Frauenghetto in Wien

Seestadt Aspern: Stadt der Frauen

Wiens Straßen, Parks und Plätze tragen überwiegend Namen bekannter Männer. Damit sich das ändert, werden die Straßen Asperns nur nach Frauen benannt. „Namen prägen die Identität eines Stadtteils“, sagt Lueger.

Wien/Cim. Aspern wird weiblich. In wenigen Jahren, wenn die ersten Bewohner die Seestadt bevölkern werden, wird man dort durch die Agnes-Primocic-Gasse spazieren, am Hannah-Arendt-Platz Kaffee trinken oder im Yella-Hertzka-Park picknicken. In der Donaustadt entsteht ein Stadtteil, in dem allein die Frauen das Sagen haben. Zumindest auf den Straßenschildern. (Die Presse, 7. 3. 2012)

Im Detail:

Kulturausschuss vom 28.2.2012

Post Nr. 12
Die Verkehrsfläche (SCD 00055) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird in „Seestadtstraße“ (Hauptzufahrtsstraße zur Seestadt Aspern) benannt.

Post Nr. 13
Die Verkehrsfläche (SCD 06704) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Susanne Schmida (Dr. phil. Susanne Schmida; 1894 bis 1982; Philosophin) in „Susanne-Schmida-Gasse“ benannt.

Post Nr. 14
Die Verkehrsfläche (SCD 06226) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Ilse Arlt (Ilse Arlt; 1. Mai 1876 bis 25. Jänner 1960; Sozialwissenschaftlerin) in „Ilse-Arlt-Straße“ benannt.

Post Nr. 15
Die Verkehrsfläche (SCD 06150) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Hannah Arendt (Prof. Hannah Arendt; 14. Oktober 1906 bis 4. Dezember 1975; Philosophin, Publizistin) in „Hannah-Arendt-Platz“ benannt.
Gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen

Post Nr. 16
Die Parkanlage (SCD 20325) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Hannah Arendt (Prof. Hannah Arendt; 14. Oktober 1906 bis 4. Dezember 1975; Philosophin, Publizistin) in „Hannah-Arendt-Park“ benannt.
Gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen

Post Nr. 17
Die Parkanlage (SCD 20317) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Yella Hertzka (Yella Hertzka, geb. Fuchs; 4. Februar 1873 bis 13. November 1948; Gärtnerin, Schulgründerin, Frauenrechtlerin) in „Yella-Hertzka-Park“ benannt.

Post Nr. 18
Die Parkanlage (SCD 20326) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird (nach dem dort befindlichen See) in „Seepark“ benannt.

Post Nr. 19
Die Verkehrsfläche (SCD 06708) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Georgine Steininger (Dr. Georgine Steininger; 16. März 1928 bis 26. Februar 2009; Ehe-, Familien- und Lebensberaterin, systemische Familientherapeutin) in „Georgine-Steininger-Weg“ benannt.

Post Nr. 20
Die Verkehrsfläche (SCD 06750) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Mela Spira (Mela Spira, geb. Hartwig; 10. Oktober 1893 bis 24. April 1967; Schauspielerin, Schriftstellerin) in „Mela-Spira-Gasse“ benannt.

Post Nr. 21
Die Verkehrsfläche (SCD 06236) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Maria Potesil (Maria Potesil; 1894 bis 1984; Pflegemutter; Verleihung der Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ von Yad Vashem am 19. Juni 1978) in „Maria-Potesil-Gasse“ benannt.

Post Nr. 22
Die Verkehrsfläche (SCD 06122) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Maria Tusch (Maria Tusch; 1. Dezember 1868 bis 25. Juli 1939; Arbeiterin, Politikerin) in „Maria-Tusch-Straße“ benannt.
Gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen

Post Nr. 23
Die Verkehrsfläche (SCD 06794) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Hermine Dasovsky (Hermine Dasovsky; 13. März 1903 bis 8. Juni 1964; Gastwirtin) in „Hermine-Dasovsky-Platz“ benannt.

Post Nr. 24
Die Verkehrsfläche (SCD 06365) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Agnes Primocic (Agnes Primocic; 30. Jänner 1905 bis 14. April 2007; Politikerin, Widerstandskämpferin) in „Agnes-Primocic-Gasse“ benannt.
Gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen

Post Nr. 25
Die Verkehrsfläche (SCD 05978) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Josefine Hawelka (Josefine Hawelka; geb. Danzberger; 12. Oktober 1913 bis 22. März 2005; Cafetiere) in „Josefine-Hawelka-Weg“ benannt.

Post Nr. 26
Die Verkehrsfläche (SCD 06886) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Christine Touaillon (Christine Touaillon, geb. Auspitz; 27. Februar 1878 bis 15. April 1928; Literaturhistorikerin, Schriftstellerin, Feministin) in „Christine-Touaillon-Straße“ benannt.
GR Ebinger (FPÖ) stört sich daran, dass dieser Namen schwer auszussprechen sei: “Wir wollen nur Namen die auch der Taxler versteht.”
Stadtrat Mailath-Pokorny (SPÖ) dazu: “Da bin ich zum ersten Mal mit der FPÖ einer Meinung.”
(Dann wird das wohl nix mit einem Klaus Werner-Lobo de Rezende-Weg ;-) )
Gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen

Post Nr. 27
Die Verkehrsfläche (SCD 06102) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Ella Lingens (Dr. Ella Lingens, geb. Reiner; 18. November 1908 bis 30. Dezember 2002; Juristin, Ärztin, Widerstandskämpferin, Verleihung der Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ von Yad Vashem im Jahr 1980) in „Ella-Lingens-Straße“ benannt.

Post Nr. 28
Die Verkehrsfläche (SCD 05606) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Hermine und Otto Kuttelwascher (Verleihung der Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ von Yad Vashem am 18. September 1980) in „Kuttelwascherstraße“ benannt.

Post Nr. 29
Die Verkehrsfläche (SCD 06045) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Else Frenkel-Brunswik (Else Frenkel-Brunswik; 18. August 1908 bis 31. März 1958; Psychoanalytikerin, Psychologin) in „Frenkel-Brunswik-Gasse“ benannt.

Post Nr. 30
Die Verkehrsfläche (SCD 06058) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Maria Trapp (Maria Augusta von Trapp, geb. Kutschera; 26. Jänner 1905 bis 28. März 1987; Sängerin, Schriftstellerin) in „Maria-Trapp-Platz“ benannt.

Post Nr. 31
Die Verkehrsfläche (SCD 06890) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird in „Sonnenallee“ (in Anlehnung an den gleichnamigen deutschen Film von Leander Haußmann, der das Leben Ost-Berliner Jugendlicher im Angesicht der Berliner Mauer in den 70er Jahren thematisiert) benannt.

Post Nr. 32
Die Verkehrsfläche (SCD 06823) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Mimi Grossberg (Emilie Grossberg; 23. April 1905 bis 2. Juni 1997; Schriftstellerin) in „Mimi-Grossberg-Gasse“ benannt.

Post Nr. 33
Die Verkehrsfläche (SCD 05056) in 1220 Wien, im Bereich der Seestadt Aspern, wird nach Lotte Schenk-Danzinger (a.o. Univ.-Prof. Dr. Lotte Schenk-Danzinger; 22. Dezember 1905 bis 2. März 1992; Psychologin, Pädagogin) in „Schenk-Danzinger-Gasse“ benannt.

Eine Femmage der Grünen:

Die Wiener Bevölkerung besteht zu 53 % aus Frauen. In der kollektiven Erinnerung, im öffentlichen Raum, als Straßenname oder Denkmal tauchen Frauen aber nur selten auf: Nur acht Prozent der personenbezogene Verkehrsflächenbenennungen erinnern in Wien an Frauen, 92 % hingegen an Männer. (…)

Frauen haben die Gesellschaft immer schon mitgestaltet. Sie prägten und prägen als Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Lehrerinnen, Geschäftsfrauen uvm. das gesellschaftliche Leben. Wir kämpfen für eine gerechte Aufteilung der öffentlichen Benennungen und fordern deshalb:  Alle neu benannten Straßen- und Flächenbezeichnungen sowie mögliche Umbenennungen sollen ab sofort an Frauen und ihre Werke erinnern. [Hervorhebung durch den Autor]

Das Argument, es gäbe nur so wenige Frauen, deren Verdienste würdigungswert seien, ist nicht nur falsch, sondern auch eine Frage der Perspektive und des Engagements. Tatsache ist, dass nach wie vor das öffentliche Leben von Männer(bildern) dominiert ist, und Frauen seltener vor den Vorhang geholt werden. Frauen arbeiten wohl oder übel im Hintergrund, die ersten Reihen – ob in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Kultur – werden unverhältnismäßig stark von Männern dominiert.

Video der Grünen: Frauentag 2012 am Wienerinnenplatz

Es ist kein Staatsstreich, kein Stadtstreich, nicht einmal ein Bezirksstreich – ein Seestadtstreich. Lokalfaschismus. Pittoresk. Die gleiche idealistische Verblendung wie damals und überall, wo gestern, heute, morgen Gleichartiges über die Bühne geht, mit dem dumpfen Schulterzucken und Kopfnicken der Umstehenden, der Umlebenden, der Umzuprogrammierenden.  Jeder Totalitarismus schreibt die Realität um, die Vergangenheit wie die Gegenwart muß ausradiert werden, bis die Kinder nichts mehr sehen, hören, wissen können, was die Herrschaft der Einheitspartei und die Gültigkeit der Staatsideologie in Frage stellen würde.

Ein Kommentar zu Frauenquoten, von einer Frau selbstverständlich:

AN STRUKTUREN KRATZEN
Was will das Weib, was soll die Quote? [12]
Warum die wieder forcierte Debatte um die angebliche Dringlichkeit von mehr Frauenanteilen in Aufsichtsräten an den tatsächlichen Problemen unserer Lebens- und Arbeitsrealität völlig vorbeigeht – Von Cora Stephan


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