Gender Health Gap: Frauen zu 97 Prozent von gefährlichen seelischen Erkrankungen betroffen

Von WGvdL.com:

Die Auswertung der Kriminalstatistik (Deutsche Kriminalstatistik 1987-2009) zeigt, dass Tötungen von Kindern fast nur von Frauen verübt werden. So wurden 97% der Kinder durch Frauen getötet und 3% durch Männer. Von Tötungen betroffen sind Buben mit 58% und Mädchen mit 42%.

Nach Schätzungen von Experten dürften 36 Prozent der Fälle aufgrund depressiver Erkrankungen, 15 Prozent infolge bipolarer Persönlichkeitsstörungen, 28 Prozent wegen Borderline-Persönlichkeitsstörung und 8 Prozent als Folge postnataler Depressionen zur Kindstötung geführt haben, 10 Prozent seien auf ko-morbide Krankheitsverläufe zurückzuführen.

Erschwerend kämen prekäre soziale Verhältnisse, Partnerschaftskonflikte und mangelnde Unterstützung seitens des familiären Umfelds zum Tragen. Es wurde die Forderung nach vermehrter Sensibilisierung der psychosozialen Dienste für die existenziellen Nöte psychisch belasteter Frauen und Mütter erhoben.

“Die Frauen, ganz besonders die jungen, oft noch im Teenageralter, fühlen sich alleingelassen. Unter solchen Umständen erscheint die Verzweiflungstat oft als der einzige Ausweg”, meint der klinische Psychologe Dr. Liebermann dazu. Und ergänzt: “Die enorme seelische Belastung von Schwangerschaft und Geburt hat im Zusammenwirken mit der hormonellen Umstellung nicht selten eine depressive Krise zur Folge.” Der Experte befürwortete eine schwerpunktmäßige Fortbildung des Krankenhauspersonals. “Die Schwestern und Ärzte auf der Geburtsabteilung könnten die Warnzeichen als Erste erkennen, weil sie unmittelbar vorort sind.”

Der Fachmann warnt vor der Gefahr der Kriminalisierung von Menschen in Ausnahmezuständen: “Strafen helfen niemand. Im Gegenteil, das Einzige, was damit bewirkt wird, ist eine zusätzliche Traumatisierung der Betroffenen, was zu einer Verschlimmerung der Grundkrankheit führt. Oft genug ergibt sich daraus sogar eine Chronifizierung der psychischen Leidenszustände mit unabsehbaren Langzeitschäden. Je schneller und verständnisvoller eine stützende Betreuung einsetzt, desto größer sind die Chancen auf Heilung”, erklärt der Psychologe. “Wichtig ist vor allem die bedingungslose Akzeptanz des leidenden Menschen. Nur so ist echte Hoffnung möglich.”

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