30 Tage, 500 Tote

Aus der Presse vom 15. 8. 2012:

Israel: Minister bestätigt Maßnahmen für Präventivschlag

Der scheidende israelische Heimatschutzminister bestätigt Vorkehrungen für einen 30-tägigen Krieg und rechnet mit 500 Toten Israelis.

Die Debatte über einen präventiven israelischen Militäreinsatz gegen iranische Atomanlagen reißt nicht ab. Die israelische Regierung habe nach seinem Eindruck noch keine Entscheidung über einen Angriff getroffen, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Dienstag. Der scheidende israelische Heimatschutzminister Matan Vilnai bestätigte jedoch Vorkehrungen für einen 30-tägigen Krieg mit rund 500 Toten.

Also, wenn schon, denn schon! Warum nicht einen 30-jährigen Krieg mit 500 Millionen Toten? Atomwaffen hat das arme, kleine, bedrohte Israel genug, und Moslems gibt’s auch über eine Milliarde, dazu die Überbevölkerung und die Finanzmarktkrise und das viele CO2. Ist es da nicht besser, mal so richtig weit voraus- und rundherumschauend zu planen, global, wie man sagt? Oder noch besser, visionär sogar, 500 Millionen Überlebende! Mehr, sagen sie, verträgt die Erde eigentlich sowieso nicht.

Andererseits, 30 Tage mit rund 500 Überlebenden, wäre auch zu überlegen. Nimmt man sie pro Tag, bleiben immerhin 15 000 Israelis. Aber wie macht man das mit der Palästinenserquote? Man könnte sie mit SMS in das Einschlagsgebiet der iranischen Raketen lotsen, beim Gegenschlag.

Ich seh’ schon, das Kriegplanen ist gar nicht so einfach. Sie tun mir richtig leid, die israelischen Politiker. Das ist ja eine Riesenverantwortung, und mit so viel Unsicherheitsfaktoren behaftet. Man braucht nur an Afghanistan denken und an den Irak oder an Vietnam. Oder an die beiden Weltkriege. Es war ja immer dasselbe. Geplant war alles kurz und schmerzlos. Und dann?

Politik ist wirklich ein schwieriges Geschäft, überhaupt in Israel. Wenn man nicht ab und zu einen kleinen Krieg veranstaltet, leidet das Image. So schnell schaut man gar nicht und schon gilt man als Schwächling. Da hilft es auch nichts, ein paar iranische Atomwissenschaftler ermorden zu lassen. Sowas wird zwar wohlwollend vermerkt, aber für einen Wahlsieg reicht es doch schwerlich.

Ach, wenn Deutschland sich nur anböte als Ziel! Das wär’s. Da könnte man 30 Jahre alleinregieren. Aber die Deutschen sind zu feig, daß sie sich auf die Seite des Iran stellen. Und dann, ob die Amerikaner das wirklich goutierten? Sehr unwahrscheinlich. Die Franzosen und die Engländer, mit denen könnte man drüber reden, inzwischen, seit der Sache mit dem Euro und seiner Krise, von der niemand profitiert als die Krauts und Boches. Nein, nicht jetzt, nicht heute. Morgen vielleicht, wenn alles viel schlimmer geworden ist, und es Frankreich geht wie Griechenland, und England wie Spanien?

Egal. Das sind Träume, das ist Zukunftsmusik. Jetzt sind ein paar zigtausend Ehrenmorde angesagt, an diesen schmierigen, schleimigen Ayatollahküssern, die sich erdreisten, die Waffen der zivilisatorischen und moralischen Elite, der Fortschrittlichen, Anständigen und Rechtschaffenen unter den Völkern, in ihre dreckigen Kameltreiberpfoten zu kriegen. Nein, wirklich, eine Schande ist das, eine himmelschreiende! Ein Affront gegen jeden guten Geschmack. Haben die vergessen, wer sie sind, und was ihr Platz ist? Da könnte ja jedes primitive Pack daherkommen und nach Atomwaffen schreien. Warum nicht gleich atomare Bewaffnung für Uganda und Äthiopien, oder Papua Neuguinea und Haiti?

Wie gesagt, egal. Denen wird jetzt einmal gezeigt, wo der Bartl den Most holt. Und dann werden wir sehen, wer sonst noch eine Lehre erteilt haben will.

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