Demokratische Sicherheit

Aus der Süddeutschen vom 3. 11. 2011:

Wir sehen, was du klaust

Internet Eyes heißt das Unternehmen, das mit dem Slogan “Ein Verbrechen erkennen, wenn es passiert” für sich wirbt. Das Prinzip des Dienstes ist einfach: Internetnutzer verfolgen zu Hause am Bildschirm die Übertragungen von Überwachungskameras in britischen Geschäften.

Die Beobachter müssen dafür vier Kameras gleichzeitig überblicken. Bemerken sie einen Ladendiebstahl, klicken sie auf einen Button – der Besitzer oder das Sicherheitspersonal erhalten dann sofort per SMS eine Benachrichtigung mit einem Screenshot der Kameraaufnahme und können den mutmaßlichen Dieb daraufhin stellen. (…)

Nach nur vier Wochen haben sich mehr als 1800 Nutzer registriert, um mit Hilfe der Überwachungskameras nach Dieben zu suchen. “Viele davon kommen aus Frankreich und Deutschland”, erklärt Morgan stolz. Das passt in seine Geschäftsstrategie: Mittelfristig, so der Plan, sollen die Augen aus dem Internet auch Geschäfte auf dem Kontinent überwachen.

Je mehr Überwachung, desto besser. Erstens sind wir alle potenzielle Verbrecher, und zweitens ist Menschenjagd eine wirklich spannende Unterhaltung. Schade nur, daß die Kameras keine steuerbaren Farbkanonen eingebaut haben, das würde die Diebe leichter erkennbar machen.

Man sollte auch überlegen, ob nicht auch der Kampf gegen den Terror mit den vielen Augen aus dem weltweiten Netz effektiver zu führen wäre. Auch der gegen die Raucher. Man könnte zum Beispiel die New Yorker Parks, die Adria bei Bibione, die französische Mittelmeerküste bei La Ciotat und die Ostsee viel weiträumiger, billiger und wirksamer gegen Raucher kontrollieren. Wenn man’s genau nimmt, eigentlich alle Parks und Strände rund um die Welt, bei der Anzahl von Internetbenutzern von über 2 Milliarden (und steigend) müßte sich das leicht ausgehen.

Im Zuge der Bemühungen um den Umweltschutz und der gästeorientierten Planungen für das Jahr 2009 sehen die Ostseebäder in Mecklenburg Vorpommern zunehmend die Ausweisung von Nichtraucherzonen am Strand vor.
Nichtrauchende Nachbarn sollen hierbei “geschützt” werden. Ebenso wird angestrebt die Langzeitwirkung und -Folgen (die Kippen) den Strand durch die Nutzung der Tagesgäste zu minimieren.
Ob dieses mit eine Ausweisung von Nichtraucherständen möglich und sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Eine konstante Kontrolle, so auch Bürgermeister Herr Karl (Kühlungsborn), ist fast nicht möglich. Und ob das Rauchverbot dann noch nutzt…

Die palästinensischen Ziele für die israelischen Luftangriffe könnte man auch noch präziser ausmachen und sogar die handvoll Kollateralleichen verhindern, wenn tausend Augenpaare ihre Schritte verfolgen, bis sie allein unterwegs sind, und dann den Alarmknopf drücken. Mit den neuesten hoch fliegenden Minidrohnen mit Laserwaffe, die sogar Flugzeuge vom Himmel holen, wären auch Taliban, unermüdlich vom globalen Kollektiv geortet, schneller bessere Ziele.

Man ahnt, das Internet bietet ungeheure Chancen, die zivile, die polizeiliche und die militärische Kontrolle zu demokratisieren. Jeder kann im Netz Agent von Sicherheit und Frieden sein. Die Schwarmaufmerksamkeit ist der Einzelner unendlich überlegen, und es zeichnet sich der historische Moment ab, in dem keine verdächtige Bewegung mehr unbemerkt bleibt.

Der leidige Gegensatz zwischen Kontrolleuren und Kontrollierten kann so endlich aufgehoben werden, alle sind CIA und Mossad und MI6, keiner kennt den anderen und doch hat jeder das beruhigende Wissen, jeder andere gehört auch dazu. Ein paar Stunden Pflichteinsatz pro Monat und Internetanschluß wäre als allgemeiner Weltbürgerdienst nicht zuviel verlangt und könnte als Voraussetzung für den Netzzugang automatisiert werden. Je nach Testergebnissen würden entsprechend einfache oder komplexe Aufgaben zugeteilt, und Leistungspunkte könnten in hierarchisch gestaffelten Klassen verliehen werden. So könnte jeder Verdienst und Ehre im weltweiten Kampf gegen das Böse erwerben und sich als wertvolles Mitglied der Weltgesellschaft beweisen.

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