“Schlagwörter sind Waffen” – Anti-Zivilverblödungsarbeit

Der Standard zitiert aus einer Diskussion über Online-Kommentare:

“Worte sind Taten”

Barbara Liegl, Geschäftsführerin von ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit), warf die Frage nach dem Mehrwert der Online-Postings auf: “Was bringen wiedergekaute oder neue Vorurteile der Gesellschaft für ein gedeihliches Zusammenleben?” Liegl fügte auch hinzu, dass Diskriminierung auch dann statt finde, wenn sie nicht strafrechtlich relevant sei: “Worte sind Taten”, so Liegl. Anschließend betonte sie, dass auch die Schule in die Pflicht genommen werden müsste: “Den Schülern wird keine Diskussionskultur beigebracht und auch kein Bewusstsein für Rassismus vermittelt”. Aber auch die Journalisten selbst müssten sensibler mit Sprache umgehen – Liegl bescheinigte den Redaktionen mangelnde Diversitätskompetenz.

Nein, Worte sind nicht Taten. So wie Taten auch keine Worte sind. Es verhält sich ganz erstaunlich unkompliziert: Worte sind Worte.

Das massive und kategorische Demokratiemißverständnis in den Äußerungen Ziegls ist eine Katastrophe für eine Diskussion von Diskussionskultur. Diskussion fängt an, wo Konflikte konstelliert werden. Das Präjudiz, die Urteile, denen man nicht zustimmt, als Vorurteile abzuqualifizieren und das Ansinnen, jene Urteile aus der Diskussion auszuschließen, ist autoritäre Arroganz der übelsten Sorte. Der moralistische Tonfall, vielmehr die Attitüde der Rede vom hohen Roß einer moralischen Autorität, die Ziegl einnimmt, ist lächerlich und peinlich. Offenbar ist sie intellektuell überfordert, zu verstehen, daß Urteile wie Vorurteile nicht deswegen diskussionswürdig sind, weil sie “ein gedeihliches Zusammenleben bringen”, sondern weil die Diskussion von Standpunkten und Meinungen ein Fundament der Demokratie und einer menschenwürdigen Kultur darstellt. Es ist der Respekt vor der Meinung des anderen, der man ganz und gar nicht zustimmt, der ein Zusammenleben gedeihlich macht. Man nennt das in der Tradition der Aufklärung Toleranz. Andernfalls, nach Ziegls Modell, dem vulgären der Bevormundung der Bürger durch die Partizipienten an der hegemonialen Öffentlichkeit, vulgo “politisches Korrektorat”, gedeiht nichts als die Meinungsdiktatur und daraus die allgemeine politische. Die Position, aus der Diskussion auszuschließen, was einem als altes oder neues Vorurteil erscheint, ist eine totalitäre und antidemokratische.

Das neo-viktorianische Kaffeekränzchen-Niveau, auf dem sie argumentiert, nein, altklug und selbstgefällig daherplappert, mag für ihren Verein reichen, für eine Gesellschaft, die statt Plapperei Diskussion und Auseinandersetzung in deren grundlegendem Wert für demokratische statt dekretierte Meinungsbildung zu kultivieren sucht, ist es damit nicht getan.

Schlagwortdreschen ist übrigens nicht Dreschen sondern nur Schlagwortdreschen. Damit wird weder die Spreu vom Weizen getrennt, den man mahlen und im gemahlenen Zustand zum Brotbacken verwenden kann, noch läßt man mit blauen Flecken übersäte Verdroschene zurück, noch trennt man die intellektuelle und moralische Spreu vom ebenso metaphorischen Korn.

Was für eine tiefsinnige Bemerkung: Diskriminierung findet auch dann statt, wenn sie nicht strafrechtlich relevant ist! Ja, was – echt? Leute wegen des eigenen Urteils über ihre Urteile aus der öffentlichen Diskussion im Online-Kommentarbereich auszuschließen, ist Diskriminierung. Und Gottseidank ist der Totalitarismus noch nicht soweit bei uns eingeführt, daß man dafür strafrechtlich belangt werden kann. Sonst wäre Barbara Ziegl wegen Aufforderung zu einer Straftat vor Gericht zu stellen.

Übrigens, Fouls im Fußball finden auch dann statt, wenn es keinen Schiedsrichter und keine gelben und roten Karten gibt. Wenn ich’s mir recht überlege, sogar Diebstahl, Betrug, Bestechung, Erpressung, Nötigung und dergleichen finden laufend statt unter Bedingungen, wo sie nicht strafrechtlich relevant sind sondern nur moralisch.

Das letzte, was österreichische Schüler brauchen, ist eine Schule, die ihnen ein Bewußtsein für Rassismus vermittelt. Das staatlich verfügte Blockwartsystem, die Bestrafung und die öffentliche Stigmatisierung von Kindern als Rassisten und Homophobe an den britischen Schulen ist ein derart horrendes Beispiel, das jedem Vater und jeder Mutter rund um die Welt der Schrecken in die Glieder fährt, wenn man davon Kenntnis nimmt. Die staatlich verfügte Umerziehung und “antirassistische” Konditionierung ab dem Alter von zwei Jahren ist bereits im Anlaufen. Diversitätsfaschismus unter den Begriffen Antirassismus, Multikulturalismus und Nichtdiskriminierung!  “Diversitätskompetenz” als Leitwert, um Bezug auf Ziegls Wortwahl zu nehmen.

Siehe auch: British Children Prone to Commit Hate Crimes

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