Frau brachte eigenes Kind zur Welt

Eine historische, wenn nicht sogar evolutionäre Sensation hat sich in England zugetragen. Eine Frau hat ihr eigenes Kind auf die Welt gebracht! Nicht in Afrika, nicht in Neuguinea, nicht im 19. Jahrhundert und nicht am Bergbauernhof, auch nicht im Stall zu Bethlehem, nein, mitten in der Stadt und in der Zivilisation und im Jahr 2011 nach Christi Geburt. Entweder ist sie geisteskrank oder eine Heldin. Anders kann ich mir das nicht erklären. Wo doch jeder weiß, daß das entweder das sichere Todesurteil für die Mutter oder die Behinderung für das Kind bedeutet. Wenn sie aber weder wahnsinnig noch tollkühn ist, dann muß es sich um eine Mutation handeln.

An dieser Stelle eine Warnung für alle Leserinnen: Versuchen Sie das um Gottes willen nicht auch! Auch als Hebamme nicht. Sie müßten am allerbesten wissen, daß man die Kinder anderer auf die Welt bringt, nicht das eigene. Für alle anderen gilt: Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin!

Wir sind ja keine Schimpansen, nicht einmal Zwergschimpansen! Will die Dame das Rad der Zeit zurückdrehen? Sollen Gynäkologen und Gynäkologinnen, Krankenschwestern und Krankenschwesterinnen, Hebammen und Hebamminnen arbeitslos gemacht werden, sollen Abertausende von Arbeitsplätzen in der Herstellung von Überwachungsgeräten, von Medizinzubehör aller Art, von schmerzstillenden und krampflösenden und wehenauslösenden Pharmazeutika gefährdet werden? Soll der medizinische Arbeitsmarkt destabilisiert werden, eventuell als Teil einer kommunistischen Agenda, die ein Lumpenproletariat braucht, um die Weltrevolution zu ermöglichen? Sind anarchistische Terroristinnen und Terroristen dabei, die Zivilisation ins Chaos zu stürzen?

Zur Zeit gibt es keine Verdachtsmomente auf eine Verbindung zu den Taliban oder zu Al Kaida, darf man annehmen. Es ist auch nicht bekannt, ob die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung erhalten hat, was den Bekanntenkreis der Täterin angeht. Man kann aber jetzt schon feststellen, daß BBC und andere Medien, wie zum Beispiel der Standard, ihre journalistische Verantwortung leichtfertig handhaben, wenn sie eine derart euphemistische und verharmlosende Berichterstattung pflegen, die die Gefährlichkeit und Fahrlässigkeit des Selbstgebärens herunterspielt:

Aus dem Standard:

Hebamme brachte eigenes Baby zur Welt: mit Taschenspiegel

Die Frau räumte danach die Handtücher weg und kochte sich eine Tasse Tee

London – Plötzlich hatte es ihr eigenes Baby so eilig, dass eine Hebamme in England die Geburt ihrer Tochter selber in die Hand nehmen musste: Die 28 Jahre alte Frau aus der Grafschaft Kent war gerade von der Arbeit in der Geburtsstation eines Krankenhauses heim gekommen, als sie rund vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin Wehen bekam. Sie legte sich in die Badewanne, ihr Ehemann wollte inzwischen Hilfe holen, berichtete der britische Sender BBC am Freitag.

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