Boycott Braehead – Erfolg des Protests! Und jetzt “Boycott 99 Luftballons”?

Das fand ich eben, als ich für einen neuen Beitrag den Link im ersten “Boycott Braehead”-Artikel zum großkopferten Statement des Unternehmens nachprüfte, mit dem sie ihre unverschämte Behandlung des Vaters und seiner Tochter gerechtfertigt hatten. Das Statement ist verschwunden, aber wenn man bei News nachschaut, findet man:

Photography Policy Change

We have listened to the very public debate surrounding our photography policy and as a result, with immediate effect, are changing the policy to allow family and friends to take photos in the mall.

We will publicise this more clearly in the mall and on our website, and will reserve the right to challenge suspicious behaviour for the safety and enjoyment of our shoppers.

We wish to apologise to Mr White for the distress we may have caused to him and his family and we will be in direct contact with him to apologise properly.

Es bietet sich an, drängt sich sogar auf: Wenn’s in Schottland geht, wenn’s bei Braehead Effekt zeigt, warum dann nicht in Österreich und bei Pro Juventute & Co. gegen die 99 zynischen Beleidigungen der “99 Luftballons”? Weil man dafür eine Facebook-Aktion braucht? Und das Fernsehen? Und die Zeitungen? Vielleicht!

Aber Pro Juventute operiert auch in Deutschland und in der Schweiz. Es gäbe also genug Leute mit Facebook-Konto unter denen, die sich für die Würde von Vätern und Kindern engagieren möchten. Vielleicht!

BOYCOTT PRO JUVENTUTE!

BOYCOTT 99 LUFTBALLONS!

BOYCOTT NOVEMBERKIND!

Soviel einmal fürs Erste. Wenn vernünftigerweise aus diesem Blog etwas brauchbar erscheint, kann man es (auf eigene Verantwortung) für Protestaktionen verwenden. Ich rate aber strikt davon ab, Texte oder Textteile zu kopieren für eine eigene Beschwerde bzw. ein eigenes Protestschreiben. Das entwertet die Initiative, weil es als bloßes Mitläufertum wirkt – da hat halt ein Verein seine Mitglieder mobilisiert  – statt als glaubwürdiges persönliches Engagement des Schreibers.

Das ist auch ein Fehler, den diejenigen begingen, die den Text des Vereins “Väter ohne Rechte” bzw. eines seiner Proponenten kopierten. Obwohl es den meisten – mir zum Beispiel auch – schwerfällt, etwas Vernünftiges zu formulieren, wenn man nicht nur zornig ist, sondern die Berechtigung der Empörung sowieso für jeden auf der Hand zu liegen scheint, der seine fünf Sinne noch beieinander hat, liegt es auf der Hand, daß eine mehrfache identische Kritik, die erkennbar auf Paste & Copy beruht, weniger ernst genommen wird als der individuelle Protest gleich vieler Menschen, die auf eine Werbeaktion mit Ablehnung in ihren eigenen Worten und Argumenten reagieren.

Mit diesem Vorbehalt, als Anregung und nicht als Muster gemeint, hier der Wortlaut meiner Beschwerde an den Werberat, den ich danach auch Nenas Agentur, den Film- und Presseagenturadressen von “Novemberkind” bzw. des Regisseurs Christian Schwochow und Pro Juventute zukommen ließ:

Wien, am 14. Oktober 2011

Betrifft: Beschwerde über den Imagespot “99 Luftballons” von Pro Juventute

Sehr geehrte Damen und Herren!

(…) [Ich bin] Vater einer Tochter und Onkel von zwei Nichten und zwei Neffen.

Gestern wurde ich auf den Werbe-Videospot von Pro Juventute mit dem Titel “99 Luftballons” aufmerksam und war menschlich schockiert und in meinem moralischen Empfinden verletzt, wie darin mit den Gefühlen von Eltern und Kindern Schindluder getrieben wird, um es in der gebotenen Deutlichkeit zu formulieren.

Die Darstellung seelischer Verletzungen, der Enttäuschung und des Unglücks von Kindern darf nicht verwendet werden, um einen, von der Marketingabteilung von Pro Juventute so genannten, “Markenrelaunch” zu starten, mit dessen Hilfe man Spenden erhalten will.

Ich halte das für zynisch und menschenverachtend, sowohl Kindern als auch Eltern und deren Problemen gegenüber.

Eine besondere Beachtung verdient die nur als diffamierend und denunzierend zu bezeichnende Negativdarstellung des Vaters, der als egoistisch, roh, grob und gefühllos vorgestellt wird.

Mir den handwerklich perfekt eingesetzten filmischen Kunstgriffen wird gezielt eine unterschwellige Verdächtigung aller nur möglichen Mißhandlungen des Kindes durch den Vater provoziert. Das reicht vom groben Wegstoßen über eine dabei erlittene Verletzung im Gesicht – man beachte die als blauen Fleck oder Kratzer auf der Nase des Mädchens zu deutende Hautverfärbung – bis zur Anmutung, es handle sich um Spuren gewohnheitsmäßiger körperlicher Gewalt.

Man braucht sich nur vorzustellen, die gleiche Szene zeigte eine Mutter, die ebenso mißachtend, herzlos und grausam auf das Kind reagiert, das die Zeichnung präsentiert, um sich darüber klar zu sein, daß es weder der Regisseur noch Pro Juventute gewagt hätten, eine Mutter in ein so böses Licht zu rücken. Und Nenas Agentur hätte mit Sicherheit nicht den Imageschaden der frauenverachtenden Darstellung riskiert.

Die Proteste von der Seite der Öffentlichkeit wären flammend, und der Vorwurf der geschlechtsbezogenen Diskriminierung lautstark und allgemein. Zumal es eben um die Darstellung trister sozialer und psychosozialer Verhältnisse von Familien im allgemeinen geht und nicht um einen konkreten oder einen repräsentativen Fall.

Ressentiments gegen Eltern im allgemeinen oder Väter im besondern zu erzeugen, um damit den Geschäftserfolg eines Untenehmens, sei es auch eines, das im Bereich der Jugendhilfe tätig ist, zu gewährleisten, kann nicht im Sinne einer ethisch und gesellschaftlich verantwortlichen Werbung sein.

Im Gegenteil, eine gemeinnützige Organisation im sozialen Bereich ist zu einer besonders sorgsamen Umgangsweise mit der moralisch-ethischen Dimension ihres öffentlichen Auftritts angehalten. Bestehende und leicht zu aktivierende Vorurteile gegen sozial schlechtergestellte Eltern – und zusätzlich gegen Väter aus diesem Milieu – zu instrumentalisieren, ist in keinem Fall zu tolerieren.

Verwerflich erscheint speziell die durchgehende Anmutung von seelischer und körperlicher Gewalt gegen Kinder, die als Vorwurf an die Eltern Empörung gegen sie auslöst, aufgrund derer dann die Zuschauer für Pro Juventute spenden sollen.

Deutlich impliziert ist: um sie von solchen unwürdigen Eltern/Vätern zu befreien!

Das kommt einem Plädoyer für die zwangsweise Abnahme der Kinder durch die Behörden und ihre Übergabe an Pro Juventute gleich. Erschreckend!

Ich ersuche Sie daher, umgehend alles in Ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um Pro Juventute zu veranlassen, den Werbespot “99 Luftballons” (sowie eventuelle gleichsinnige Rundfunkspots) zurückzuziehen.

Mit freundlichen Grüßen


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