Sein Geschlecht kann man tauschen, liebe Kinder!

Die Blaue Narzisse schreibt:

Gender-Mainstreaming: Lehrerin lässt Schüler das Geschlecht tauschen

An einem Wiener Gymnasium hat eine Lehrerin ihre Schüler verkleidet zur Zeugnisausgabe kommen lassen. Die Kinder sollten die Kleidung des jeweils anderen Geschlechts anlegen, wie die österreichische Kronen-Zeitung berichtet. Die Lehrerin habe den Schülern nach eigener Auskunft auf diese Weise zeigen wollen, dass man sein Geschlecht tauschen kann.

Der Artikel in der Kronenzeitung ist – ohne Hinweis – nicht mehr abrufbar.

Dafür gibt es im Forum der deutschen Emma einen Strang zum Thema. Darin hat jemand aus Googles Cache den Artikel doch noch ausgegraben:

Wäre es ein Sketch aus einer englischen Comedy-Serie – man könnte ja lachen. Doch was sich an einem Wiener Gymnasium abgespielt haben dürfte, sorgt für Kopfschütteln: Dort soll – wie erst jetzt bekannt wurde – eine Professorin von ihren Schülern gefordert haben, dass Buben als Mädchen und Mädchen als Buben verkleidet ihr Zeugnis abholen.
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“Wir haben uns so geniert”, gesteht einer der Buben aus der Klasse der betreffenden Zeichenprofessorin. Im Kleidchen seiner Schwester pilgerte der Elfjährige zur Zeugnisverteilung. Dort soll ihm die Pädagogin mit dem seltsamen Erziehungsverständnis sogleich einen Mädchennamen verpasst haben. “Damit ihr seht, dass man das Geschlecht auch tauschen kann”, habe die Lehrerin gemeint.
“Wir sind angestarrt und verspottet worden”

Für die ihr anvertrauten Kinder war der Rollentausch aber alles andere als lustig. Denn vor allem die Buben schämten sich in Grund und Boden, mussten sie doch als Mädchen per Bim und U- Bahn zur Schule fahren. “Wir sind angestarrt und verspottet worden”, schilderte aber auch eine Schülerin, die als Bursche gekleidet in die Schule musste. Die Direktorin der Schule zu dem Vorfall an ihrem Bildungsinstitut: “Ich weiß von nichts.”
FPÖ erwägt Anzeige

Weil sich die Pädagogin “offenbar der seelischen Schäden an ihren Kindern nicht bewusst ist”, hat sich FPÖ- Mandatar Walter Rosenkranz des erst jetzt aufgeflogenen Skandals angenommen. Die Aktion sei “eine Gefährdung des UN- Konventionsrechts eines jeden Kindes auf Schutz seiner Identität.” Eine Anzeige wird erwogen.

M. Perry, M. Pommer und M. Hinrichs, Kronen Zeitung/red

Mehrere Kommentatoren sprechen von der Gerechtfertigtheit einer Anzeige wegen seelischen Mißbrauchs, eine Frau (jedenfalls dem Schreibnamen nach) dazu:

Auf jeden Fall. So eine Lehrerin darf nie wieder in die Nähe von Kindern kommen. Auch seelischer Mißbrauch ist Mißbrauch.

Angesprochen wird auch die Frage von Freiwilligkeit oder Zwang, in der naiven und radikal empathiefreien Art, wie es für Emma-Leser zu erwarten ist:

Ich wüsste schon gerne, ob die Kinder gezwungen wurden, wie es an die Kinder heran getragen wurde(mit Drohungen oder galt es als ein Spiel, wussten die Eltern Bescheid..), was sie davon abgehalten hat, die Verkleidung erst in der Schule anzulegen u. wie die Eltern zu der ganzen Sache stehen, bevor hier das Wort „Missbrauch“ in den Raum geworfen wird.

Elfjährige getrauen sich nicht, die Anweisung einer Professorin nicht zu befolgen, und die Eltern in Österreich genauso wenig, wenn es sich um etwas handelt, bei dem die Ablehnbarkeit nicht auf handfesten und jedermann einsichtigen Einwänden beruht.

Die Haltung der Mißachtung des kindlichen Schamgefühls und der Legitimierung mit “genderpädagogischen” Intentionen, die auf der Seite der Lehrerin festzustellen bzw. anzunehmen sind, ist Prinzip und Lehrplan der neuesten Mode. Der seelische Mißbrauch, die seelische Vergewaltigung sind Kernmethode der sogenannten Sexualpädagogik – schließlich geht es um Wichtigeres, das möglichst frühzeitige Aufbrechen von Genderstereotypien, kapiert! Sonst braucht es noch 1000 Jahre, bis wir die patriarchalisch heteronormative Festlegung auf zwei und noch dazu lebenslang fixierte Konstruktionen von Geschlecht überwunden haben und die fünf fluiden Geschlechter samt ihren polymorphen Orientierungen zur Kenntnis nehmen!

Die Kinder sollten sich in der Straßenbahn angestarrt erleben und schämen, damit sie die Problematik der Intoleranz für Crossdresser und andere sexuelle Minderheiten nachvollziehen können, weil sie sie am eigenen Leib erfahren haben. Das ist die beste Methode, sie zur Toleranz für andersgeschlechtliche Lebensweisen zu erziehen. Was die rückständigen Eltern noch immer versäumen.

Das ist auch der wahrscheinliche Grund, warum die Kronenzeitung den Artikel verschwinden ließ. Nach – so darf man annehmen – unterrichtsministerieller oder frauenstadträtischer Rüge über ihre Sabotage der hehren und amtlichen Richtlinien zur kreativen Integration geschlechtersensibler Genderpädagogik in allen Unterrichtsfächern. Als ob es für die Pädagoginnen nicht schwierig genug wäre, die verkrusteten Strukturen der traditionellen Genderkonstruktionen aufzubrechen, gerade in Österreich mit seinem Katholizismus! Wo die Homo-, Bi- und Transphobie noch viel verfestigter und intoleranter in die Mentalität eingeschrieben ist als in anderen Regionen Europas.

Wenn die Eltern nicht solche Duckmäuser wären, beschwerten sie sich in konzertierter Aktion in aller Öffentlichkeit und strengten einen Gerichtsprozeß an, nötigenfalls gegen die Republik Österreich, sollten sie mit Verweisen auf den Lehrplan abgewimmelt werden.

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