisierung der biologisch und evolutionär begründeten instinktiven und archaischen seelischen Motive und Motivationen, der Emotive und Emotionen fundamentaler Natur.

Das Geschlechterverhältnis, die Sexualität als Begehren, Lust und Fortpflanzung, genauer als Begehren zur und Lust an der Fortpflanzung ist der daimon, den wir beschwören und verdammen, suchen und zurückweisen, als wäre er uns untragbar und unverzichtbar im gleichen Atemzug. Das fundamentalste Werk zur Geschlechterpsychologie, die Genesis Kap. 3, gibt darüber eine lakonische Auskunft. Die Frau begehrt den Mann, trotz der Schmerzen der Geburt, die er ihr verursacht. Der Mann herrscht über die Frau, trotz der Verführbarkeit durch ihren manipulativen Zauber.

Die Abwehr dieser archaischen und nicht hintergehbaren Bezüglichkeit beschäftigt uns in der Moderne fanatisch und exzessiv. In der Postmoderne schon hinter dem Schleier der Verleugnung des Offensichtlichen. Wir leugnen den Eros mittels der Pornographie, im brachialen Exhibitionismus und im industrialisierten Voyeurismus, in der Legitimation der Perversion und in der Illegitimation der sexuellen Authentizität.

Was für eine Niederlage wäre es, die Natur der Geschlechter zu begrüßen statt zu bekämpfen! Was für eine Niederlage? Die des Übermenschen, des Herrn über eben seine Natur, nichts weiter. Der Illusion des Übermenschentums als Potenzial und als Fabrikation. Nietsche war ein Illusionär wie seine ganze Generation, wie die sie vorbereitenden und sie nachbereitenden. Hitler war ihr Praktiker. Der Showdown in zwei Akten, im projektiven und projizierten Rehearsal der Shoa und im authentischen der grandiosen Niederlage des 1000-jährigen Reiches.

Wie wir ihn fürchten, den Protagonisten der Desillusionierung, wie er nur in den inspiriertesten Büchern steht. Wir fürchten die Moral von der Geschicht’. Ein mittelmäßiger Laiendarsteller als Held eines Weltdramas ohne Grenzen und Skrupel? Ein schlimmerer Alptraum wäre nicht einmal Goya darstellbar gewesen. Die Banalität des Bösen, das als Erlöser des Guten ausgezogen und als biedermeierischer Bankrotteur entlarvt endete.

Aber es war der Mythos, der sich mithilfe des von ihm besessenen Idealisten und Romantikers manifestierte, das allen Lebenden und Toten ein Licht aufgehen konnte. Die Übermacht des Mythos über den Geist, der keinen Halt in der Urgründung des Ewigen sucht sondern in der Grundlosigkeit der Aktualität.

Die zukünftige Lehre aus unserer Epoche des Sexualrassismus wird die Erkenntnis sein, daß der Natur nicht zu entrinnen ist, daß das Leben seine Autorität nicht auf dem Altar der Selbstgefälligkeit opfert. Die unkomplizierte und unexotische Einsicht, daß 7 Millionen Jahre Evolution nicht auf 70 Jahre rapunzeligen Tobsuchtsanfall reagieren.

Auch nicht auf 700 oder 7000 oder 70 000.

Was wäre es auch für eine Evolution, die mit ein paar Prozent oder Promille Desorientierung auszuhebeln wäre?

Wollen wir unseren Enkel und Urenkeln Gutes tun, lachen wir nicht nur über den Feminismus und den Kapitalismus, seinen bio-dad, sondern auch über seine Mutter, die Selbstgefälligkeit. Daß er uns politisch, kulturell, sozial, psychisch und vital umbringt, ist deswegen nicht negiert oder derealisiert.

Die Shoa und der Fall des Dritten Reiches haben als eines ihres vielfachen Guten die Erkenntnis, daß die Extermination lückenloser Art nicht so leicht ist, auch beim größten Ehrgeiz ihrer Betreiber nicht.

Darin liegt ja die Größe des Lebens, dem wir niemals entkommen, solange wir nicht Jesus oder Buddha gebührend ernstnehmen: Es ist über unser individuelles Leben und unseren Tod, unser Schicksal und unser Streben a priori erhaben.

Gottseidank, ist zu vermerken. Stell dir vor, die Selbstgefälligkeit einer Frauenministerin oder einer Hysterikerin mit ihren „Schoßgebeten“ könnte dem Leben ein Haar krümmen!

Ich will ja nicht schon wieder sagen, was wäre es denn für ein Leben …

Es gibt also Grund zur flammenden Empörung und unversöhnlichen Negation des Bösen, ob in der Gestalt des Weltkriegslüsternen oder des Ehekriegslüsternen, aber es gibt keinen Grund zur Beunruhigung über das Epochale und Aktuelle hinaus.


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