Gewalt an Männern: Ägyptens Militär entschuldigt sich

Vielleicht in 50 Jahren. Vielleicht schon in 20. Zu hoffen schon in 10. Das ist nicht auszuschließen. Nach der Großen Revolution jedenfalls. Nach der Antisemenitismus nicht weniger moralisch inakzeptabel sein wird als heute Antisemitismus. Wenn Misandrie ebenso verpönt sein wird wie Misogynie. Wenn der strukturelle Massenmord an den Männern, den die Industrialisierung hervorgebracht hat, als eines der großen Verbrechen der Zivilisation ebenso nur von verrannten Ideologen geleugnet werden wird wie der Genozid an den Juden, den Armeniern und anderen heute. Wenn “S.C.U.M.” gleichermaßen als bösartig und programmatisch für eine menschenverachtende Diktatur angesehen werden wird wie “Mein Kampf”. Wenn Feminismus mit der gleichen moralischen Verurteilung konnotiert sein wird wie heute Nationalsozialismus. Wenn Feminazis ein ebenso geläufiger Begriff sein wird wie heute Nazis. Wenn es als selbstverständlich gelten wird, die 50 Millionen unmittelbaren Todesopfer pro Jahr, die dem vom Feminismus durchgesetzten “Frauenrecht” auf Abtreibung zu verdanken sind, in einem Atemzug mit den 6 Millionen ermordeten Juden oder der Million Armenier oder den 800.000 Tutsi zu nennen. Dann eben, wenn die Würde des Menschen nicht mehr an ideologischen Rationalisierungen und mörderischen Gruppennarzißmen relativiert werden wird.

Bis dahin ist es unsere Pflicht als Männer und daher als das Geschlecht, das für die moralische und ethische Norm der Zivilisation zuständig geboren wurde, Rassismus, Sexualrassismus und jede andere Ausprägung von Identitätsnarzißmus konsequent in die Schranken zu verweisen.

Die Situation heute, in der Presse beschrieben:

Gewalt an Frauen: Proteste gegen Ägyptens Militär

Ägyptische Soldaten haben weibliche Demonstranten geschlagen und gedemütigt. Tausende Ägypter gingen aus Protest auf die Straße. Viele sind aber zermürbt davon, dass das Land nicht zur Ruhe kommt.

Das ist doch wunderbar. Demonstranten werden von Soldaten geschlagen und gedemütigt, dagegen erheben sich Proteste, das Militär entschuldigt sich. Ist einfach nur anständig vom Militärkommando. Und von den Tausenden, die gegen das Schlagen und Demütigen auf die Straße gingen. So soll es sein, Demonstranten schlägt man nicht und man demütigt sie nicht. Ist es nicht schön, gerade zu Weihnachten, dem Fest des Friedens, wie man so gerne sagt, erheben sich internationale Proteste gegen die Brutalität friedlichen Demonstranten gegenüber:

Kairo: Clinton geißelt Gewalt gegen Frauen

20.12.2011 | 18:26 | Von unserem Mitarbeiter MARTIN GEHLEN (Die Presse)

Die US-Außenministerin Hillary Clinton zeigt sich bestürzt über Angriffe von Soldaten auf protestierende Frauen in Ägyptens Hauptstadt Kairo. Die Vorgänge auf dem Tahrir-Platz seien laut Clinton „eine Schande“.

Kairo. So empört zeigte sich Hillary Clinton lange nicht mehr. Die Vorgänge in Ägyptens Hauptstadt Kairo seien „eine Schande“, schimpfte die US-Außenministerin und geißelte die „schockierende Gewalt“ ägyptischer Soldaten gegen protestierende Frauen auf dem Tahrir-Platz. „Diese systematische Erniedrigung von Frauen entehrt die Revolution, blamiert den Staat und seine Uniformträger und ist eines so großen Volkes unwürdig“, sagte Clinton in einer Rede vor Studenten in Washington – die bisher schärfste Kritik eines US-Regierungsmitglieds an den neuen Machthabern am Nil.

Vor allem das Video einer verschleierten jungen Frau, die von einer Horde Soldaten über den Asphalt gezerrt wird, hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Soldaten dreschen mit Knüppeln auf die am Boden Liegende ein. Einer tritt ihr ins Gesicht, ein zweiter in den Magen, am Ende bleibt das Opfer halb nackt liegen. Andere Frauen berichten, sie seien nach ihrer Festnahme getreten, geohrfeigt und mit Elektroschockern misshandelt worden.

Es beruhigt, daß die Welt sich noch entsetzen kann. Und Hillary Clinton ist ein Vorbild der Rechtschaffenheit. So soll es sein. Amerika ist die führende Nation im Kriegführen und im Schimpfen und Geißeln von Soldaten, die Demonstranten prügeln. Es beruhigt auch, daß Hillarys rechtschaffene Empörung nicht ohne Folgen bleibt:

Nach der internationalen Kritik am brutalen Vorgehen der ägyptischen Sicherheitskräfte gegen Frauen hat sich der Oberste Militärrat für die Vorfälle entschuldigt. Die Armee werde die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, erklärte der Rat am Dienstagabend.

Ein drittes Mal beruhigend:

Am Dienstag demonstrierten in Kairo etwa 2000 Frauen gegen die Übergriffe.

Tapfere Frauen, sie nehmen es nicht hin, daß Übergriffe gegen Demonstranten stattfinden. Sie verteidigen die Demokratie gegen die Machthaber, die sie in den Dreck ziehen wollen.

Nur mit einem kleinen Absatz tu’ ich mir schwer:

Bei den viertägigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern des regierenden Militärrats und den Sicherheitskräften waren erneut 17 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt worden. Die Demonstranten forderten die Generäle abermals auf, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Eine unabhängige Kommission solle zudem die Gewalt gegen Demonstranten untersuchen.

Er kommt im Presse-Artikel in folgender Reihenfolge:

Gewalt an Frauen: Proteste gegen Ägyptens Militär

23.12.2011 | 15:36 |  (DiePresse.com)

Ägyptische Soldaten haben weibliche Demonstranten geschlagen und gedemütigt. Tausende Ägypter gingen aus Protest auf die Straße. Viele sind aber zermürbt davon, dass das Land nicht zur Ruhe kommt.

Tausende Ägypter haben am Freitag in Kairo gegen das brutale Vorgehen von Soldaten gegen Frauen demonstriert. Anlass des Protests auf dem Tahrir-Platz sind Videoaufnahmen, die brutale Szenen während der Ausschreitungen am vergangenen Wochenende zeigen. Zu sehen sind Militärpolizisten, die eine verschleierte Frau mit Schlagstöcken verprügeln und ihr einen Teil der Kleidung vom Leib reißen.

Bei den viertägigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern des regierenden Militärrats und den Sicherheitskräften waren erneut 17 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt worden. Die Demonstranten forderten die Generäle abermals auf, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Eine unabhängige Kommission solle zudem die Gewalt gegen Demonstranten untersuchen.

Ich versuche, die Gesamtschau zu erfassen. Da fanden 4 Tage lang Demonstrationen statt, bei denen das Militär 17 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt hat? Oder: bei denen die Demonstranten und die Soldaten sich gegenseitig angegriffen haben und dabei insgesamt 17 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt worden sind?

Bleiben wir bei Letzterem: 17 tote Menschen.

Was ist das? 17 tote Männer, Frauen und Kinder? Eigentlich ja, denn Menschen kommen in diesen drei Klassifizierungen vor. Uneigentlich nein, denn wir wissen aus Erfahrung, daß die Zeitungen in so einem Fall schreiben würden: darunter soundsoviel Frauen und Kinder; oder: darunter soundsoviel Frauen und soundsoviel Kinder.

Berücksichtigen wir außerdem, daß die 17 toten Menschen unter der Überschrift “Gewalt an Frauen: Proteste gegen Ägyptens Milität” nach den geprügelten Frauen angeführt werden, kann kein Zweifel bestehen, daß es sich bei den 17 toten Menschen um 17 getötete Männer handelt.

Nun weicht die weihnachtliche dreifache Beruhigung einem vierfachen Entsetzen:

Erstens protestiert man international nicht gegen, und schimpft und geißelt die außenpolitische Stimme Amerikas das ägyptische Militär nicht für das Erschlagen und/oder Erschießen von soundsoviel demonstrierenden Männern – vernünftigerweise ist anzunehmen, der überwiegenden Mehrheit der 17 toten Menschen besteht aus Demonstranten, sagen wir, milde geschätzt, daß 12 Demonstranten von den Soldaten umgebracht wurden – aber gegen und für einige auf Video zu sehende Fälle, in denen Demonstrantinnen umgebracht werden?  Nein, eben nicht umgebracht, auch nicht halb totgeschlagen, sondern bloß geschlagen und gedemütigt wurden.

Zweitens gehen die 2000 Frauen nicht dagegen demonstrieren, daß bei Demonstrationen 12 Männer von den Soldaten umgebracht wurden, sondern dagegen, daß ein paar Frauen geschlagen und gedemütigt wurden.

Drittens entschuldigt sich das Militär und verspricht eine Untersuchung nicht für das Umbringen von 12 Demonstranten sondern für das Schlagen und Demütigen von einigen Demonstrantinnen.

Viertens berichtet die Presse (im allgemeinen, nicht nur die Zeitung dieses Namens) nicht mit der Überschrift: ” 17 Tote bei Demonstrationen: Proteste gegen Ägyptens Militär” oder vielleicht: “12 Demonstranten getötet: Ägyptens Militär entschuldigt sich”, sondern mit: “Gewalt an Frauen: Proteste gegen Ägyptens Militär” und mit “Gewalt gegen Frauen: Ägyptens Militär entschuldigt sich“.

Als Leser möge man sich konzentrieren:

Die sogenannte internationale Öffentlichkeit und das amerikanische Außenministerium nehmen es ohne Protest hin, wenn mehr als 10 männliche Demonstranten von den Soldaten getötet werden, aber treten einen Proteststurm los, der so wütet, daß das Militär sich bemüßigt sieht, sich zu entschuldigen und eine Untersuchung anzukündigen, wenn einige Frauen geprügelt und gedemütigt werden.

Die Journalisten des Mainstreams greifen diesen Proteststurm in ihrer Berichterstattung auf, ohne ein Wort darüber zu verlieren oder einen Kommentar dazu abzugeben, daß der Tod von mehr als 10 Männern weniger Protest erzielt als das Prügeln und Demütigen von ein paar Frauen.

Mehr als das. Die Journalisten ordnen den Tod dieser Männer als Nebenaspekt ein unter den Bericht über den Proteststurm wegen der geschlagenen und gedemütigten Frauen.

Wie man weiß, ist die einfachste und erste grobe Annäherung an die Frage der moralischen und ethischen Charakteristik von Berichten oder Kommentaren oder Ereignissen, bei denen die Geschlechtlichkeit im Vordergrund steht, die Geschlechter versuchsweise auszutauschen und dann zu sehen, was für ein Eindruck sich ergibt.

In diesem Fall sieht der Test auf Geschlechterideologie oder “Geschlechtergerechtigkeit” so aus:

Kairo: Obama geißelt Gewalt gegen Männer

20.12.2011 | 18:26 | Von unserem Mitarbeiter MARTIN GEHLEN (Die Presse)

Der US-Präsident Barack Obama zeigt sich bestürzt über Angriffe von Soldaten auf protestierende Männer in Ägyptens Hauptstadt Kairo. Die Vorgänge auf dem Tahrir-Platz seien laut Obama „eine Schande“.

Kairo. So empört zeigte sich Barack Obama lange nicht mehr. Die Vorgänge in Ägyptens Hauptstadt Kairo seien „eine Schande“, schimpfte der US-Präsident und geißelte die „schockierende Gewalt“ ägyptischer Soldaten gegen protestierende Männer auf dem Tahrir-Platz. „Diese systematische Erniedrigung von Männern entehrt die Revolution, blamiert den Staat und seine Uniformträger und ist eines so großen Volkes unwürdig“, sagte Obama in einer Rede vor Studenten in Washington – die bisher schärfste Kritik des US-Präsidenten an den neuen Machthabern am Nil.

Vor allem das Video eines jungen Mannes in traditionell muslimischer Kleidung, der von einer Horde Soldaten über den Asphalt gezerrt wird, hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Soldaten dreschen mit Knüppeln auf den am Boden Liegenden ein. Einer tritt ihm ins Gesicht, ein zweiter in den Magen, am Ende bleibt das Opfer halb nackt liegen. Andere Männer berichten, sie seien nach ihrer Festnahme getreten, geohrfeigt und mit Elektroschockern misshandelt worden.

Gewalt an Männern: Proteste gegen Ägyptens Militär

23.12.2011 | 15:36 |  (DiePresse.com)

Ägyptische Soldaten haben männliche Demonstranten geschlagen und gedemütigt. Tausende Ägypter gingen aus Protest auf die Straße. Viele sind aber zermürbt davon, dass das Land nicht zur Ruhe kommt.

Tausende Ägypter haben am Freitag in Kairo gegen das brutale Vorgehen von Soldaten gegen Männer demonstriert. Anlass des Protests auf dem Tahrir-Platz sind Videoaufnahmen, die brutale Szenen während der Ausschreitungen am vergangenen Wochenende zeigen. Zu sehen sind Militärpolizisten, die einen Mann mit traditionell muslimischer Kleidung mit Schlagstöcken verprügeln und ihm einen Teil der Kleidung vom Leib reißen.

Bei den viertägigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern des regierenden Militärrats und den Sicherheitskräften waren erneut 17 Menschen getötet und mehr als 900 verletzt worden. Die Demonstranten forderten die Generäle abermals auf, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Eine unabhängige Kommission solle zudem die Gewalt gegen Demonstranten untersuchen.

Der Leser beachte seine spontanen Reaktionen. Er wird merken, daß er sich so an die geschlechterrassistische, gynophile und misandrische Norm in Kommentaren und Berichterstattung gewöhnt hat, daß ihm die geschlechterverkehrte Version der Texte als nachgerade peinlich und lächerlich und unwürdig erscheint, während er beim Lesen der Originalversion entweder keine besondere emotionale Reaktion empfand oder sogar mitschwang im Tenor der Entrüstung und Empörung.

Das Ausmaß der Gewöhnung an die mitleidlose und stoische Darstellung des Leidens und der Mißhandlung und sogar des gewaltsamen Todes von Männern “in Tateinheit mit” der mitleidigen und empörten Darstellung des Leidens und der Mißhandlung oder gar des gewaltsamen Todes von Frauen ist ein Indikator für die Universalität des Zeitgeistes, der einen fundamentalen und fundamentalistischen Unterschied macht zwischen der Menschlichkeit und der Menschenwürde der Geschlechter.

Der Schmerz, das Leiden, die Qual und selbst der gewaltsame Tod des Mannes ist nicht der öffentlichen Rede und der politischen Aufmerksamkeit wert, während zugleich der Schmerz, das Leiden, die Qual und noch viel mehr der gewaltsame Tod der Frau des öffentlichen Proteststurms und der internationalen politischen Empörung wert sind.

Die westliche Zivilisation von heute behandelt die beiden Geschlechter öffentlich und politisch als zwei Kasten von unterschiedlicher Menschenwürde und unterschiedlichem menschlichen Wert.


Recent Posts

Kategorien

RSS News from Mensactivism

  • An error has occurred; the feed is probably down. Try again later.

RSS Fathers and Families

  • An error has occurred; the feed is probably down. Try again later.

RSS The Spearhead

  • An error has occurred; the feed is probably down. Try again later.

RSS Men’s Rights – Reddit

  • Stop telling men to show their emotions.
  • Court finally stops trying to make Detroit man pay child support for child that isn't his: Thank you attorney Cherika Harris, who took on this case with probably little personal financial reward
  • Youngstown woman sentenced to probation for killing boyfriend
  • Another female teacher. Another sexual assault. Why are there not enough male teachers again?
  • Angelina Jolie advised to claim Brad Pitt abused son: report: If you reward perjury and subornation of perjury, you get more of it
  • "Feminism is drowning in myth-information". Finally, some facts in MSM about men's issues and the problem with the modern feminist movement.
  • British MP in Parliament "a rape happens when a man makes a decision to hurt someone he feels he can control"
  • Danish Doctors’ Group Wants to End Circumcision for Boys
  • For revisionists who think that male sexuality was never controlled or regulated: "Case of Alleged Seduction" -- Taken from NYT archives June 6, 1855)
  • How to deal when you're a mom who pays child support or alimony - Emma Johnson " How is it fair that I supported him all those years and I still have to support him!"