99 Luftballons retten vor dem Vater

Der Verein Väter ohne Rechte ruft zur Beschwerde beim österreichischen Werberat über folgendes Spenden-Werbevideo der Organisation “Pro Juventute” auf. Die Organisation nennt es auf der Youtube-Seite “Imagespot”. Man hat offenbar ein “t” am Ende vergessen!

Achtung: Man beachte die Informationen im ersten Update!

Ergänzung (Update) 14.10.2011, 16.10.2011:

Der Werberat hat (mit ca. 20 wiedergegebenen Beschwerdetexten) mit Datum 7.10.2011 entschieden, sich für nicht zuständig zu erklären, weil es sich bei Pro Juventute um eine Non-Profit-Organisation handelt. Es scheinen aber auch in der Jahresübersicht nicht alle angeführt zu sein, meines z. B. finde ich nicht. Auf jeden Fall ist im heurigen Jahr zu keinem Thema eine vergleichbare Serie von Beschwerden verzeichnet. Und nicht alle wiederholen den Text von “Väter ohne Rechte”. Man kann vermuten, der Videoclip wäre als inakzeptabel eingemahnt worden, hätte es nicht Weg (oder Ausweg) gegeben, auf die Nichtzuständigkeit zu verweisen.

Weiterlesen bitte hier!

Die untenstehenden Adressen für den Regisseur Christian Schwochow, die PR-Firma von Nena, die das Lied kostenlos zur Verfügung stellt – und vor allem von Pro Juventute sind davon gottseidank ungeachtet benutzbar. Ich habe sie auch ergänzt.

Es erscheint sinnvoll, Pro Juventute davon in Kenntnis zu setzen, daß man auch an die übrigen am Clip Beteiligten geschrieben hat bzw. denen auch jeweils den Hinweis auf die anderen Adressaten oder Kopien (PDFs) von den Beschwerdeschreiben zukommen zu lassen. Auch eine vielleicht schon an den Werberat geschriebene Beschwerde kann man so beifügen, durchaus mit der Klärung, daß sich der Werberat für unzuständig erklärt hat, aber sich deshalb nichts an der Kritik und der Bitte um Zurückziehen ändert. Wenn die am Video Beteiligten motiviert sind, können sie auch ohne Einschaltung des Werberats entsprechend handeln.

Hinweis (15.10.2011):

Weitere Überlegungen finden sich hier:

Boycott Braehead – Erfolg des Protests! Und jetzt “Boycott 99 Luftballons”?

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Ergänzung (Update) Nr. 2 (14.10.2011):

Ein (männlicher laut Nickname) Kommentator zu einem Artikel des Standard.at über ein Kind, das aus dem Fenster gestürzt ist, während der Vater nicht in der Wohnung war, hat folgenden unschmeichelhaften Beitrag geschrieben:

den Sohn hätte er ja mitnehmen können
was übrigens in dem Alter wohl normal ist, dass man Kinder nicht unbeaufsichtigt lässt….

der aktuelle Spot über den sich einer der Lügenvereine mokiert hat offenbar wirklich seine Berechtigung und wird vom realen Leben mehr als eingeholt

https://zeiger.wordpress.com/2011/10/1… dem-vater/

Die Replikation auf den unqualifizierten Reflex zur Männer- und Väterdiffamierung wäre nicht aufwendig:

Seit Jahr und Tag liest man in schöner Regelmäßigkeit von den Müttern, die im Wohnzimmer mit einer Freundin Kaffee trinken, während das Kind in der Küche aufs Fensterbrett klettert und die fünf Stöcke runterstürzt. So oft, daß man sich des Gedankens nicht erwehren kann, der Fensterwurf sei die jüngste Mode zum problemlosen Loswerden der lästigen Fratzen. Wenn es aber ein von zig Malen der Vater ist, der die unbewußte, auch noch so tief unbewußte, Vabanque-Spielerei mit dem Loswerden spielt, geht die ödipale Pathologie der Zeit ungeniert los: Genau, Väter sind Täter, Väter sind das Letzte, wir haben’s ja immer schon gewußt!

Burschi, möchte man ihm sagen, tu’ einmal so, als könntest und dürftest du denken, wie du willst! Und nach diesem ungewöhnlichen Entschluß, überleg’: Wie oft hab’ ich schon von Kindern gelesen, die aus dem Fenster stürzen? Danach: Und wie oft war es die Mutter in diesen Fällen, die ihr Kind nicht ausreichend beaufsichtigt hat? Danach: Wie oft hab’ ich mir gedacht, ja genau, Mütter sind verantwortungslos, eine Gefahr für die Kinder, man sollte sie nicht mit ihren Kindern alleinlassen?

Wenn du am Ende dieser Erinnerungserforschung immer noch guten Gewissens auf die Väter herzieh’n zu dürfen meinst, weil es einmal keine Mutter war, dann ist dir nicht zu helfen. Jedenfalls auf absehbare Jahrzehnte nicht. Dann bist du halt hypnotisiert wie ein Hendl (österreichisch für Huhn) und kannst nicht heraus aus der Hypnose. Tu’ dir nichts an, es geht vielen so, heutzutage, den meisten, wenn man’s genau betrachtet!

Aber bilde dir auch nicht ein, daß du Herr deines Verstandes bist! Das kommt vielleicht irgendwann. Oder auch nicht. Das kann man nicht vorhersagen.

Abgesehen davon, oder im Lichte des Gesagten, was bewegt einen, vielmehr, wie rationalisiert sich einer, den Verein Väter ohne Rechte als “Lügenverein” abzuqualifizieren? Was für Lügen verbreiten die Leute dort denn? Das einzige, was ich auf die Schnelle gefunden habe, war der Begriff “Co-Mothers” in einem Dokument der Platform for European Fathers:

Currently in a number of EU countries fathers or co-mothers can not spend sufficient time or no time at all with their babies and partners during the very first two weeks after the birth. It is exactly in this period immediately after birth when a bound is created between father and child. Spending time with mother and child during this time, gives them the opportunity to get involved with caring tasks. Being there during the first weeks has a proven lasting positive effect on a more equal sharing of care responsibilities.

Und danach (und prinzipiell) geht es um die leidige Argumentation, Väterkarenz nützt den Müttern und der Wirtschaft bzw. der EU Agenda 2020:

Both theory and empirical findings have shown that paternity leave increases mother’s labour market attachment. Paternity leave is an important contributor to equal opportunities for women and men. Due to the significant rise in fathers’ involvement in caring, women have more time and are more likely to stay in the labour market and secure their career opportunities after having given birth. This will result in a higher female labour participation which is one of the objectives under the EU2020 strategy.

The impact assessment ordered by the policy department of the European Parliament demonstrated that the costs of establishing two weeks paternity leave in the EU, would already be covered by an increase in female labour participation of only 0,04%. Giving fathers the right to be with their baby in the period immediately after birth is therefore economically attractive as well.

Wie krank und Väter instrumentalisierend das auch ist, es ist nur ein Link auf einer Unterseite von “Väter ohne Rechte” und nicht identisch mit deren Forderungen oder Begründungen.

Was dem Verein hoch anzurechnen ist, ist der primär präsentierte klare Hinweis auf das Unwesen des für die Kinder PAS (Parental Alienation Syndrome) verursachenden Gebrauchs als Waffe im Scheidungsprozeß und die Strategie des Alleinbesitzanspruchs der Mütter auf die Kinder, wie sie allen gesetzlichen Regelungen, den Obsorgeverfahren und der Tätigkeit des Jugendamts (inklusive der Kooperation mit Pro Juventute darf man wohl dazusagen) zugrundeliegen.

Das ist der vergangene Jahrhundert- und aktuell bisherige Jahrtausendskandal, da fährt der Zug drüber, an diesem Faktum ist nicht zu rütteln und nichts zu deuteln noch zu beschönigen oder zu relativieren.

Wer christliche Terminologie vorzieht: Das ist die Todsünde unserer Zeit, die zweitschlimmste nach der Legalisierung der Abtreibung und ihrer unvorhergesehenen Vorbereitung durch die Legalisierung hormonaler Empfängnisverhütung.

Der pharmazeutische und der legalistische Krieg gegen die weibliche Natur zur Befriedigung des weiblichen Narzißmus, das Kernstrategem des Feminismus genannten Rationalisierungssystems für jenen, die Entwertung der Mutterschaft als Teil der Elternschaft, die legale Relativierung der Vaterschaft auf der anderen Seite, der himmelschreiende perverse Krampf der lesbischen “Mütter” und der schwulen “Väter”, der ganze infantil-narzißtische Wahn des “Rechts” auf etwas, von dessen faktischer Realität man sich zugleich mit stolzem Abscheu distanziert, der Sexualität nämlich, zwecks Legitimierung der phobischen Vermeidung ihrer Herausforderungen umbenannt zur “Heterosexualität”, das sind die Erscheinungsformen der moralischen und daraus der psycho-strukturellen Dekadenz, die den Kindern so wie den Erwachsenen und der Gesellschaft das Leben als Überforderung vermiest, vergällt, verdreht und verunstaltet.

Das geht weit und weitest hinaus über die Errichtung der Geschlechtskastengesellschaft, das bedeutet die Unterwerfung des Individuums unter das Diktat der Profitabiltät und Rentabilität, die Entsubjektivierung des Menschen, die Erzwingung des Objektstatus, des Nutztierstatus für die politische Ökonomie und die soziale und die psychische Ökonomie. Die Verwertbarkeit wird als ethische Grundlage etabliert, sei es für die Wirtschaft, für den Staat, für die Gesellschaft oder für das Selbstwertgefühl.

Die – und man muß das einfügen – sogenannten Grünen im EU-Parlament, von denen die Väterkarenzinitiative getragen wird, sind die ärgsten Verräter an der Würde des Menschen. Grün? Das hat ursprünglich bedeutet Parteinahme für das Natürliche, für die Natur, für das Leben in seiner gegebenen Charakteristik im Kontrast zur Manipulation und Fabrikation nach Profitabilität und Ideologie. Und jetzt? Ob in den Nationalstaaten oder in der monströsen autokratischen Superbürokratie der EU, das Gegenteil, das blanke Gegenteil: Abtreibung bis zur Geburt hat Madeleine Petrovic, damals Vorsitzende der österreichischen Grünen, jetzt Präsidentin des Tierschutzvereins, gefordert, bis ihr klarwurde, daß sie damit die Toleranzelastizität der Österreicher überdehnt. Warum auch nicht, Amerika gibt das Beispiel. Erst gestern hat Obama angekündigt, er würde sein präsidentales Veto einlegen gegen jegliche Gesetze, die die Parlamente gegen die Finanzierung von Abtreibung durch Bundesmittel zu verabschieden befaßt sind. Die Spätabtreibung, das heißt, die Abtreibung von Kindern, die als sogenannte Frühchen lebensfähig wären, ist in den USA legal. Bis jetzt. Die 50 Bundesstaaten umfassende neueste Initiative legt es darauf an, Abtreibungen zu untersagen ab dem Zeitpunkt, wenn der Herzschlag des Kindes hörbar gemacht werden kann. Zumindest soll gesetzlich vorgeschrieben werden, daß die selbstbewußten und selbstbestimmten prospektiven Mörderinnen gezwungen werden, sich den Herzschlag ihres designierten Todesopfers anzuhören und am Ultraschallbild anzusehen.

Wo in der EU, wo in unserer verfluchten Diktatur des Feminariats wagt es einer, Rittersmann oder Knapp’, die Legalität der Abtreibung in Frage zu stellen? Brutal, todesstrafend und kriegsbegeistert wie die Amerikaner sind, sie haben trotzdem den demokratischen Geist zu einem Ausmaß bewahrt, das uns hier nur die Schamröte über unsere offizielle und öffentliche Vermeidung der Austragung weltanschaulich und menschenbildlich und lebensinnbezogen gegründeter Konflikte in der Gesellschaft und in der Politik ins Gesicht treiben kann.

Ja, das ist tatsächlich eine fundamentale Kritik an der sogenannten Männerbewegung!

Wichser sind sie, alle miteinander. Nein, nicht nur hier bei uns. Überall.  Sowieso auch in den USA, wo sie wie bei uns das Thema Abtreibung meiden wie der Teufel das Weihwasser. Das überlassen sie den Bibeltreuen oder den Papstgläubigen. Das würde zuviel Gegenerschaft mobilisieren, nicht? Dann müßten wir, müßten sie, müßten die Männer und die Väter ganz echt und offen sagen, was hier seit Jahrzehnten abgeht, ist Frevel und untragbar, unerträglich, untolerierbar.

Mein Gott, wie sollten wir dann die Frau Frauenministerin und die Frauen Frauenpolitikerinnen von unseren ach so bescheidenen und allgemeinwohldienlichen und verfassungskonformen und sozialverträglichen Anliegen der Gerechtigkeit und Gleichbehandlung von Männern und Vätern mit Frauen und Müttern überzeugen! Sprich, Zugeständnisse der Herrinnen und ihrer dienstbaren Herren erbetteln können. Nein, es gibt schon genug Widerstände gegen die Forderungen der Männer, da brauchen wir nicht noch extra welche provozieren. Das wäre taktisch und strategisch unklug, mehr als das, frivoler politischer Selbstmord!

Und überhaupt, Abtreibung dient doch dem Vorteil der Männer genauso, oder? Seien wir lieber froh, daß wir nicht bei jeder ungeplanten Empfängnis zur Kasse und Sklaverei gebeten werden!

Ja, ihr Scheißer, das ist es! Sich die Vorteile der feministischen Kulturrevolution rausholen und zugleich über die Nachteile jammern und entrüstet sein. Aber es gibt nur beides zugleich. Wenn ihr zu feig seid, zu sehen, daß sie die Männer an der politischen und gesellschaftlichen Macht zugleich mit den moralischen und menschlichen Idealisten unter den Gebildeten, die den unbedingten Respekt vor der Selbstbestimmung des anderen hochhielten, dazu moralisch erpreßt haben, sie zu Herrinnen über Leben und Tod der Kinder zu ernennen, und sie logischerweise seit dieser Ernennung zur Halbgöttin verlangen, daß man sie in allen andern Belangen der Existenz und des Alltags auch als solche behandelt, seid ihr selbst schuld, wenn ihr die Paria, die unberührbaren und die Bittsteller an ihro Hoheit, die Königin der Herzen und der Frauenrechte spielt.

Nein, ich habe keine großartigen Verdienste um eine wahre und manneswürdige Männerbewegung vorzuweisen! Ich befleißige mich nur des Verstandes und der Wahrnehmung der Realität. Beziehungsweise ich nehme mir die Narrenfreiheit, hier darüber zu reden. Wo es ungefährlich ist und zugleich unbedeutend und ohne Auswirkung auf die Gesellschaft oder die Politik. Trotzdem beanspruche ich die Autorität dessen, der keine Autorität beansprucht, sondern den Leser samt der Leserin auffordert, seinen Verstand ohne Wenn und Aber zu gebrauchen. Das bedeutet unter anderem, ohne auf die persönliche oder politische Umsetzbarkeit oder Erfolgsträchtigkeit der Gedanken und Beurteilungen zu schielen.

Es ist durchaus vertretbar, davon auszugehen, daß es noch Jahrzehnte so weiter geht mit dem Primat des Narzißmus und dem Primat der Ideologie. Wir werden höchstwahrscheinlich alle sterben, ohne einen Durchbruch der Liebe zu erleben, der Liebe zur Wahrheit, zur Gerechtigkeit und zur Verantwortung für das Ganze. Aber das ist irrelevant. Wir sind Seelen, die sich der Verkörperung und der Gesellschaft ausgesetzt bewähren müssen, egal was für Unerträglichkeiten das bedeutet. Die Absurdität der Gegenwart ist auch nur eine unter allen Absurditäten aller Gegenwarten aller Zeiten. Gleich und unveräußerlich bleibt die Selbstverantwortung des Menschen für sein Denken, Fühlen und Wollen und sein Handeln.

Der Beitrag zur Zeit bemißt sich nicht am Glück, nicht am Leid und nicht am Erfolg oder gar der Anerkennung durch die anderen Menschen für die Taten und Ideen, die man zur Schau stellt. Er bemißt sich an der Absicht hinter allen Taten und Ideen, nicht an der Geschicklichkeit, mit der man sie an den Mann bringt oder zur Wirksamkeit in der Welt führt.

Die Welt ist schließlich nicht mehr als eine Bühne und ein Labor, in ihr macht der Geist Erfahrungen, die ihn zur Erkenntnis des Seins und des Selbst befähigen, die er im Dasein verwirklicht oder zu verwirklichen verabsäumt. Versteht er das Leben unter diesen Determinanten, nimmt er die Leiden und Behinderungen jeder Zeit ebenso wie die Freuden und Erleichterungen als Mittel zum Zweck der Erkenntnis und Verwirklichung dessen, was sich als fundamental herausstellt.

Anders gesagt, wer als die Männer, die der Krankheiten der Zeit gewahr werden, und selbstverständlich auch die dazu prinzipiell befähigten Frauen, die ihre geschlechtsbedingte und lebensnotwendige Scheu vor der reinen Erkenntnis überwinden, sollte sie beim Namen nennen und sie als solche ans Licht des Tages und der Öffentlichkeit bringen, ungeachtet aller Vor-und Nachteile, Gewinne und Verluste, Erfolge und Mißerfolge?

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Imagespot(t) – PAS reizt zum Spenden

Zum Weinen über die Menschheit und zum Brüllen und Dreinschlagen für die Würde des Menschseins, wie diese Spendenjäger auf dem Rücken der Väter und Kinder mit eiserner Grausamkeit Publicity betreiben. “Markenrelaunch” nennen sie ihre infame Hetze gegen Väter, die dazu dienen soll, die Zuschauer zum Spenden zu veranlassen.

Analyse

Eine Analyse des kunstgerecht für extra ins Gemüt gehende Wirkung sprachlos auskommenden Clips des fernsehtrailererprobten Regisseurs ergibt:

Die spontan empfundene Reaktion des zuschauenden Mannes und Vaters ist nicht Mitleid mit dem korrekt realistisch portraitierten Mädchen, das eine Zeichnung für die Eltern macht und dem Papa zeigt, sie ist auch nicht Abscheu gegen den Vater, der die Augen verdreht und wortlos aufsteht, um sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen, sondern Empörung über die Grausamkeit der Darstellung der Grausamkeit.

Der böse Wille der Auftraggeber, den der Mietregisseur prostitutiv erfüllt, kommt ohne Filterung zum Ausdruck. Sie erreichen das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen. Man hat nicht vordringlich Mitgefühl mit dem Mädchen, weil die grausame Reaktion des Vaters völlig irreal ist, und damit “Man merkt die Absicht und ist verstimmt” zum Tragen kommt. Danach beginnt man rational zu behandeln, was man spontan als böswillig begriffen hat:

Selbst ein schon vom Bier gelähmter Vater vor dem Fernseher, der allein mit der Tochter zuhause ist, der vielleicht die Tochter auf “Besuch” in der so apostrophierten dafür ihm zugestandenen spärlichen Zeit hat, vielleicht aber auch nicht, hat nicht den geringsten Anlaß, auf das erwartungsvolle und liebevolle Überreichen der Zeichnung nicht zu reagieren.

Selbst wenn er den stumpfen materialistischen Pragmatiker gibt und sich sozusagen sagt, was soll ich mit der Kritzelei, davon kann ich mir nichts kaufen, und als Wandschmuck ist sie auch nicht schön genug, hat er deshalb kein Motiv, so zu tun, als merkte er nicht die liebevolle Absicht und die damit einhergehende erwartungsvolle Haltung der Tochter, und auch kein Motiv, darauf mit Augenverdrehen zu reagieren.

Da er nicht als völlig alkoholisiert oder sonstwie zugedröhnt und weggetreten dargestellt wird, ist ihm die emotionale Dimension des Überreichens der Zeichnung mit ihrer Erwartungshaltung deutlich, und er würde zumindest in gespielter, wenn auch noch so mechanischer Weise Freude über das Geschenk und Lob über die Schönheit der Zeichnung äußern.

Nichts zu sagen, nicht einmal im Sinne einer fassadenhaften kommunikativen Floskel und Mimik des “Danke! Das ist aber schön!”, aber auch nichts im Sinn von “Laß’ mich in Ruh’ mit diesen ewigen Zeichnungen!” ist nur von einem Autisten als Drehbuchautor oder Regisseur zu erwarten oder von einem, der diese Nichtreaktion als Stilmittel zur Kennzeichnung trister Entlebendigung und Nichtkommunikation einsetzt, aber nicht als realistisch gemeinte Inszenierung einer Tochter-Vater-Interaktion im Alltag. Auch nicht in sozial, psychosozial oder familiär desolaten Verhältnissen.

Und noch unmotivierter und in der minimalistischen Andeutung ekelhaft subliminal dem Zuseher reingeschoben: Hat er sie jetzt beim Vorbeigehen grob zur Seite gestoßen? Oder hat er ihr dabei mit dem Handrücken eine quer übers Gesicht gezogen? Die Nase sah im Freien dann so aus, als hätte sie eine abgekriegt. Aber doch nicht eindeutig, die Narbe oder den Kratzer sieht man schon davor, nur viel blasser.

“Täglich verlieren in Österreich sieben Kinder ihr Zuhause. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – haben aber alle eines gemein: eine soziale Verwaisung. Das reicht von Gewalt in der Familie über Vernachlässigung bis hin zur Überforderung bei der Kindererziehung. (…)”

Daß das Mädchen überhaupt ein Bild für die Eltern macht, daß es fröhlich zu ihm hinläuft und mit einer freundlichen und freudigen Reaktion des Vaters rechnet, als sie ihm das Bild zeigt, ergibt nur einen Sinn, wenn sie eine solche normalerweise auch erlebt hat. Plausibel wird die Enttäuschung durch die unwirsche Reaktion des Vaters nur als Ausnahmefall, und deutbar ist sie damit, daß er gerade in einer deprimierten Stimmung versunken war. Sowas kommt vor, und Eltern übergehen manchmal aus Selbstbezogenheit brüsk die Anliegen und Gefühle der Kinder.

Die Gewichtigkeit der also psycho-logisch bloß als situativ und passager zu deutenden Kränkung steht in keinem Verhältnis zur Trübsal des nächsten Szenenbilds, in dem sie allein und verloren auf dem menschenleeren, riesigen, öden Platz vor den tristen Plattenbauten sitzt.

Letzteres will aber die davor schon mit allen filmhandwerklichen Mitteln vorbereitete Zuspitzung der Sicht vermitteln, daß sie in einem freudlosen Zuhause gefangen ist, aus dem sie flüchtet, weil es nicht zu ertragen ist.

Nur ein Wunder könnte sie aus dem bedrückenden Dilemma befreien. Und uns auch. Voilà!

Daß der Regisseur die Szenenfolge trotz der psychologischen Unsinnigkeit so darstellen läßt, ist, wie hingewiesen, Prostitution für den Auftraggeber, brachiale Effektgeneration ohne Rücksicht auf Verluste.

Es wäre wüster Sozialkitsch, für empathisch behinderte ideologisierte Sozialarbeiterinnen, die sich zum fundamentalistischen Feminismus als Ersatz für Koran und Scharia bekennen. Es ist, noch schlimmer, Entsprechung der Mentalität und Motivation der Marketing-Direktorin und/oder der Geschäftsführung und/oder der Mitarbeiter des sich als Jugendhilfeorganisation darstellenden Unternehmens Pro Juventute, dessen Leiter kein komisches Gefühl konfligierender Images haben, wenn sie dieses Video als Beginn einer Kampagne des “Markenrelaunch” bezeichnen, während sie auf der selben Seite behaupten, es ginge ihnen darum, die Gesellschaft auf das Leid der Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen, die ihre Familie verlieren. Ihr Geschäftsmodell ist ein vampirisches. Sie bestätigen und befriedigen und bereichern sich am Leid der Familien, der Väter, Mütter und Kinder.

Eine effektive psychosoziale Unterstützung der vom Versagen der elterlichen Aufgaben bedrohten Familien wäre der Ruin von Pro Juventute. Dem entspricht auch voll und ganz die diffamierende Szene im Marketingvideo, die ohne Skrupel impliziert – man müßte besser expliziert sagen:

“Bei unserer Firma hätte es das Kind besser als bei so einem Vater!”

Was in der nächsten Assoziation in der intendierten Kette heißt: “Wenn ihr zur Erziehung aus tragischen Gründen nicht fähigen Mütter und ihr mit solchen Fällen, wo das arme Kind daher dem herzlosen Vater ausgeliefert ist, konfrontierten Sozialarbeiter und Jugendamtmitarbeiter das Beste für die leidenden Kinder tun wollt, dann solltet ihr sie erstens uns überlassen und zweitens spenden. Oder umgekehrt.

Denn wir sind herzliche und liebevolle Menschen, die es sich zur Aufgabe machen, auf die Bedürfnisse emotional vernachlässigter Kinder aus solchen Haushalten, wo emotional distante Väter sie seelisch verhungern lassen würden, so einzugehen, daß sie wieder lachen und fröhlich sind und ihre Zukunft mit neuem Selbstbewußtsein anpacken können.”

Man beachte die nicht versteckte Prioritätensetzung:

Die größte Herausforderung bleibt neben der Spendensammlung vor allem eines: den Kinder und Jugendlichen täglich das Gefühl zu geben, für sie dazu sein.

Adressaten: PAS-Proponenten

Wer spendet auf so einen videographischen Appell hin?

Diejenigen, deren Haltung zu Vätern von der gleichen gehässigen Anklage getragen ist, von der kategorischen Beschuldigung, Väter hätten kein Herz und keine Liebe für ihre Kinder.  Diejenigen, die ihnen gezielt feindselig unterstellen, kein Interesse und keine Zuwendung für ihre Kinder aufzubringen, die Väter als egoistisch, roh, grob und abweisend hinstellen.

Es ist das strategische väterentwertende Vorurteil der geschiedenen Mütter, die ihre Kinder als Alleinbesitz beanspruchen. Es hat von vornherein nichts mit der Realität zu tun, es ist Mittel zum Zweck der Entfremdung der Kinder von ihren Vätern, es ist die systematische Methode, mit der den Kindern nach der Trennung oder Scheidung der Eltern die Liebe und das Vertrauen zum Vater ausgetrieben wird. Massenhaft, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle, ohne schlechtes Gewissen von der Seite der Mütter, aus nichts als ungeniertem, blanken Egoismus. Zur Befriedigung der Rachsucht, der Herrschsucht, der Eifersucht.

Es ist das schlimmste seelische Verbrechen unserer Zeit, das Millionen von Kindern und Vätern das Herz zerreißt und in eine Verzweiflung stürzt, aus der es für die Kinder keinen Ausweg gibt als die Verdrängung der Liebe zum Vater und die Unterdrückung der Erinnerung an das  Geliebtwordensein.

Es ist ein Verbrechen, dessen Folgen lebenslang nachwirken. Aus der unbekannten Mitte des Herzens, aus der tiefsten Tiefe, die man nicht kennt und nicht erkennen kann. Die zu kennen oder zu erkennen man sich nicht leisten kann, weil die Erkenntnis einem den Boden unter den Füßen wegzöge, einem den verdrängten Schmerz, den Verlust, das Verlorene, das einem Geraubte und nicht Wiederzugewinnende, das Versäumte und nicht Nachzuholende, das Glück, um das man betrogen wurde, bewußt machte.

Es ist ein Verbrechen, das einen zum Schuldigen macht, dem seine Schuld nicht fühlbar wird, bevor es zu spät ist. Der seine Schuld nicht mehr gutmachen kann, sollte ihm denn doch das Schicksal das Glück der späteren Einsicht gewähren. Das Glück, das Unglück zu begreifen, das ihm zuerst angetan wurde und das er danach angetan hat.

Nur eine kleine Anzahl kommt irgendwann und irgendwie, ohne sagen zu können warum und wodurch, in den Genuß der Gnade, die Liebe, die Achtung, die Treue, die Unbedingtheit der Kindschaft zum Vater wieder zu empfinden, als wären die Jahre und Jahrzehnte der Distanz weggeblasen, bedeutungslos, ein Vergangenes und nicht Gegenwärtiges. Der Vater mag schon tot sein, wenn es dazu kommt, daß der Schleier von den Augen des Herzens fällt, und die Trauer unendlich, daß er es nicht ahnen konnte, solange er lebte. Doch die Seelen haben ihr Miteinander und Zueinander, Leben hin und Tod her.

Solange wir atmen und fühlen und denken und reden können, werden wir es nicht ohne kompromißlose Gegenwehr hinnehmen, daß auch nur einem Kind und einem Vater, nur zwei Seeelen angetan wird, was der Mensch nicht befugt ist, dem anderen zuzufügen.

Es stürzt die Väter in eine existenzielle Krise, die unüberwindbar ist. Sie sind am Boden zerstört, sie sind zur Sau gemacht, sie kriechen am Zahnfleisch daher und erheben sich nie wieder. Sie werden depressiv, suizidal, psychosomatisch krank, verbittert und zynisch. Sie flüchten in die Arbeit oder in den Alkohol oder in eine neue Ehe. Aber es gibt keinen Trost, es gibt kein Vergessen und keine Heilung der Wunden, sie sind nach Jahren und Jahrzehnten so offen und klaffend wie am ersten Tag des Schocks, als sie sich sagen lassen mußten, “Das Kind will dich nicht mehr sehen!”

Sie kämpfen erst und verlieren von Anfang an, bis die Niederlage nicht mehr zu revidieren ist. Sie geben aber niemals auf dort wo es drauf ankommt, im Denken, im Fühlen, im Wollen. Es hat sich nichts geändert, sie lieben ihr Kind wie eh und je, noch mehr, weil noch bewußter und noch selbstkritischer.

Denn das Erste, was der Vater macht, ist, sich zu prüfen, ob und wie und was er dazu beigetragen hat, daß es so kam. Er glaubt sich nicht, was er weiß. Daß er nichts getan hat, was auch nur im Ansatz die Folgen zeitigen hätte können, die der Ablauf der Ereignisse und die unerhörte Schuldzuschreibung der aus allem Menschlichen ins Dämonische Gefallenen ihn versuchen, als ebensolche, als Folgen nämlich, einzuordnen. Es geht ihm wie dem Protagonisten aus Kafkas Schloß. Und doch nicht. Nicht wirklich, nicht eigentlich. Seine Unbeteiligtheit an der Ursacheundwirkungskette ist zu offensichtlich, zu simpel offenbar. Genauso klar offenkundig wie die Unbeteiligtjheit seines Kindes. Die Unschuld der scheinbaren Schuld: “Das Kind will nicht. Was soll ich tun? Soll ich es zwingen, dich zu sehen?”

So sind beide, das Kind und der Vater, verbunden in der Unschuld und im Angeschuldigtsein. Kein Dämon, der die Beschuldigerin, die falsche Hexe, die außer sich Geratene, außer die, die sie war und zu sein bewies, Gekippte und ihr Kippen Rechtfertigende, besitzt bis ans Ende ihrer Tage, wenn kein exorzierendes Wunder geschieht, verfügt über die Macht, diese geteilte Identität außer Kraft zu setzen. Die Ewigkeit der Seelen spinnt den Goldfaden, der das Rumpelstilzchen zur letztlichen Selbstoffenbarung veranlaßt.

Antwort auf die Provokation

Der Trost für die Verhöhnten und Entwürdigten ist eine Sache, die erste und wichtigste.

Die Verantwortung für die Verhinderung weiterer Verhöhnung und Entwürdigung ist der zweite Schritt, unabhängig von Erfolgsaussichten. Es geht um mehr als aktuelle Kulturkritik oder ideologiepolitische Hygiene. Dieses Mehr kann jeder so fassen und übersetzen, wie es seiner intrinsischen Terminologie entspricht. Es geht um nicht weniger als die Zivilisation. Große oder banale Worte, egal. Die Zivilisation ist kein autonomes Perpetuum. Sie ist überhaupt nichts als das, was wir tun. Innerlich und daraus äußerlich.

Wer wir ist? Jeder unbedeutende, unbekannte, unprominente, unbeachtete Einzelne. Dazu alle vermeintlich, vorgeblich, konkordant angeblichen Bedeutenden, Bekannten, Prominenten, Beachteten.

Wie die süße kleine liebe patente burschikose geile romantische hysterisch pragmatische geschäftskluge ewig kesse ihren Mann stehende Stehauf-Nena. Wie der fiese, billige, schmierige, schleimige, parapornographische Regisseur von “Novemberkind” und aus dem selben miesen kannibalistischen Ungeist Regisseur des PAS-Videos des Brandings der Kinderleidvermarktungsorganisation Pro Juventute. Wie die Anti Juventute Business-Group, die sich als gemeinnützig und kinderlieb brandet, aber nichts im Sinn hat als Markterfolg, damit sie nicht den Konkurs anmelden muß.

Sie benötigen vor allen Eines: Eine vor den Latz. Eine, die sie nicht einfach wegwischen können. Eine, die sie nicht mit einem Business-Schlenkerer abwimmeln können. Eine, die sie entweder mit (bloß scheinbarer, aber eben zumindest vorgegebener) moralischer Verantwortlichkeit und ethischer Rechenschaftspflicht dem Publikum gegenüber beantworten müssen oder finanzielle Nachteile aus dem Imageschaden in Kauf nehmen. Alle drei Beteiligten, auch die edle Nena Management Group, die keine Tantiemen verrechnet für den Song, sondern davon ausgeht, das das Nichtverrechnen mehr bringt als ein mögliches Verrechnen.

Darum ist es nicht die Möglichkeiten der Zivilisationsverantwortungswahrnehmung ausschöpfend, wenn man nur an den Werberat schreibt, sondern es ist vom Aktionsradius her dem Nullbürger anheim, an alle bekanntermaßen Beteiligten an der dekadenten Aktion geharnischte Proteste zu richten. Das sind vier Adressaten mit wer weiß wie viel Emailadressen: die Firma Pro Juventute, Nenas Firma, der Regisseur und der Werberat.

Wer größere Öffentlichkeit zu involvieren weiß, ist angesprochen, das zu tun.

Ein paar Adressen als Einstieg sind hier angegeben:

Pressekontakt:

Claudia Geiger
Leitung Kommunikation & Sponsoring Pro Juventute
Fischergasse 17
5020 Salzburg
Email: claudia.geiger@projuventute.at

Kontaktformular

Bitte füllen Sie alle Felder in diesem Formular aus. Wir setzen uns umgehend mit Ihnen in Verbindung! Ihre Daten werden bei Pro Juventute selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

TEL +43 (0)662/431355-0
FAX +43 (0)662/431355-32

Email: office@projuventute.at

Pro Juventute Youtube Channel

http://www.youtube.com/user/projuventute99

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NENA (Gabriele Susanne Kerner) – Presse-Agentur:

Email: press@laughandpeas.de

Email: jens.geisemeyer@g-pop.de

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Christian Schwochow (Regisseur)

auf der Webseite von Pegasus-agency.de

Kontakt: steffen.weihe@pegasus-agency.de

Seite seines Films Novemberkind

mit Kontaktformular und Emailadressen:

mail@filmemacher.de

c.schaffrath@filmpresse-meuser.de

info@blondpr.de

info@schwarzweiss-filmverleih.de

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Nocheinmal die Adresse des Beschwerdeformulars des Werberats:

http://www.werberat.at/beschwerde.aspx


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