Archive for May, 2011

Brasilien: Heterophobe Maulerei

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat auf Druck konservativer Kreise eine Kampagne mit Aufklärungsfilmen gegen Homosexuellen-Feindlichkeit gestoppt. Sowohl die Produktion als auch die Verteilung des Materials an Schulen würden ausgesetzt, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch. Rousseff habe sich die Videos angesehen und halte sie für die Zielsetzung “ungeeignet”. Vorausgegangen war erhebliche Kritik von christlich-konservativen Abgeordneten an dem sogenannten “Anti-Homophobie-Kit”.

Schwulen- und Lesbenverbände zeigten sich enttäuscht. “Das Land kann sich nicht nur dem Willen eines Bereiches, dem konservativsten, unterwerfen. Vorurteile verringert man nur mit Information. So werden wir mehr Ausgrenzung und mehr Gewalt haben”, warnte Julio Moreira von der Gruppe “Arco-Iris”.

Ich find das echt arg, fühlt sich voll schlimm an, sowas von ungeil und reaktionär. Diese rigiden Vaginalministranten und Phalluspriesterinnen mit ihrem langweiligen Heterokult. Aus denen wird nie eine fluide Regenbogengesellschaft, wenn sie LGBT-Communities nicht Aufklärungsarbeit bei den Kindern machen lassen.

Als nächstes schicken sie die Polizei, wie in Rußland:

Moskau – Bei einer Demonstration von Schwulen und Lesben in Moskau hat die russische Polizei mindestens zwei Dutzend AktivistInnen sowie Homosexuellen-GegnerInnen festgenommen. Einige DemonstrantInnen wollten unweit des Roten Platzes eine Kundgebung abhalten, ein Demonstrant hielt vor dem Rathaus eine Regenbogenfahne in die Höhe, das Symbol der Homosexuellen-Bewegung. Das meldete die Agentur Interfax am Samstag.

Mit dem gleichen sentimentalen kitschigen Vorwand:

Die Stadtverwaltung hatte die Aktion mit Verweis auf die internationale Kinderschutzkonvention verboten. Kinder könnten beim Anblick von Homosexuellen traumatisiert werden, hieß es in der Begründung.

Dabei weiß doch jeder, daß Kinder voll auf Regenbogenfahnen und Regenbogenluftballons stehen.

Auch unter dem neuen Bürgermeister Sergej Sobjanin verbietet die Stadt Moskau trotz einer Geldstrafe des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte weiterhin Homosexuellen-Paraden.

Das ist überhaupt krass, warum tut da die EUFOR nichts dagegen. Glauben die denn, eine Geldstrafe bringt die Fundamentalisten zur Vernunft?

Staatliche Funktionäre, orthodoxe Christen und Nationalisten protestieren vehement und zum Teil gewaltsam gegen die sogenannte Gay Pride. Sobjanins Vorgänger Juri Luschkow hatte Homosexualität wiederholt als krankhaft und satanisch bezeichnet.

Ich meine, sonst geht es ja auch überall. Bei uns täte sich das keiner trauen, nicht einmal die Neonazis! Da hätten sie die Gummiwurst schneller über die Rübe gezogen als sie das Maul aufreißen könnten! Das sind doch gemeingefährliche Zurückgebliebene! Wenn bei uns einer Homosexualität krankhaft nennt, hat er sein Amt gehabt, da kann er sich entschuldigen, bis er schwarz wird. In England, in Amerika oder in Kanada kommt er für sowas ins Gefängnis, wegen Diskriminierung und hatespeech, so ein Volksverhetzer! Im Iran täten sie überhaupt gleich kurzen Prozeß machen wegen Blasphemie, überhaupt in den islamischen Ländern, da kann man nicht einfach die Werte der Wertegemeinschaft öffentlich in den Dreck ziehen. In China genauso, zum Beispiel. Nur in Rußland geht das? Da herrscht Anarchie?

Wozu bitte haben wir dann den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte? Oder die NATO meinetwegen? Und die UNO? Wenn die IGAF-Truppen in Afghanistan die Frauen von den islamischen Fundamentaliban befreien können, warum dann nicht in Rußland die Lesben von den christlichen? Sind die etwa keine Frauen? Das ist nicht nur inkonsequent sondern heuchlerisch!

Warum eigentlich distanziert sich bei uns in Europa kein Politiker von diesen unerträglichen Äußerungen und Zuständen? Wegen dem Erdgas? Oder weil sie stellvertretend ihre eigene Homophobie an den Bildern befriedigen können? Warum beruft keiner eine Sondersitzung von irgendeinem internationalen Gremium ein? Warum zitiert der Bundespräsident den russischen Botschafter nicht zu sich, um ihm die Leviten zu lesen? Und den brasilianischen gleich dazu?

Das sind die Fragen, die zu stellen wären!

Im übrigen ist zu fordern: Null Toleranz für Homophobie nirgendwo!

52 verwechslungstote Kollateralafghanen aller Art

Afghanistan: Zwölf Kinder bei Nato-Luftangriff getötet

Hubschrauber der ISAF-Truppe sollten den Soldaten eines Nato-Stützpunktes gegen einen Angriff von Aufständischen beistehen. Dabei sind zwei Häuser getroffen worden.

Bei einem Nato-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind nach Angaben der Provinzregierung 14 Zivilisten getötet worden, darunter zwölf Kinder. Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Daud Ahmadi, sagte, bei dem Bombardement in der Nacht auf Sonntag seien fünf Mädchen, sieben Buben und zwei Frauen ums Leben gekommen. Drei weitere Kinder, eine Frau und zwei Männer seien verletzt worden. Ein Sprecher der Nato-geführten ISAF-Truppe (International Security Assistance Force) sagte, der Vorfall werde untersucht.

Na gut, in Ordnung. Wird ja untersucht.

18 Zivilisten in Nuristan getötet

Bei einem weiteren Vorfall in der nordöstlichen Provinz Nuristan seien bereits am Mittwoch 18 Zivilisten sowie 20 Polizisten getötet worden, sagte der dortige Provinzgouverneur am Sonntag. Die Nato-Truppen hättendie Zivilisten mit Taliban-Kämpfern verwechselt. Der Angriff habe sich im umkämpften Distrikt Do Ab an einem Ort ereignet, über den Polizeibeamte erst kurz zuvor nach Auseinandersetzungen mit Aufständischen die Kontrolle gewonnen hätten. Die radikal-islamischen Taliban hätten sich in den Häusern von Zivilisten versteckt, nachdem ihnen die Munition ausgegangen sei. Die Nato habe die Häuser beschossen, dabei aber Zivilisten und Polizeibeamten mit Taliban-Kämpfern verwechselt.

Nicht in Ordnung. Wird nämlich nicht untersucht.

Anschlag auf ranghohe Sicherheitskräfte

Nach dem tödlichen Selbstmordanschlag auf ranghohe afghanische und deutsche Sicherheitskräfte hat die Bundeswehr die Angaben über die Zahl der Verletzten in den eigenen Reihen erhöht. Neben den beiden getöteten Bundeswehr-Soldaten seien fünf ihrer Kameraden verletzt worden, darunter auch der deutsche ISAF-Regionalkommandant für Nordafghanistan, General Markus Kneip. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos am Samstagabend der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst war von drei verletzten Deutschen die Rede gewesen.

Auch gut. Wird ja untersucht.

Einer der Attentäter soll nach dpa-Informationen eine Polizeiuniform getragen haben. Der Mann gehörte demnach zu den Sicherheitskräften, die das hochrangige Treffen schützen sollten. Als die Teilnehmer des Treffens den Konferenzraum verlassen hätten, sei der Attentäter auf die Gruppe zugegangen und habe seinen Sprengstoff gezündet.

Doppelungut. So eine Hinterfotzigkeit. Weiß man nicht mehr, wer Freund oder Feind ist. Nicht nur daß sich die miesen Feinde nicht mit einer Uniform oder einer Leuchtfarbenweste als Ziele deklarieren, damit sie nachher mit den paar toten Kindern hausieren gehen können, nein, sie verkleiden sich sogar als Freunde und sprengen richtige Freunde, sogar deutsche in die Luft. Doppelplusungut sogar. Die richtigen Freunde waren nämlich auch ranghohe.

Insgesamt fielen sieben Menschen dem Attentat zum Opfer.

Doppelplusungutzumquadrat. Das ist ja wirklich das Allerletzte. Kriegspropaganda aus der untersten Schublade, verursacht der Attentäter nur 6 Tote außer ihm selbst, damit man gleich an die 12 Kinder denken soll, welche die Freunde unabsichtlich getroffen haben und einem dabei auffällt, daß es zweimal soviel Tote sind und keine uniformierten und keine ranghohen. Zugleich soll man an die 18 Freundesopfer vom Mittwoch denken, dreimal soviel und wieder nicht einmal theoretisch uniformiert. Als nächstes soll man die 12 und die 18 wohl zusammenzählen und dann bemerken daß 30 fünfmal soviel sind wie 6. Aber nicht genug der Propagandaschachzüge: Zählt man die 2 Frauen und die 20 Polizisten auch noch dazu, sind es 52 Freundesopfer! Ja, genau, 7 ist die Quersumme, das soll einem auffallen. Weil das nämlich hängen bleibt. Sogar die Quersumme der toten Feinde ist dort um 1 mehr als die Summe der toten Freunde da. Wie das schon magisch esoterisch klingt, so richtig numerologisch. Aber mich können sie damit nicht beeindrucken. 7 mal 7 mal soll man verzeihen, sagt Jesus. und: 7 mal 7 mal werden die Söhne von Kain gerächt, sagt der Herr im Alten Testament. Eben, nirgendwo was mit 7 mal 7 plus 3. Das ist daneben gegangen, meine Herren Taliban! Nächstesmal spart ihr lieber auf Raketen, egal ob 6 oder 7, und verzichtet von vornherein auf so stümperhafte propagandistische Zahlenspielereien!

DiePresse.com hingegen – das ist gediegene Propaganda, state-of-the-art Statistik!

Von 14 toten Zivilisten schreibt man nur die 12 Kinder in die Überschrift. Von 38 kollateraltoten Verwechselten schreibt man nur die 18 Zivilisten in die Überschrift. Aber weil die 12-Kinder-Überschrift die für den ganzen Artikel ist, hat man 2 Fliegen auf einen Schlag erwischt bzw. als ersten Streich 40 verwechslungstote Kollateralafghanen eliminiert. 12 statt 52! Wenn das nicht elegant ist!

Bei den toten ranghohen uniformierten Freunden schreibt man von 7 Opfern, ohne daß man erkennbar macht, daß man den Attentäter mitgezählt hat. Der Überflieger ist der häufigste Leser, und dessen Nerven will man schonen. 12 tote Kinder ist ja schlimm genug in der Straßenbahn oder schon zum Frühstück. 18 Zivilisten für die Zwischenlander dazu. Dann reicht’s. Der Rest von zusätzlichen 22 versehentlichen Leichen reserviert man für den Müßiggänger und Kaffeehausintellektuellen, der Zeit und Begleitdrogen zum Verdauen hat.

Elegant ist aber auch ein dezenter weiterer Trick: Die Abrundung, die Ausbalancierung, die Ausgewogenheit. Man wiederholt den Bericht über die guten 6, einschließlich der allerbesten 2 Freundtoten, dem man eine ganze lange Seite gewidmet hat, in Kurzform zum Abschluß. Es soll doch nicht der falsche Eindruck entstehen, daß dort am Hindukusch nur lauter irrtümliche Leichen herumliegen, nur wegen der 52 in ein paar Tagen, gerade jetzt, zufällig massiert. Nein, durchaus nicht! Da sind auch welche vor Ort, die ganz genau wissen, wen sie umbringen.

Und das ist der eigentliche Skandal. Diese grausamen Schlächter. Eiskalt auf ihre Ziele lossteuern und mit mörderischer Präzision zuschlagen. Die geben nicht einmal vor, daß alles nur ein Mißverständnis war. Diese Fanatiker. Die genieren sich wohl für gar nichts. Noch dazu Deutsche, die von Anfang an extra unmißverständlich klar gemacht haben, daß sie gar keinen Krieg führen, sondern nur die Ordnung bewahren helfen. Und was ist der Dank dafür? Ein brutales Gemetzel mit zwei Toten und fünf Verletzten.

Mein Gott, wo soll das noch hinführen! Jetzt sind sie erst ein paar Jahre im Einsatz und schon 51 Ordnungshüter haben ihr junges Leben für den Wiederaufbau lassen müssen! Wenn man an die 1.4 nachwachsenden Deutschen pro Frau denkt und sie mit dem ganzen Rudel von jungen Afghanen bei den Talibaninnen vergleicht, wird man sie mitsamt ihrem Chaos bald sich selbst überlassen müssen. Dann werden sie schon sehen, wo man hinkommt ohne Ordnung und reproduktive Selbstbestimmung.

Eine Frau kann alles machen…

Verstockte Jugend?

Jede zweite junge Frau wäre gerne Hausfrau

Eine Studie des Familienministeriums zeigt, wie sehr Jugendliche in traditionellen Rollenbildern denken. Beruflicher Erfolg wird bei Männern im Mittelpunkt gesehen, Familie bei den Frauen.

(DiePresse.com)

Jede zweite junge Frau wäre gerne Hausfrau, wenn der Mann genug verdient

Drei Viertel der Befragten 14- bis 24-Jährigen wollen eine Familie gründen – Häusliche Kinderbetreuung bevorzugt – Filzmaier: Jugend war schon immer konservativer als angenommen.

(DerStandard.at)

Ach ja, eine der unzähligen  Studien über die Wünsche, Träume und Sehnsüchte von Frauen, diesmal mit dem Schwerpunkt auf den Zukunftsvorstellungen von jungen!

Halt, nein, es geht nicht nur darum, was Frauen gerne hätten, gerne wären, gerne könnten. Es sind nur die Überschriften, die das vorgeben. Mehr noch, die tapfere Zeitung für Leserinnen schafft es sogar über den ganzen ersten Absatz hinweg, der eine etwas informativere Zusammenfassung des Artikels darstellen soll bzw. eine etwas ausführlichere Überschrift, den Leser, nein, (es ist, wie beworben, eine Zeitung für Leserinnen – na und, also) die geschätzte Leserin im gewohnten süßen Glauben zu halten, die Welt dreht sich, sofern sie sich rechtens bewegt, um sie und ihresgleichen, weil ja schließlich 2000 oder 5000, wenn nicht gar 7 Millionen Jahre unrechten Drehens aufzuholen sind.

Das hat die fortschrittliche Zeitung der nachhinkenden voraus, die ausgefeilterte Kunst des Spins in allen Schreiblagen. So einfach ist es schließlich auch wieder nicht, eine Studie über die Einstellungen junger Menschen zur Familie als Frauenforschungsprojekt an die Zielgruppe zu bringen. Schon gar nicht, wenn das unverschämterweise männlich geleitete überflüssige Ministerium für Familien und Jugend sich nicht untersteht, dem Ganzen einen sexistischen Titel zu geben: Der Jugendmonitor! Wie wäre es zur längst anstehenden Abwechslung mit die Jugendmonitor? Die Standard ging ja auch ohne ernste Proteste rein! Wo bleibt der gendergerechte Mut, Herr Minister? Angst vor starken weiblichen Artikeln?

Aber mit ein bißchen gutem Willen lautet die erste Zeile der Überschrift im Standard (oben nicht zitiert) JUGENDSTUDIE und nicht Jugendmonitor, und so klein und nicht fett gedruckt, daß es (keinem, nein,) keiner auf den ersten Blick auffällt im Kontrast zu:

Jede zweite junge Frau …

Und was ist mit jeder zweiten jungen Frau, was uns interessieren soll?

Na, was schon, was sie gern wäre!

Supermodel? Eurosongkontestsiegerin? Beyoncé? Angelina Jolie? Oder doch lieber Lady Gaga? Michelle Obama vielleicht, die mächtigste Frau der Welt?

Gott, was für patriarchale Rollenzuschreibungen, kann ich nicht ein einziges Mal den degoutanten male gaze abstellen? Also, ich reiß’ mich zusammen:

Bundeskanzlerin? Vorstandsvorsitzende von Google, Facebook oder Microsoft? Astronautin? Physiknobelpreisträgerin? Kommandantin der internationalen Truppen in Afghanistan?

Schneck’n! Da gibt man sich die tugendhafteste Mühe, wie sie einem Kavalier und Gentleman alter Schule nicht honoriger anstehen könnte, und was ist der Lohn dafür?

… wäre gern Hausfrau

Nein, das glaub’ ich nicht. Das kann man mir doch nicht weismachen. Da muß was schiefgelaufen sein mit der Methodik der Studie, die falschen Fragen im falschen Kontext, irgendwas in der Art, da gibt es jede Menge an Fehlerquellen, die irgendeinen Bias der Untersucher abbilden, das kennt man doch.

Na, bitte, einmal nachschauen und schon wird es offensichtlich: eine Frauenquote von nur 33.33 Prozent bei den Präsentatoren, und wenn man den Auftraggeber dazurechnet, kommt man auf eine hoffnungslose Unterrepräsentation des weiblichen Geschlechts von 25 Prozent! Da braucht man sich nicht mehr wundern über Ergebnisse, die eine freiwillige Rückkehr der jungen Frauen zu den drei Ks insinuieren sollen. Daß sie die mühselige Feldarbeit typischerweise einer alleinarbeitenden Soziologin aufgehalst haben, paßt so traurig perfekt ins reaktionäre Bild, daß man sich über keins der “Ergebnisse” mehr wundern muß!

Ich laß’ nicht locker bei der kritischen Analyse, wenn ich mich erstmal dafür entschieden habe, denn dazu ist mir der Kampf gegen Rechts zu ernst: Nächster Punkt – die bekannt reaktionäre Presse unterschlägt in der Überschrift, was uns der bekannt fortschrittliche Standard gottseidank mitteilt:

… wenn der Mann genug verdient

Na also, so ist das. Es gilt nur für die mehrfach zahlenmäßig eingeschränkte Gruppe der erstens heterosexuellen, zweitens ehewilligen oder zumindest partnerschaftswilligen jungen Frauen, die drittens die modernen Methoden der Mutterschaft wie anonyme Spermienspende und going alone nicht in Anspruch nehmen möchten (wohl aus Mangel an Aufklärung) und viertens sich einen Topmanager als Partner vorstellen, die einzige Berufsgruppe, deren Ehefrauen trotz hoher Berufsqualifikation zuhause bleiben. Eine handvoll Befragte sind das somit nur.

Zwischenbemerkung:

Man kann mir Einseitigkeit und Verschrobenheit vorwerfen, sogar Unausgewogenheit der Analyse, weshalb ich noch einen weiteren Schwenk der Sichtweise vorlege:

Die Antworten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden unisono mit einem kaum verhohlenen “Pfui Teufel, das sind ja traditionelle Rollenbilder!” quittiert. “Um Himmels willen, die Jugend ist ja reaktionär!”

Dahinter steht nicht nur eine Gleichschaltung der Medien und öffentlichen Stellen, wie sie historisch nur aus sozusagen offiziellen Diktaturen und Tyranneien bekannt war, bevor sich die Weltpolitiker seit der ersten   Weltfrauenkonferenz 1975  auf die feministische Linie verpflichteten, sondern daraus eine radikale Abgehobenheit nicht nur des Diskurses sondern der Orientierung und Position, ein in den ideologischen Utopien und Phantasien Kreisen, die man pflichtschuldigst und unmündig in Selbstzensur – den Frauen zuliebe – zum Normativ und zur Norm spintisiert und diktiert hat.

Wofür man eigens den Begriff “sozialen Wandel implementieren”, ein ebenso oxymoronisches wie orwellsches semantisches und performantes Untier aus der Tiefe der gynoservilen Amoralität, ergänzt durch die Kennzeichnung der neodemokratischen Vorgehensweise mit “top-down”, heraufbeschworen hat. Und nein, die Assoziation zur Metaphorik der Apokalypse ist weder ungewollt noch unbedacht, und nicht hysterisch. Sie ist nur im hysterischen Modus der erkenntnisträchtigen Fruchtbarkeit entzogen.

Dagegen zu halten ist mit tatsächlicher und demokratisch seit Jahrzehnten überfälliger Berechtigung zur moralischen, ethischen und staatsbürgerlichen Empörung: “Pfui Teufel, das sind ja stalinistische Kommentare!” und “Um Himmels willen, die Öffentlichkeit ist ja doktrinär!”

Worum es geht: die telefonische Befragung “Jugendmonitor 2011” (pdf), davon ein Ausschnitt der Ergebnisse:

Eingefügt im blinden Vertrauen auf die Mündigkeit des Lesers, den subversiven Charakter der Ideen dieser mißratenen Jugend , von der der größte Teil, nämlich der ab 16, wählen gehen, und der immer noch überwiegende, nämlich der ab 18, sich wählen lassen darf – bei uns im ersten abendländischen Kinderandiemachtland, selber zu begutachten.

Immerhin müßte nicht nur die gesamte Politik, Gesetzgebung und Rechtsprechung zu Ehe-, Eltern- und Familienangelegenheiten, sondern auch die Ordnung der Arbeitswelt und die Arbeitsmarktpolitik radikal vom feministischen Kopf auf die familialistischen Füße gestellt werden, wollte man eine herstellen, welche den befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen diese Vorstellungen zu verwirklichen ermöglicht.

Wenn man bedenkt, daß die Burschen und Mädchen seit sie in den Fernseher, in den Computer und auf die Plakatwände schauen, einem Trommelfeuer der Kinder-, Väter- und Familienfeindlichkeit von der Seite des Staates und aller Parteien ausgesetzt waren, von der Indoktrination seit dem Kindergarten und der Volksschule überhaupt abgesehen, sind einige der Antworten direkt revolutionär.

Aber eben nur einige. Das Gezetere von den Grünen bis zur ÖVP bezieht sich vor allem auf das Desinteresse an Tagesmüttern, Säuglingshorten und Kindergrippen, das der aktuellen Politik zuwiderläuft. Der Umstand, daß ca. die Hälfte der Mädchen und zwei Drittel der Burschen sagen, sie möchten einmal keine Kinder haben, ist das Tragischte, was man einer Gesellschaft bieten kann. Und darüber hat man keinen Politikeraufstand  gemacht, dazu wird keine Erschütterung laut.

Dafür ist die Politik zur Rechenschaft zu ziehen! Dafür ist die Gesellschaft zur Rechenschaft zu ziehen, das ist das Nichtgenügend für die Erwachsenen von Heute!

Drei Viertel der Befragten 14- bis 24-Jährigen wollen eine Familie gründen

ist offensichtlich eine falsche Behauptung des Standard: Es sind nur 55 Prozent bei den Mädchen und nur 36 Prozent bei den Burschen, die Kinder wollen. Und von diesen sind es wieder nur 55 Prozent Mädchen, die zuhause bleiben würden, wenn der Mann genug verdient, und es sind 34 Prozent der Burschen im umgekehrten Fall. Die Frage bezieht sich auf, “sich um den Haushalt und die Kinder kümmern”, also nicht auf Paare ohne Kinder. (Jugendmonitor: S 15)

Jede zweite junge Frau wäre gerne Hausfrau … wenn der Mann genug verdient

ist somit ebenfalls sowohl in der Presse als auch im Standard eine falsche Behauptung! Was die Frage aufdrängt, was der Zweck der Falschdarstellungen der Umfrageergebnisse sein mag. Der Effekt belegt die beabsichtigte Sensationshascherei, die kaum verhohlene Entrüstung “traditionelle Rollenbilder!” und “die Jugend ist konservativ!”, von grüner Seite im Standard gleich als reaktionär und tatsächlich als zurückgetrieben an den Herd interpretiert, als Ausholen zur Forderung nach mehr Propaganda, Indoktrination und Umerziehung zur neoliberalen globalen Allparteienlinie: Frauen in die Wirtschaft, Kinder in den Hort, Männer in die Ecke!

Haftstrafen für anzügliche Witze?

In Österreich werden sogar 81 Prozent aller Frauen zumindest einmal in ihrem Berufsleben Opfer von sexueller Belästigung. Das geht aus einer Studie der Gewerkschaft GPA hervor. „Wir haben diesbezüglich pro Jahr zwischen 400 und 500 Beschwerden“, sagt die Leiterin der Gleichbehandlungs-Anwaltschaft, Ingrid Nikolay-Leitner: „Die Dunkelziffer ist aber viel höher.“

In „Heute“ kündigt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) jetzt härtere Sanktionen bei Übergriffen an: „Ich will bei Strafen nachschärfen.“

Das Problem: Bislang werden obszöne Witze und Gesten zwar mit bis zu 1000 Euro sanktioniert, aber ohne strafrechtliche Folgen, etwa Haft. Die Ministerin: „Ich habe bereits von Ex-Justizministerin Bandion-Ortner (VP, Anm.) eine breitere Definition des Straftatbestandes gefordert. Leider ist bis jetzt nichts geschehen.“

In Heute.

Gegenüber der Austria Presse Agentur erklärte eine Sprecherin der Ministerin, derzeit sei nur das Berühren der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale im Strafrecht entsprechend verankert. Heinisch-Hosek wolle die Definition, was sexuelle Belästigung im Strafrecht bedeutet, diskutieren. Es brauche eine breitere Definition.

In DiePresse.com.

Was ich fordere:

Sogenannte obszöne Witze und Gesten sind aus dem Katalog sexueller Belästigung zu streichen.

Ein Tatbestand sexueller Belästigung hat sich auf Handgreifliches zu beschränken, und zwar auf wiederholte und grobe Handgreiflichkeiten, die jemand trotz verbaler und handfester Gegenwehr nicht unterläßt.

Sexuelle Belästigung, einschließlich des Berührens primärer oder sekundärer Geschlechtsmerkmale ist generell ausschließlich zivilrechtlich und nicht strafrechtlich zu verfolgen.

Die seit jeher klassische Reaktion einer Ohrfeige ist das maximal nötige Zurückweisungsverhalten, wenn ein einfaches sich körperlich Entziehen, z.B. sich aus einer zudringlichen Umarmung Entwinden, je nachdem mit entsprechenden unmißverständlichen Worten und Gesten nicht genügen sollte. Eine zusätzliche Drohung, sich bei Vorgesetzten oder Kollegen zu beschweren, kann im Wiederholungsfall angebracht sein, muß aber nicht. Des weiteren besteht in den Situationen, wo andere in der Nähe sind, die Möglichkeit, entsprechend laut und dramatisierend zu reagieren, falls der Beschämungseffekt notwendig erscheint, um die Unwillkommenheit eines körperlichen Annäherungsversuches unzweideutig verständlich zu machen.

Geschlechtsreife Menschen beiderlei Geschlechts sind heutzutage mündig genug, sich unliebsamer Berührungen zu erwehren. Das gilt umso mehr für Jugendliche im Berufsalter oder gar Erwachsene. Was Worte und Gesten betrifft, handelt es sich um das, was man früher schlechte oder grobe Manieren nannte. Dafür gab und gibt es informelle soziale Sanktionen, den Staat und die Justiz gehen sie nichts an.

Die Umfrageergebnisse sind irrelevant, weil sie sich auf Definitionen beziehen, die über Handgreifliches hinausgehen und außerdem subjektive Einschätzungen erfragen statt objektive Tatbestände. Das Gerede von Dunkelziffern ist sowieso beliebig und müßig.

Nicht beliebig und nicht müßig ist dagegen der Umstand, daß so getan wird, als gäbe es sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz nur unidirektional von Männern gegenüber Frauen, während in der  Realität Derartiges sich selbstverständlich in beiden Richtungen abspielt. Männer werden allerdings nicht befragt, und Studien, die mit objektiven Daten und rational vertretbaren Definitionen operieren, werden nicht erstellt oder nicht publik gemacht.

Allgemein ist es lachhaft und absurd so zu tun, als kämen Mädchen und Frauen nicht damit zurecht, daß Burschen und Männer manchmal zudringlich werden. Das entbehrt jeder Realität. Daß es trotzdem Mode geworden ist, hat ausschließlich feministisch politische Gründe, d.h. die männliche Sexualität wird mit allen Mitteln und in jeder Hinsicht herabgewürdigt, dämonisiert und kriminalisiert, um dem weiblichen Geschlecht Macht über das männliche zuzuteilen.

Ein historische Analogie zur willkürlichen Diffamierung der männlichen Sexualität ist die viktorianische Zeit, in der sogar die vielzitierten Stuhlbeine verhüllt wurden, um dem keuschen, reinen, empfindsamen Geschlecht die unerträgliche Grobheit und Beschmutzung durch das tierhafte männliche Begehren zu ersparen, dessen Repräsentation, den Phallus, die Damen rundherum zu erblicken geruhten.

Männer am Klavier: Carmen

The Victorian View of Men as Beasts

The current debate over the law on rape rehabilitates the Victorian view of women as helpless victims.

The Sexual Offences Act 2003 declared that consent must be ‘active, not passive’; in rape cases, consent is now taken to mean agreement rather than the absence of a refusal. So if a woman goes along with sex, but doesn’t make it explicitly clear that she is actively consenting to it, it can be deemed to be rape. The government has even moved towards ensuring that no agreement can be taken as consent if it is given under the influence of alcohol. As Cavendish pointed out: ‘In our zeal to protect women, are we going to legislate so that a drunken man is accountable for his deeds, but a drunken woman is not? Why do we encourage women to see themselves as victims?’ Absolving women who engage in sexual liaisons – whether drunk or sober – of responsibility for their actions is not liberating; it’s demeaning.

Yet rape is difficult to prosecute precisely because it is, sometimes, a matter of his word against hers. There are often no witnesses and little circumstantial evidence, particularly in cases of acquaintance rape. It is very difficult to establish the truth in rape cases, but that does not mean that truth should have no bearing on the outcome of a rape case in court.

Yet, with the blessing of the government and various feminists, some important legal safeguards have been eroded in rape cases and the burden of proof has been reversed. Rather than the prosecutor having to prove that the woman did not consent, the defendant now must prove that the woman did consent.

Women are done no favours by these changes. They are being treated as feeble dimwits who have constantly to be asked for their consent, to be checked on every step of the way to make sure they’re okay. It is curious that self-described feminists are propounding such a paternalistic view of women as unable to make their own minds up, as too weak and silly to say ‘no’ to men, and as putting themselves at risk by drinking and flirting and potentially knocking out their critical faculties, leading them to wake up in a strange bed without having first given their ‘active consent’.

Nathalie Rothschild is an international correspondent for spiked. Visit her personal website here.

Innocent men go to prison for many years due to the perversion of due process at court. Since they rarely could prove their innocence, many even plead guilty in exchange for a shortened prison term.

Half of the population is denied the basic right of the defendant which used to be the rockbed of modern jurisdiction and our understanding of justice, namely the presumption of innocence until guilt is proven.

So what, thinks little Nathalie. Why should I care – I’m a woman, hear me roar about how demeaning this is to women!

For those who do care, here is some reading starting at The False Rape Society or at Human Stupidity.


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